Casa Conchita: Aus Andalusien in die Herzen der Sauerländer

Herz und Seele der Casa Conchita Tapas-Bar in Meschede: Alejandra Gomez Carminero, Inmaculada Concepcion (Conchita) Ortega Albadalejo, Michael Heinemann und Rocio Rodriguez Vasquez. Foto: S. Droste
Herz und Seele der Casa Conchita Tapas-Bar in Meschede: Alejandra Gomez Carminero, Inmaculada Concepcion (Conchita) Ortega Albadalejo, Michael Heinemann und Rocio Rodriguez Vasquez. Foto: S. Droste

Als die Tavernen immer größere Verbreitung fanden, kam die Zeit der Tapas. Um Getränke vor Fliegen und Staub  zu schützen, wurden Gläser und Krüge mit einer Scheibe Brot, Käse und Schinken abgedeckt. Der Legende nach befahl König Alfons X. seinen Untertanen nach einer längerer Krankheit, dass ihnen niemals wieder Wein ohne ein Stück Brot gereicht werden sollte.

Tapas sind mit wenigen Handgriffen selbst gemacht. Serranoschinken, Chorizo- und Salamiescheiben. Oliven und Paprika dazu. Fertig ist der Tapa (Anm.: Lt. Duden darf man sowohl der, als auch die Tapa sagen). Um Tapas allerdings zu genießen, benötigt es schon etwas mehr. Da ist einmal die Atmosphäre eines gemütlichen, am besten rustikalen Restaurants. Originalprodukte aus Spanien und um es perfekt zu machen: spanische Köche.

Das alles hat die Tapas-Bar „Casa Conchita“ in Meschede zu bieten. Michael Heinemann und seine spanische Lebensgefährtin mit dem klangvollen Namen Inmaculada Concepcion (Conchita) Ortega Albadalejo, kurz Inma genannt, haben im April 2017 die Tapas-Bar eröffnet. Die beiden ergänzen sich ideal. Inma kommt aus der Gastronomie und übernimmt auch im Casa Conchita hauptsächlich die Betreuung der Gäste, sie ist das Aushängeschild des Lokals. Michael Heinemann ist gelernter Banker und war zuletzt als Unternehmensberater tätig. Klar, dass er sich da hauptsächlich um das Betriebswirtschaftliche kümmert.

Blick in die Tapas-Bar "Casa Conchita" in Meschede. Foto: O. Schaeffer
Blick in die Tapas-Bar „Casa Conchita“ in Meschede. Foto: O. Schaeffer

Die Bar ist den Meschedern vertraut und trotzdem ist alles anders geworden. Das jetzige Interieur könnte genau so auch in einer spanischen Bodega, oder ,wie die Spanier sagen, in einer „Meson“, stehen. Das haben Michael Heinemann und Inma Ortega mit Kennerblick schon bei früheren Besuchen in dem Lokal erkannt.

Aber: „Das Kulinarische steht im Vordergrund“, so Michael Heinemann. Deshalb war Inma zu Beginn des Jahres auch in Spanien unterwegs, um Lieferanten zu finden. „Authentisch – spanisch – frisch“  lautet das Motto. Einmal im Monat, je nach Bedarf, kommt die Ware jetzt direkt aus Spanien: Schinken, Zuckerrohrsirup, Käse, Wurst und vieles mehr. Der Schinken stammt z.B. aus Manzanera Teruel, der Heimat von Inma „Conchita“ Ortega. Den besonderen Geschmack erhält er von den Iberico-Schweine, die hier in freier Natur aufwachsen und sich hauptsächlich von Eicheln ernähren.

Schinken vom Iberico-Schwein aus Andalusien in der Casa Conchita in Meschede. Lecker! Foto: S. Droste
Schinken vom Iberico-Schwein aus Andalusien in der Casa Conchita in Meschede. Lecker! Foto: S. Droste

Hier in Deutschland landen die Waren dann direkt in den Händen spanischer Köchinnen. Alejandra Gomez Carminero und Rocio Rodriguez Vasquez stammen aus Sevilla in Andalusien. Alejandra ist seit März im Team, Rocio seit April. Sie wurden über das spanische Arbeitsamt angeworben und bringen nicht nur jahrelange Erfahrung, sondern auch viel Kreativität in die Küche.

