Von Lisa Mörchen

Bunt beleuchtete Stände, Reibekuchen und Glühwein, dazu weihnachtliche Musik und mit etwas Glück die ersten Schneeflocken – nach und nach eröffnen die Weihnachtsmärkte in Städten und Dörfern. Auf einigen davon sind Handleser und Perlenweberinnen, Steinmetze und Schmiede, Korbflechter und Quacksalber zu sehen – mittelalterliche Weihnachtsmärkte nehmen Besucher mit auf eine Zeitreise zurück ins 11. Jahrhundert und lassen längst vergessene Handwerke und Fertigkeiten wieder aufleben.

paul-kra%cc%88chterNicht nur die angebotene Ware und dargestellten Handwerke sind anders, erklärt Paul Krächter aus Bad Fredeburg: „Die Marktleute tragen Gewandung und sprechen altertümlich. Außerdem sind die Marktstände aus Holzrahmen, die mit Zeltstoffen bespannt sind. Kunststoffplanen sind nicht erlaubt.“ Auch Handys, Armbanduhren, Heizkörper oder sichtbare Elektronik sind nicht gern gesehen. Das hat es schließlich damals alles nicht gegeben.

Paul Krächter ist seit 25 Jahren mit seinem selbstgebauten Marktstand unterwegs und erklärt: „Ich zeige das historische Handwerk der Zunderschwammherstellung, den Beruf des Schwammklöppers und wie der Zunder für das mittelalterliche Feuerzeug hergestellt wird. Außerdem erzähle ich die Geschichte der Feuerzeuge, von der Steinzeit bis hin zu ersten Streichhölzern, sowie die Handhabung des eisenzeitlichen Feuerzeuges und führe sie vor.“

Ein richtig guter Mittelaltermarkt sollte viel Abwechslung zu bieten haben findet Paul. Er erklärt: „Für mich spielt vor allem das Unterhaltungsprogramm eine große Rolle. Es sollte viele darbietende Künstler, wie Narren, Gaukler und Feuerspucker geben, Tanzvorführungen und auch die mittelalterliche Musik darf nicht fehlen.“ Der Sauerländer ergänzt: „Zudem sollten viele verschiedene Stände und Handwerke vertreten sein und die Besucher sollten vieles selbst ausprobieren können, so wie bei uns “. Als vorführender Handwerker bezieht Paul das Publikum mit ein und unter seiner Anleitung können Groß und Klein alles ausprobieren.ware-am-stand-von-paul-kra%cc%88chter

Da elektronisches Licht nicht erlaubt ist, erhellen Fackeln, Öllampen, Kerzen und Feuerkörbe Stände und Markt. Speis und Trank gehören aber auch bei mittelalterlichen Weihnachtsmärkten zum festen Programm. Es wird Met und Beerenwein in der Weintaverne ausgeschenkt, Bier in Trinkhörnern serviert und als Speisen werden unter anderem Suppen in Brottöpfen, leckere Fladen und Bratenspieße angeboten.

Ob mittelalterlich oder traditionell, Glühwein oder Met – Weihnachtsmärkte gehören zur Adventszeit einfach dazu. Noch ein kleiner Tipp vom Experten Paul Krächter: Mittelalterliche Kleidung ist für die Besucher zwar nicht Pflicht, könnte aber bei manchen Märkten eine Ermäßigung beim Eintritt ermöglichen.

Mehr Informationen zu Paul Krächter unter: www.historische-feuerzeuge.de

Mittelalterliche Weihnachtsmärkte 2016:

Winter-Spektakulum Burg Altena: Freitag, 25.11.2016 bis Sonntag, 27.11.2016, mehr Informationen unter: www.altena.de

Kreuztal Weihnacht, Lichterglanz im Park: Donnerstag, 01.12. bis Sonntag, 04.12.2016, mehr Informationen unter: www.weihnachtsmarkt-kreuztal.de

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt Siegburg: 26.11.2016 bis 22.12.2016, mehr Informationen unter: www.mittelalterlicher-markt-siegburg.de

Bad Berleburger WeihnachtsZeitreise: Freitag, 09.12.2016 bis Sonntag, 11.12.2016, mehr Informationen unter: www.weihnachtszeitreise.com

Mittelalterlicher Lichter Weihnachtsmarkt Dortmund: ab dem 24.11.2016 bis zum 01.01.2017, immer donnerstags bis sonntags, mehr Informationen unter: www.spectaculum.de