Die Spekulationen sind beendet, die Pläne veröffentlicht: Das Klinikum Arnsberg und das St. Walburga-Krankenhaus in Meschede wollen ihre bisherige Zusammenarbeit intensivieren und streben eine Fusion an. Die soll Anfang Oktober in trockenen Tüchern sein. Mit diesem Schritt sollen die Standorte gesichert und die Versorgungsangebote ausgebaut werden. „Nur mit diesem Schritt können wir die Herausforderung für die Krankenhausversorgung im HSK sichern“, sagte Werner Kemper, der Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums, am Mittwoch bei der Vorstellung der Pläne. Die sehen unter anderem vor, dass Meschede als vollwertiger Krankenhausstandort erhalten bleibt und gestärkt wird. Über eine Fortführung des Walburga-Krankenhaus als Portalkrankenhaus habe man nie diskutiert, erklärte Kemper. „Für die Patienten bedeutet die Fusion eine deutliche Qualitätssteigerung“, meinte Hartmut Hagmann, der Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, der Trägerin des Walburga-Krankenhauses. „Es ist ein Weg der Stärke und des Wachstums.“

Die Planung beinhaltet den Auf- bzw. Ausbau von 12 Schwerpunktzentren an vier Standorten. Die Zielplanung sieht für Meschede drei, für die drei Arnsberger Krankenhäuser St. Johannes, Marien- und Karolinenhospital neun Schwerpunktzentren vor. Ein bedeutender Schwerpunkt soll die Traumatologie werden. „Es besteht ein großer Bedarf, einen Traumaverbund zu schaffen“, so Kemper. „4100 Not- und Unfallpatienten verlassen den HSK zur Therapie. Künftig sollen die bei uns therapiert werden.“ Überhaupt will man die sogenannte „Abwanderungsquote“ durch die Fusion verringern. Sie soll von derzeit 24 auf unter 15 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig sollen durch die Bündelung von Zentren, die damit verbundene Spezialisierung und die Qualitäts-Steigerung attraktive Arbeitsplätze geschaffen werden. „Dadurch können wir einen Beitrag zur Gewinnung von Fachkräften leisten“, so Volker Koch, der Geschäftsführer des Klinikums Arnsberg.

Die künftige Gesellschaft sieht einen Personalbestand von 2250 Beschäftigten vor, 1750 in Arnsberg, rund 500 in Meschede. „Die Arbeitsplätze sollen umfänglich erhalten bleiben“, sagte Kemper weiter. „Es wurde nie über Personalabbau gesprochen.“ Insgesamt sind 927 Planbetten vorgesehen, 701 in Arnsberg, 226 in Meschede. Die Zahl der stationär versorgten Patienten wird auf jährlich 30.000 in den Arnsberger Krankenhäusern und 11.000 in Meschede taxiert.

Die Belegschaften in Meschede und Arnsberg waren vor der Veröffentlichung über die Pläne informiert worden. „Die Mitarbeiter unterstützen uns und gehen den Weg mit“, sagte Hagmann. „Wir haben Erleichterung und Freude gespürt.“

Die Konzepte zur Fusion liegen zur Prüfung vor. Die Aufnahme der neuen gemeinsamen Gesellschaft in den Krankenhausplan NRW ist beantragt. Anfang Oktober, so hofft man, soll alles „finalisiert“ werden, dann könnte die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2017 gelten. Träger der neuen Gesellschaft sind die Stiftung Carolinen-Hospital Hüsten, die St. Johannes- und Maria-Stiftung sowie die Alexianer Misericordia GmbH. Der Name des Klinikums steht noch nicht fest. „Er soll sich aber abheben und was Neues darstellen“ sagte Kemper.