Adolfo, Austauschschüler aus Chile: „Brilon ist eine wunderbare Stadt“

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch empfängt Austauschschüler aus Chile und Gasteltern

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Austauschschüler Adolfo und die Gasteltern Jan und Benita Scholz (von links) nach dem Begrüßungsgespräch auf der Briloner Rathaustreppe. Foto und Text: Jörg Schlüter

Schüchtern, lächelnd und etwas nervös steht er in der Tür des Bürgermeisters. Flankiert von seinen Gasteltern Benita und Jan Scholz ist der 17jährige Adolfo Shariff Manzur Schulz zu einem Begrüßungsgespräch bei Dr. Christof Bartsch geladen.

„Wir wollten gerne einem jungen Mann die Möglichkeit geben die deutsche Kultur kennenzulernen – das war eine gut durchdachte und einstimmige Familienentscheidung“

Bereits im August dieses Jahres kam der Schüler aus Chile nach Deutschland, wo er zuerst drei Wochen in Bochum lebte und dann ab September in Brilon bei Familie Scholz für ein Jahr sein neues Zuhause fand. Die Organisation „YFU – Youth for Understanding“ kümmert sich seit 1957 um internationalen Jugendaustausch und ist ständiger Ansprechpartner sowohl für den sympathischen Schüler, als auch für die engagierten Gasteltern. „Interkulturelle Bildung, Demokratieerziehung und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung gehören zu den Hauptinteressen von YFU, wir haben uns schon lange mit dem Thema in unserer Familie beschäftigt“, berichtet die Gastmutter Benita Scholz. Sie und ihr Mann Jan haben gemeinsamen mit ihren Kindern Hauke (19) und Mailin (20) diese Entscheidung gefällt. „Wir wollten gerne einem jungen Mann die Möglichkeit geben die deutsche Kultur kennenzulernen – das war eine gut durchdachte und einstimmige Familienentscheidung“, so der Gastvater Jan Scholz. Und dass sich Adolfo bei den Scholzes wohl fühlt, betont der junge Mann mehrfach. Besonders mit dem fast gleichaltrigen Gastbruder Hauke verbringt er viel Zeit und freut sich zum Beispiel auf das traditionelle Weihnachtsfest mit Familie Scholz, inkl. Kirchgang und Entenbraten.

„Außer dass wir in Chile die Türen immer geöffnet lassen und das Besteck spiegelverkehrt benutzen, fühle ich mich in Brilon schon sehr wohl“

Adolfo ist gebürtig aus der Stadt Coyhaique, einer Stadt im Süden Chiles mit 50.000 Einwohnern. Dort hat er eine Privatschule besucht, geht hier zum Briloner Gymnasium und träumt nach seinem Deutschlandbesuch von einem Medizinstudium. „Bis Weihnachten verständigen wir uns in der Familie Scholz noch auf Deutsch und Englisch, danach versuche ich nur Deutsch zu sprechen“, so berichtet der Chilene über den Masterplan, den er gemeinsam mit seiner Gastfamilie aufgestellt hat. Einen kulturellen Schock habe er nicht bekommen – im Gegenteil. „Außer dass wir in Chile die Türen immer geöffnet lassen und das Besteck spiegelverkehrt benutzen, fühle ich mich in Brilon schon sehr wohl“, so der 17jährige, der erst im Juli 2017 wieder nach Chile reist. In dieser Zeit hat er auch wenig Kontakt nach Hause – so die Wunschvorgaben der Austauaschorganisation.

„Alles perfekt … aber in Brilon fehlt ein Kino“

Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch nimmt sich viel Zeit für den Jugendlichen und überreicht ihm während des Gesprächs einige nützliche Dinge für den Aufenthalt in der Hansestadt. Neben Gutscheinen für das Museum, die Stadtbücherei und Veranstaltungen von BWT-Brilon Kultour bekommt er auch Freikarten für das Hallenbad und viele Informationen über Brilon und Umgebung. Auf die Frage, was ihm aktuell noch in Brilon fehle, antwortet Adolfo spontan: „Ein Kino wäre nicht schlecht“.

Nach einem gemeinsamen Foto auf der Rathaustreppe und guten Wünschen verabschiedet sich der Chilene in seiner Muttersprache mit den Worten:

„Brilon es una ciudad maravillosa – Brilon ist eine wunderbare Stadt!“