Faszination Bogensport im Sauerland

Mit Pfeil und Bogen durch das Schmallenberger Sauerland

Beim 3D Bogen-Parcous konnten die Teilnehmer des Wochenendseminares ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Schon vor Jahrtausenden wurden Pfeil und Bogen von den Menschen als Jagd- oder Kriegswaffe benutzt. Heute kommt der Bogen ausschließlich als Sportgerät beim Bogenschießen zum Einsatz und wird nur noch in wenigen Ländern bei der Bogenjagd verwendet. Der Bogensport erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit – denn viele wollen einmal in die Rollen von Robin Hood schlüpfen oder den Bogen so gekonnt beherrschen wie Katniss Everdeen in dem Film „Tribute von Panem“. Doch in der Region findet man kaum Angebote, um sein Geschick mit Pfeil und Bogen selbst einmal unter Beweis stellen zu können. Aus diesem Grund fand am vergangenen Wochenende zum ersten Mal ein Wochenendseminar zum Thema Bogenschießen in Schmallenberg-Ohlenbach statt. Geplant sind weitere Workshops.

Auf dem Gelände des Gasthof Braun fand zum ersten Mal ein Seminar zum Thema Bogensport statt.

Seminar zum Thema Bogensport 

Das Gelände des Gasthofs Braun in Schmallenberg-Ohlenbach wurde am vergangenen Wochenende zu einem Bogenschießen-Parcours umfunktioniert. Bei einem Wochenendworkshop erlebten sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie es ist, selbst einmal mit Pfeil und Bogen zu hantieren. Die Hälfte der Teilnehmer ist bereits seit längerer Zeit von dem doch eher untypischen Sport begeistert. Die anderen drei hielten zum ersten Mal einen Bogen in der Hand.

Los ging es am Freitagabend bei einem gemütlichen Kennenlernen und Abendessen im Gasthof Braun. Nach einem gemeinsamen Frühstück am Samstag wurden erst einmal theoretische Fragen geklärt. Norbert Meier aus Windeck im Rhein-Sieg Kreis, dreißigfacher Meister im Bogenschießen, gab sein Wissen an die neugierigen Teilnehmer weiter. Dabei erzählte er ein wenig über die Geschichte des Sports und dem Bogenschießen heute – das seit vielen Jahren auch eine olympische Disziplin ist.

Die Teilnehmer haben den Bogen raus

Ausgestattet mit Pfeil und Bogen ging es nach der Theorie zum praktischen Teil des Tages auf dem Gelände in Schmallenberg-Ohlenbach über. Nach einigen Startversuchen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann – im wahrsten Sinne des Wortes – den Bogen schnell raus. Zielsicher trafen die begeisterten Teilnehmer auf die Zielscheiben. Selbst strömender Regen konnte der Stimmung nichts anhaben. Leiter Norbert Meier half bei Haltungsfehlern und gab den Teilnehmern weitere Tipps und Tricks. Nach dem Training konnten die Teilnehmer den Abend gemütlich bei einem Bildervortrag über Kanada, unter der Leitung des Kanada- und Outdoor Experten Wolfgang Winterhoff, ausklingen lassen.

Leiter Norbert Meier zeigt den Hobbyschützen wie es geht: Vor allem auf die Körperhaltung kommt es an.

Mehr als nur Sport

Das Bogenschießen ist nicht ohne Grund eine olympische Disziplin, denn der Sport hat jede Menge Vorzüge „Man kann gleich mehrere Hobbies verbinden“, erzählt Norbert Meier. Denn neben dem Bogenschießen, kann man auch noch viel Zeit mit Freunden verbringen, wandern und die Natur erkunden. Das Zusammenspiel von Körperhaltung, Spannung und Bewegungsablauf fordert von den Teilnehmern viel Konzentration und innere Ruhe. Als einziger Sport – neben Golf oder Skispringen – fördert der Bogensport den gesamten Körper, Geist und Seele. Dabei werden die Bogenschützen ständig gefordert und müssen permanent ihre Leistung kontrollieren und verbessern.

Der 30-fache Deutsche Meister im Bogenschießen erklärt: „Bogenschießen ist wie alter Wein: Mit den Jahren wird man immer besser.“ Zwar punkten junge Leute mit ihrer Gelenkigkeit, die Erfahrung mit dem Bogen ist aber ein entscheidender Faktor um sicher zielen zu können. „Es geht um die immer gleich bleibenden Bewegungsabläufe“, erläutert Meier. Fingerspitzengefühl und Feinmotorik sind hier gefragt.

Wettkampf auf dem 3D Bogen-Parcours 

Am Sonntagmorgen konnten die Workshop-Teilnehmer ihr Können dann bei einem Wettkampf auf dem 3D-Bogen-Parcours unter Beweis stellen. Bei besserem Wetter schoss es sich gleich viel besser. Gezielt wurde auf 3D-Gummitiere, beispielsweise auf ein Wildschwein und einen täuschend echten Hirsch. Am Ende gab es eine Siegerehrung – wobei alle Teilnehmer letztlich als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgingen und einen Preis erhielten. Weitere Bogensport-Seminare sollen folgen.

Zielobjekt war ein lebensgroßer Gummi-Hirsch.
Am Ende gab es eine Siegerehrung.

Fotos: Stefanie Braun, Stefan Schmitz, Wolfgang Winterhoff