„Anders“ ist dieses Konzert deshalb, weil sich die beteiligten Sängerinnen und Sänger nur 48 Stunden vorher treffen, um die Gesänge für das Konzert einzuüben. Viele der teilnehmenden Sänger sind schon seit Jahren mit Begeisterung dabei, was nicht zuletzt auch an der kompetenten musikalischen Leitung von Ralf Blasi und seiner humorvollen Art liegt.

Ralf Blasi ist Kirchenmusiker in Coesfeld und hat während eines Auslandsjahres als Organ Scholar an der Ka-thedrale in Gloucester (GB) profunde Kenntnisse in Methoden und Werken der anglikanischen Chortradition erworben. Auf dem Konzertprogramm stehen Gesänge von Purcell, Mendelssohn, Duruflé, Rutter, Gradiner u.a..

Dabei wird auch die neue, erst vor kurzem eingeweihte Abteiorgel gebührend zur Geltung kommen. Ulrich Prenger, Musiklehrer am Gymnasium der Benediktiner und Organist, wird den Chor an der Orgel begleiten und zudem das Programm mit Stücken von Bach, Reger u.a. ergänzen.

Der Eintritt ist frei. Stattdessen wird um eine Spende für die neue Abteiorgel gebeten.

Anmerkung zu den Orgelwerken

Die Provenienz des Praeludium in g ist nicht abschließend geklärt. In den 1960er Jahren wurde es von Martin Geck Nicolaus Bruhns zugeschrieben, aktuellere Erkenntnisse legen auch einer Autorschaft von Arnold Matthias Brunckhorst nahe. In jedem Fall weist das Werk typische Merkmale des norddeutschen Orgelbarock auf, wie z.B. motivisches und imitatorisches Laufwerk in den Manualen sowie ausgedehnte Pedalsoli. Der erste Teil endet mit einem kurzen, mit Adagio überschriebenen Abschnitt, dem eine tänzerische Fuge folgt. Gerade diese starke Trennung von Praeludium und Fuge, wie wir sie später v.a. bei Johann Sebastian Bach finden, spricht gegen eine Autorschaft von Bruhns, da sich in seinen übrigen Praeludien fugierte Passagen mit anderen Formen im sogenannten „stylus phantasticus“ durchdringen.

Die g-Moll-Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach, aus der hier der 1. Satz erklingt, entstand 1755 und scheint primär für die Orgel komponiert worden zu sein. Das durch markante Akkordschläge geprägte Thema entfaltet gleich zu Beginn einen energetischen Drang, der nach einer eindrucksvollen Generalpause durch eine sich an-schließende figurierte Echo-Passage aufgefangen wird. In der Folge durchdringen sich zurückweisende barocke Techniken mit zeitgemäßen Elementen des galanten Stils. Dabei unterstützen nicht zuletzt die zahlreichen forte-piano-Wechsel den verspielten Grundgestus. Die Reprise mündet schließlich in rasante Sechzehnteltriolen, wel-che in den Schlusstakten von einer durch Vorhalte geprägten Achtelkette mit abschließendem Arpeggio abge-rundet werden.

Die Toccata in G-Dur von Théodore Dubois entspricht der gängigen Konzeption französischer Toccaten dieser Zeit. Eine fast durchgängige Sechzehntelbewegung in der rechten Hand erhält ihr harmonisches Fundament durch die stützende Achtelbewegung in der linken Hand. Das Pedal hat eine untergeordnete Rolle und steuert lediglich einzelne Grundtöne oder Orgelpunkte bei. Im Mittelteil erklingt eine choralhafte Melodie, welche zu-nehmend in einen Dialog mit der Sechzehntelbewegung tritt. Schließlich mündet dieser Teil wieder in das An-fangsthema. Die feierliche Coda greift dann das Kopfmotiv des Chorals wieder auf und mündet in einer breit angelegten Schlusskadenz in der Neunstimmigkeit.

Passend zum Reger-Jahr (100. Todestag) erklingt mit dem „Te Deum“ aus op. 59 ein Werk, das sich bereits zu seiner Entstehungszeit äußerster Beliebtheit erfreute. Der einstimmigen Intonation des gregorianischen „Te De-um laudamus“ antwortet der Komponist sogleich mit wuchtigen und harmonisch kühnen Akkordverbindungen, wobei der cantus firmus im Pedal erklingt. Die für Reger so grundlegende chromatische Arbeit durchzieht das ganze Werk. Eine cantilenenhafte Melodie dient im Mittelteil als Ausgangspunkt für einen ruhigeren, fugierten Abschnitt, der sich harmonisch sukzessive verdichtet. Den Abschluss bildet dann eine eindrucksvolle Crescendo-Fuge über das gregorianische Ausgangsmotiv, welches sich beginnend im Bass mit jedem neuen Themeneinsatz nach oben schwingt und schließlich im sechsstimmigen Schlussteil im Diskant erklingt.

(Ulrich Prenger)

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