Seit 27 Jahren ruft Dr. Silvius Wodarz den Baum des Jahres aus. Doch die häufigste Baumart Deutschlands – die Fichte – war bisher nicht dabei. Warum das Kuratorium Baum des Jahres um diese Nadelbaumart einen Bogen schlug hat Gründe: Die Fichte polarisiert. Für die einen ist sie der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft, für die anderen der Inbegriff naturferner Monokulturen.

Die Fichte ist der Symbolbaum für gelungene Wiederbewaldung in Deutschland

Holznot im 18. und 19. Jahrhundert oder Reparationshiebe nach dem 2. Weltkrieg machten die Baumart in der Forstwirtschaft viele Jahre unersetzlich. Reine Fichtenwirtschaft zeichnet sich durch gute Holzerträge aus, jedoch ist das Risiko große Teile eines Bestandes durch Sturm oder Forstschädlinge zu verlieren besonders hoch. Ökologische Folgen von Fichtenreinbeständen sind Versauerung und Nährstoffverluste des Waldbodens. Kyrill hat uns vor 10 Jahren schmerzvoll vor Augen geführt, dass das Verlustrisiko tatsächlich extrem hoch ist.

Wie sollte es mit der Fichte bei uns im Sauerland weitergehen?

Was viele Naturschützer nicht wahr haben wollen – Pollenanalysen in den Mooren auf der Hunau haben bewiesen, dass die Fichte in den Hochlagen des Sauerlandes schon seit Jahrhunderten eine heimische Baumart ist. Auch wenn sie mit den im Klimawandel prognostizierten und in den letzten Jahren hier auch konkret erlebten Trockenperioden schlechter zurechtkommt als andere Baumarten, wird sie in weiten Teilen des Sauerlandes aufgrund der weiterhin hohen Niederschläge ihre Berechtigung behalten. Hans von der Goltz, Leiter des Forstamtes Oberes Sauerland in Schmallenberg empfiehlt den heimischen Waldeigentümern folgendes zur Risikovorsorge: „Wir wollen weiter mit der Fichte wirtschaften. Wir müssen in den nächsten Jahrzehnten aber dafür sorgen, dass die Fichte gegenüber den häufigeren Stürmen standfester wird, als in den bisherigen gleichalterigen Monokulturen. Das gelingt nur, wenn wir sie mit anderen Laub- oder Nadelbaumarten mischen. Je ungleichförmiger der Wald ist, desto stabiler ist er. Gleichzeitig verhindert die Mischung auch die Versauerung des Bodens und den einseitigen Nährstoffentzug durch die Fichte.“fichte-mit-naturverju%cc%88ngung

Wenn Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich gern an Ihr regional zuständiges Forstamt Oberes Sauerland (Tel.: 02972 9702-0, Mail: oberes-sauerland@wald-und-holz.nrw.de)

Verfasser:
Hans von der Goltz

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