Vom Bahnfahren zum Radfahren

Museum in Eslohe präsentiert die Erfolgsgeschichte des SauerlandRadrings mit spannenden Exponaten

Seit zehn Jahren erfreut sich das Radfahren im Sauerland ausgesprochen großer Beliebtheit. Was früher aufgrund der zu überwältigenden Berge verpönt war, gilt heute als Ansporn für Radfahrer aus der Region und darüber hinaus. Mit der Eröffnung des SauerlandRadrings vor zehn Jahren hat sich die Infrastruktur für Radbegeisterte deutlich verbessert. Wo früher Güter- und Personenzüge fuhren, sieht man heute bunte Fahrräder, Mountainbikes und die immer populärer werdenden E-Bikes.

In der Ausstellung des DampfLandLeute Museums „Vom Bahnfahren zum Radfahren“ in Eslohe, lassen sich die Spuren der Umwandlung in der Region zurückverfolgen. Gleichzeitig sieht man spannende Ausblicke in die Zukunft der „Drehscheibe“ im Sauerland. Die Ausstellung zeichnet mit zahlreichen Bilder, Karten, Fakten, Dokumenten und Presseberichten die kurze, aber zugleich eindrucksvolle Geschichte des SauerlandRadrings nach. Zusätzlich werden historische und neue Fahrräder, Kunstobjekte rund um das Rad und weitere spannende Exponate in Eslohe präsentiert.

Die Ausstellung im Esloher Museum zeigt die Erfolgsgeschichte des Sauerland Radrings.

Radringfest und Ausstellung für Radfahrer

Das 10-jährige Jubiläum des SauerlandRadrings ist am 19. Mai eindrucksvoll im Schloss Bamenohl und anschließend in der Players Lounge in Finnentrop gefeiert worden. Doch der Arbeitskreis des SauerlandRadrings wollte über die Jubiläumsfeier hinaus auch der Bevölkerung und den Fahrradfahrern in der Region etwas bieten. Neben einem Radringfest auf dem Museumsgelände am 18. Juni, kam zusätzlich die Idee auf, eine Ausstellung über die Geschichte sowie die Zukunft des Radfahrens im Sauerland zu erstellen.

Franz-Josef Keite, Gründungsmitglied des Arbeitskreises SauerlandRadring, hat die Ausstellung mit viel Liebe zum Detail zusammengetragen. Am Eröffnungstag der Ausstellung „Vom Bahnfahren zum Radfahren“ war die positive Resonanz von allen Besucherinnen und Besuchern riesig. „Es war eine Menge Arbeit die Ausstellung zusammenzustellen“, erzählt Keite. Seit Mitte Dezember 2016 habe er rund ein halbes Jahr versucht, alle Informationen und Ausstellungsstücke zusammenzusuchen.

 

Selbst kreierte Nachbauten

Alleine vier Tafeln mit Pressemitteilungen rund um das Radfahren im Sauerland verdeutlichen: Das Interesse an dem SauerlandRadring ist riesig und das Angebot wird stetig verbessert. Um in der Ausstellung auch interessante Exponate zu zeigen, ging Franz-Josef Keite auf die Suche nach Ausstellungsmodellen. Zwei der Musterexponate sind aus dem eigenen Bestand des DampfLandLeute Museums in Eslohe. Der Bike- Shop Clemens aus Lennestadt- Borghausen stellte darüber hinaus drei weitere Modelle für die Ausstellung zur Verfügung.

Es ist gar nicht so einfach auf das Hochrad aus den 1870er Jahren zu steigen.

Die restlichen Exponate sind eigens von Siegfried Deventer aus Arnsberg-Rumbeck, der ebenfalls Mitglied im Museumsverein ist, in mühevoller Kleinarbeit nachgebaut worden. Aus alten Fahrradteilen hat er beispielsweise ein italienisches Fahrrad nachgebaut, das man früher in Italien gratis bei Bus- und Bahnfahrten mitnehmen durfte, weil es so klein und handlich war. Seine Frau Christel Deventer entwarf verschiedene Kunstwerke aus Fahrradteilen, die ebenfalls in der Esloher Ausstellung zu bewundern sind.
Besonders spannend: Auch zwei Nachbauten der berühmten Laufmaschine „Draisine“, die vor 200 Jahren von Carl Freiherr von Drais erfunden worden ist, sind in Eslohe zu sehen. Eines davon hat die Einrichtung NAA „Neue Arbeit Arnsberg“ entsprechend alten Plänen nachgebaut und für die Ausstellung als Leihgabe überlassen.

Was viele nicht wissen: Opel baute früher auch Fahrräder, Kinderwagen und mehr. Ein Fahrrad lässt sich im Museum Eslohe finden. Der nachträglich angebaute Diesel-Hilfsmotor ist ein Relikt aus der Nachkriegszeit von 1949.

Verschiedene Ausstellungsorte

Die interkommunale Zusammenarbeit der Gemeinden Finnentrop, Eslohe sowie den Städten Meschede, Schmallenberg und Lennestadt, macht sich nicht nur in der gesamten Geschichte des SauerlandRadrings bemerkbar, sondern findet auch in der Ausstellung ihren Ausdruck.

Besucherinnen und Besucher können die Geschichte des SauerlandRadrings nicht nur bis Ende August im Museum in Eslohe begutachten, danach zieht die Ausstellung weiter in das Besucherbergwerk Bestwig-Ramsbeck, wo sie vom 2. September bis 15. Oktober 2017 zu sehen sein wird. Anschließend geht es weiter vom 19. Oktober bis 5. November in das Rathaus in Finnentrop. Die letzte Station wird vom 19. November bis 3. Dezember der Kulturbahnhof Grevenbrück sein.

Christel Deventer entwarf verschiedene Kunstwerke aus alten Fahrradteilen.

Infos

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. August im DampfLandLeute-MUSEUM ESLOHE zu sehen. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 10 bis 16 Uhr. Besondere Termine bitte unter Tel.02973/6950 erfragen.

DampfLandLeute Museum Eslohe
Homertstraße 27
59889 Eslohe
+49 (0) 2973 2455
+49 (0) 2973 800-220
www.museum-eslohe.de