Und das kommt bei den Gästen gut an: „Genau so soll es schmecken“, hört man des Öfteren. Zum Beispiel beim Gericht „Atun encebollado.“ Die Thunfischwürfel werden mit Zwiebeln und Pfeffer angebraten und erhalten mit Oregano eine ganz besondere Note. Fertiggerichte sind tabu. Alles ist handgemacht. Bis auf eine Ausnahme: Muslitos de Mar con Mayonesa al pimento – Krebskroketten. Die Herstellung wäre zu aufwendig.

Das Casa Conchita bietet von der kreativen Variante bis zum klassischen mediterranen Häppchen alles, was das Herz – oder besser der Magen – begehrt. Die Vielfalt ist grenzenlos!  Beim Blick auf die Speisekarte kann einem schon mal das Wasser im Munde zusammenlaufen. Dort sind auch die Unterschiede zwischen, Pinchos, Tapas und Raciones – die sich grob gesagt in der Größe der Portionen begründen – genau erklärt.

Inmaculada Concepcion (Conchita) Ortega Albadalejo, kurz Inma genannt, in ihrer Tapas-Bar Casa Conchita in Meschede. Foto: S. Droste
Inmaculada Concepcion (Conchita) Ortega Albadalejo, kurz Inma genannt, in ihrer Tapas-Bar Casa Conchita in Meschede. Foto: S. Droste

Eine Tapas-Bar soll Gemütlichkeit, Geselligkeit und spanische Lebensart vermitteln. Das ist die zentrale Philosophie. Viele Gäste, die – teils aus Neugier, teils weil sie Spanien und seine Küche lieben – in die Tapas-Bar gekommen sind – haben schon erleben dürfen, dass die Umsetzung dieser Philosophie absolut gelungen ist.

Im Casa Conchita geht man mit der Zeit. Für Eilige gibt es auch „Tapas-to-go“. Natürlich eignen sich nicht alle Gerichte der Speisekarte für den Unterwegs-Verzehr, aber doch viele.

Der Genuss, die Art zu kochen – das genießt die Mannschaft täglich mittags  und nachts beim gemeinsamen Mahl. Das Team setzt seinen Gästen nichts vor, was es nicht selber essen würde. Kein Wunder, wenn da so mancher Gast z.B. von dem Gambas schwärmt: „Das sind die besten, die ich je gegessen habe.“

Foto: S. Droste
Foto: S. Droste

Im August findet das Innenstadtdinner im Meschede statt. Das Casa Conchita ist zum ersten Mal auch dort vertreten. Natürlich erst einmal eine logistische Herausforderung, der man sich aber gern stellt. Heinemann sieht dieses Event als „guten Hebel, um bekannter zu werden.“ Bei der Genuss-Arbeit, die in seinem Haus betrieben wird, wird das für das Casa-Conchita-Team ein Leichtes sein.

Bekannt ist das Paar Heinemann/Ortega den Meschedern allerdings schon länger. 2014/2015 waren sie das Schützenkönigspaar in Meschede-Nord. An ihre Amtszeit werden sich die Mescheder gern noch lange erinnern. An die köstlichen Datteln im Speckmantel, die es in ihrer Bar gibt, mindestens genau so lange.

Mehr über Kulinarisches in Meschede gibt es in der aktuellen Ausgabe des WOLL Magazines speziell für Meschede und Bestwig: www.woll-meschede-bestwig.de

Logo Casa Conchita Meschede

Winziger Platz 12
59872 Meschede

www.casa-conchita.de

Öfnungszeiten der Tapas-Bar:

Dienstag bis Sonntag 11:30 Uhr bis 14:30 Uhr und dann ab 17:00 Uhr. Montag Ruhetag.

Reservierung erwünscht: Telefon  0291-8935

Text: Christel Zidi