Von Helena Titz

„Das sind wir – familiär und weltoffen.“ – So stellt sich die Grundschule in Gleidorf vor. Sie verbirgt sich hinter dem offiziellen Wortungetüm „Gemeinschaftsteilstandort Gleidorf der Kath. Grundschule Schmallenberg“. Was passiert eigentlich hinter den Wänden dieser Bildungsstätte? Unweit der Herz-Jesu-Kirche gelegen, an der Ecke Kirchstraße/Schulstraße, beeindruckt die Schule durch ihre offene Architektur. Auf den Besucher wirkt sie einladend und freundlich. Hier fühlt man sich sofort wohl, besonders dann, wenn fröhliches Kinderlachen erklingt.

Mit einer wunderschönen Aktion hat die Schule in Gleidorf auf sich aufmerksam gemacht: In einem Unterrichtsprojekt zu Beginn des Jahres haben sich die Kinder der dritten Klasse auf „Schule wie zu Omas Zeiten“ eingelassen und diese Zeit mit allen Sinnen intensiv erlebt.

Mit einer wunderschönen Aktion hat die Schule in Gleidorf auf sich aufmerksam gemacht: In einem Unterrichtsprojekt zu Beginn des Jahres haben sich die Kinder der dritten Klasse auf „Schule wie zu Omas Zeiten“ eingelassen und diese Zeit mit allen Sinnen intensiv erlebt. Auf ihrer Zeitreise begleitet wurden sie von der Klassenlehrerin Marion Richart-Willmes sowie der Lehramtsanwärterin Liv Köster (27). Sie hat gemeinsam mit den 15 Kindern der Klasse Fragen ausgearbeitet, die die Kinder dann ihren Eltern und (Ur-)Großeltern gestellt haben, um aus erster Hand zu erfahren, wie es früher in der Schule zuging. Marion Richart-Willmes, die die Geschicke der Gleidorfer Schule lenkt, ist begeistert darüber, wie gut sich alle Kinder eingebracht haben. Aber nicht nur die Kinder: Auch ihren Eltern und Großeltern gefiel die Idee so sehr, dass sie kurzerhand Kleidungsstücke aus ihrer Kindheitszeit zur Verfügung stellten und sich zusammen mit dem Museum in Holthausen um die passenden Möbel kümmerten. Die noch fehlende Bekleidung sowie weiteres Mobiliar und Accessoires stellte der Theaterverein Aurora Fleckenberg großzügig zur Verfügung. Und so konnten sich die Kinder auf alten Holzbänken nach den damals üblichen strengen Regeln in die Zeit ihrer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern zurückversetzen.

Im schuleigenen Garten, in dem sogar ein Bienensichtkasten mit Bienenvolk Platz gefunden hat, pflanzen die Kinder Gemüse und Kräuter an, die sie selbst ernten, verarbeiten und kosten dürfen.

Das gemeinschaftliche und familiäre Klima der Grundschule Gleidorf zeigt sich nicht nur bei derartigen Projekten, sondern auch im Gespräch mit dem Kollegium, das aus insgesamt fünf Lehrkräften besteht. Dirk Jung (63) ist der Senior. Er hat schon an vielen Schulen unterrichtet und ist nun kurz vor seiner Pensionierung hier tätig. Die Grundschule in Gleidorf bezeichnet er als Krönung seiner Laufbahn, was ihn wohl auch dazu brachte, den wohlverdienten Ruhestand um einige Monate zu verschieben, um weiter unterrichten zu können.

Was bietet die Schule?
Im schuleigenen Garten, in dem sogar ein Bienensichtkasten mit Bienenvolk Platz gefunden hat, pflanzen die Kinder Gemüse und Kräuter an, die sie selbst ernten, verarbeiten und kosten dürfen. Daran werden sie sich als Erwachsene noch gerne erinnern. Im Schulleben fest verankerte Ausflüge führen ringsum in die Natur und zu den lokalen und regionalen Highlights, vom Feuerwehrhaus in Gleidorf über den Flugplatz Rennefeld bis zur Burg Altena und dem Kölner Dom. Und überall gilt die Devise: Lernen mit Kopf, Herz und Hand!

Drei Generationen aus Gleidorf: Sandra Pieper (34) mit ihrer Mutter Ulrike Kling (55) und ihrer Tochter Sophie. Neben ihnen drücken Oliver Wahl (41) und sein Sohn Elias aus Holthausen-Huxel die Schulbank. Alle gingen bzw. gehen in Gleidorf zur Schule.