Pflegehilfsmittel

So viel verdienen Pflegekräfte
Auch aufgrund des demografischen Wandels wird Pflegeberufen in den kommenden Jahren eine noch größere Bedeutung zukommen. Immer wieder betonen Verantwortliche jedoch die Diskrepanz zwischen den hohen Anforderungen der beruflichen Aufgabenfelder und der eher geringen Vergütung, die damit Hand in Hand geht. Doch wie viel verdienen Pflegekräfte tatsächlich und welche Aussichten sind für die Zukunft zu erwarten?

Der praktische Aufgabenbereich
Auch im Sauerland werden immer wieder Stimmen aus der Pflegebranche laut, welche sich zu den Gehaltsverhältnissen äußern, die dort bis heute vorherrschen. Dennoch ist es nicht pauschal möglich, einen Richtwert für den Gehalt einer Pflegekraft auszugeben. Zunächst gibt es Kräfte, welche sich auf die Ausführung von pflegenden und rehabilitierenden Maßnahmen qualifiziert haben. Für die Ermittlung des durchschnittlichen Gehalts werden dagegen meist Fachkräfte herangezogen, die zudem therapeutische und medizinische Aufgaben übernehmen können. Dazu zählt beispielsweise das Verabreichen von Medikamenten oder das Wechseln von Binden. Ein fachgerechter Umgang mit einem Pflegehilfsmittel ist demnach ein ebenso wichtiger Bestandteil. In der Region ist es vor allem die Verbundkrankenpflegeschule St. Walburga Meschede, welche für die Ausbildung der jungen Fachkräfte verantwortlich ist.

Große geografische Unterschiede
In Nordrhein-Westfalen liegt die durchschnittliche Vergütung dieser Pflegeberufe bei etwa 2.000 Euro Bruttogehalt. Ermittelt wurde dieser Wert auf der Basis der 38-Stunden-Woche, welche für die Ausübung der Berufe typisch ist. Dies liegt nicht zuletzt an der hohen körperlichen und psychischen Belastung, welche eine noch längere Arbeitszeit pro Woche praktisch unmöglich macht. Gleichzeitig sind leider die geografischen Unterschiede im Gehaltsgefüge selbst in dieser so wichtigen Branche noch immer stark ausgeprägt. So verdienen gleichwertig ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger in Baden-Württemberg fast 450 Euro mehr pro Monat. In anderen Bundesländern, wie zum Beispiel Brandenburg, liegt das Durchschnittsgehalt derweil nur bei 1.800 Euro. Da es auf dieser Grundlage bereits sehr schwierig ist, noch eine Familie zu ernähren, gibt es zurecht von vielen Seiten Kritik an der gängigen Praxis.

Altenpfleger im Osten verdienen keine 2000 Euro
Doch worauf ist nun die geringe Vergütung der Berufe zurückzuführen? Schließlich verdienen Krankenpfleger im Krankenhaus häufig fast 30 Prozent mehr, obwohl im Grunde ähnliche Aufgaben übernommen werden. Häufig liegt es an der Tatsache, dass die Anstellung über private Pflegeheime erfolgt. Diese müssen auch die Gehälter der Mitarbeiter dazu nutzen, um möglichst effizient zu wirtschaften. Da auf der anderen Seite viele Pflegebedürftige oder ihre Angehörigen nicht dazu in der Lage sind, noch höhere Beiträge für die Betreuung zu entrichten, stößt die Finanzierung dort an ihre Grenzen. Entsprechend erscheint eine noch stärkere staatliche Unterstützung als die einzige Möglichkeit, um die Bedingungen zu verbessern. Dadurch wäre es sogleich möglich, die starken Unterschiede zwischen den Gehältern anzupassen und den aktuell unhaltbaren Zustand zu beseitigen.

Die weitere Entwicklung
Da in den kommenden Jahren von einer weiter steigenden Bedeutung der Pflegeberufe auszugehen ist, tritt die Anpassung der Gehälter noch mehr in den Vordergrund. Das Ziel der Verantwortlichen sollte es sein, die gängigen Gehaltsstufen an das Niveau in Baden-Württemberg anzupassen, wo Pflegekräfte im ganzen Land am meisten verdienen. Erst wenn es gelungen ist, diesen Schritt flächendeckend zu vollziehen, steigt auch die Attraktivität der Branche, die zusätzliche Anreize für junge Absolventen bietet. Dahinter verbirgt sich schließlich auch die Aufgabe, das zu erwartende Defizit an Fachkräften noch in den kommenden Jahren auszugleichen.