Wenn die rauen Winde wehen

Windräder im Sauerland Kein Gast will so etwas

Hotel Rimberg bei Bad Fredeburg Foto: Heidi Bücker

Hotelier Alfons Schnieder betreibt neben dem wegen seiner exponierten, einzigartigen Lage gerühmten Hotel Rimberg am Fuße der Hunau das ebenso bekannte Wellnesshotel Jammertal Resort in Datteln-Ahsen. Seit der Übernahme des Hotels Rimberg engagiert sich Alfons Schnieder sehr stark gegen die Errichtung von großen Windrädern im näheren und weiteren Blickfeld des Hotels.

Hotelier Alfons Schnieder
Hotelier Alfons Schnieder

Alfons Schnieder: „Ein Industriegebiet mit zehn sich permanent drehenden 200 Meter hohen Windrädern hat keiner gerne vor seinem Balkon. Und wenn es ein Ferien- und Wellnesshotel ist, so bedeutet dies das Aus. Kein Gast will so etwas. Wir haben tausende Unterschriften gesammelt und wir haben den Verein Rimberg e. V. gegründet. Der steht für Natur und Tourismus.

Wir arbeiten eng mit dem Naturschutzverein Schmallenberg e. V. zusammen und stimmen uns mit ihm im planungsrechtlichen Vorgehen ab. Es ist aus meiner Sicht undenkbar, dass das Hochsauerland zum Windindustriegebiet wird. Jedenfalls sehen das die Vorgaben und Planungen der Behörden so vor. Nicht nachvollziehbar ist, dass uns das als ‚alternativlos‘ von der Politik verkauft wird.

Hotel Rimberg - in der Nähe von Bad Fredeburg Foto: Ralf Litera
Hotel Rimberg – in der Nähe von Bad Fredeburg
Foto: Ralf Litera

Das Hochsauerland ist das führende Feriengebiet in NRW und Hunderte von Windrädern sollen auf den höchsten Kuppen gebaut werden? Ja, geht’s noch? Welcher Tourist soll das toll finden? Ich frage mich: Wie hoch werden die Rückgänge im Tourismus sein? Und das trifft dann jeden. Nicht nur die Hotels und Gasthöfe. Im Übrigen ist es für die Errichtung von Windrädern anscheinend völlig problemlos, Hunderte von Hektar Wald zu roden. Dagegen darf kein Bürger im Wald etwas bauen. Das steht unter Strafe. Ich meine: Windparks kann man nicht mit der Gießkanne nach einem sozialistischen Gleichheitsprinzip verteilen. Sie müssen dorthin, wo die Infrastruktur und die Natur keinen oder wenig Schaden nimmt. Diese Differenzierung fehlt im Regionalplan von Nordrhein-Westfalen.“

Beitrag aus dem WOLL-Magazin Schmallenberg/Eslohe – Herbst 2016