Von Carina Middel

Hier liegt Musikgeschichte in der Luft. An den Wänden die Fotos prominenter Musiker – Johnny Cash, Dolly Parton, Wolfgang Petry –, goldene Platten und Preise, Geschenke aus vielen Jahrzehnten einer erfolgreichen Musikerkarriere, der rote Teppich, die Instrumente, die Studiotechnik – passender könnte das Ambiente nicht sein: In den Räumen des Tonstudios der Schmallenberger Country-Legende ist im September nun die Tom Astor Musikschule an den Start gegangen. Am Tag der offenen Tür stieß das Angebot auf sichtliches Interesse. Immer wieder traten Neugierige ins frisch renovierte Studio in der Schmallenberger Bahnhofstraße 44: Eltern, Kinder, Musiker, auf der Suche nach einem neuen Lehrer, nutzten Chance, die neue Schule und ihr Team kennenzulernen.

„Die Idee, eine Musikschule zu gründen, hatte ich schon lange“, erinnert sich Tom Astor. „Den Anstoß zur Umsetzung gab dann meine Tochter Agnetha.“ Der Schwerpunkt der Musikschule soll auf Rock- und Popmusik liegen: Gitarre und Bass, Schlagzeug, Keyboard und Gesang werden unterrichtet. „Wir wollen den Leuten hier eine Atmosphäre bieten, in der sie sich wohl fühlen, in der sie ihren individuellen Musikgeschmack entfalten und vor allem gemeinsam Musik machen können“, beschreibt Agnetha das Konzept. Die Schüler sollen nach dem Unterricht nicht allein gelassen werden, sondern in den Studioräumen die Möglichkeit haben, sich zu begegnen und zusammen zu musizieren. Entsprechend wird es Angebote speziell für Bands geben.

Foto: Ralf Litera
Foto: Ralf Litera

Christoph Eversberg, der an der Rock-Pop-Jazz-Akademie Mittelhessen studiert hat, unterrichtet Gitarre, Keyboard und Gesang. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen zeigt er am Tag der offenen Tür jungen Musikern erste Gitarrengriffe und beantwortet Eltern und erwachsenen Interessenten fachkundig Fragen zu Unterrichtsinhalten und Instrumenten. Nebenan basteln Kids Rhythmusinstrumente aus leeren Plastikflaschen und buntem Papier, aus Hirse und getrockneten Linsen, während Michael Hirte – seit der Castingshow „Das Supertalent“ als Mann an der Mundharmonika bekannt – Einblick in sein Können gibt: Auf Wunsch einer kleinen Besucherin schallt der Pippi-Langstrumpf-Titelsong durch die Räume. Am Ende des Studios übt sich unterdessen ein Junge unter Anleitung von Thomas Vollmer am Schlagzeug. Thomas, gebürtiger Cobbenroder, hat sein Studium am Drummers Institut in Düsseldorf absolviert und wirkt nun als Schlagzeuglehrer in der neu gegründeten Musikschule mit.

Das Angebot der Schule geht über den regulären Unterricht aber beträchtlich hinaus. „Ich kenne viele tolle Kollegen, die hier Workshops und Angebote einbringen können“, so Tom Astor. Auch die eigene Erfahrung will er vermitteln: „Der Musikunterricht in Deutschland vernachlässigt völlig das Musikbusiness, das sich in den letzten Jahren ja enorm gewandelt hat.“ Gut kann sich der Profimusiker vorstellen, hier einen Einblick zu geben. Auch im Jazz-Bereich wünscht er sich in Zukunft Veranstaltungen in seiner Musikschule. „Das setzt aber ein gewisses Können voraus.“ Ehefrau Margareta Bräutigam, Expertin für Veranstaltungsmanagement, plant Einführungskurse im Veranstaltungsbusiness.

Ein erster Workshop ist bereits fest terminiert: Vom 10. bis 13. April 2017 wird Olli Nohl, seit vielen Jahren Toningenieur des Tom-Astor-Teams, einen Tontechnik-Grundkurs anbieten, bei dem er sein Wissen im Rahmen verschiedener Module an den Nachwuchs und an Interessierte weitergeben möchte. Herzlich willkommen sind alle, die Lust haben – vom Neueinsteiger bis zum Bigbandleiter. „Mein Workshop richtet sich sowohl an Musiker als auch an Techniker, zum Beispiel von Bands“, erklärt Olli. „Es geht mir darum, ein Grundverständnis für Tontechnik zu vermitteln und die Barrieren zwischen Künstler und Techniker abzubauen.“ Neben Theorie soll auch die Praxis nicht zu kurz kommen. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Spaß an der Sache. – Aber das versteht sich in der Tom Astor Musikschule von selbst.

Weitere Infos und Kontakt: www.tomastor-musikschule.de