Winterberg. In wenigen Wochen ist Winterberg gleich um zwei Buslinien reicher. Der neue Bürger- bus nimmt ab Oktober sowohl in der Kernstadt Winterberg als auch in den Höhendörfern Neuastenberg, Langewiese/Hoheleye und Mollseifen seinen Fahrdienst auf. Die RLG stellt dafür den bereits in Winterberg etablierten „Win-Bus“ mit acht Fahrgastplätzen kostenlos zur Verfügung. Damit hat Winterberg auch den ersten Elektro-Bürgerbus in Nordrhein-Westfalen. Als Ersatz steht noch ein Dieselbus zur Verfügung.

Der Fahrplan ist bereits fix: Der Bürgerbus wird von montags bis samstags jeden Vormittag sowie außerdem dienstag- und donnerstagnachmittags von Mollseifen über Neuastenberg und Langewiese mehrere Haltestellen in der Winterberger Innenstadt bis hin zum Kahlen Asten anfahren und wieder zurück pendeln. Eine Konkurrenz zum ÖPNV ist er nicht. Vielmehr dient der Bürgerbus als Ergän- zung zum regulären Linienverkehr und fährt in Bereichen und Zeiten, die sich für die konventionellen Buslinien nicht rechnen.

Kostenloser „Fahr-Taler“ in Planung

Bürgerbus 3Auch die Verantwortlichkeit für den Betrieb ist mit dem bereits gegründeten Bürgerbusverein „Höhendörfer Winterberg“ geregelt. Finanziert wird das Projekt über Fahrpreise, eine Landespauschale und Sponsoring-Maßnahmen; die Fahrer sitzen ehrenamtlich hinter dem Lenkrad. Ein so genanntes „Talersystem“ ist zudem in Arbeit. Dabei stellen an die Buslinie angeschlossene Unternehmen ihren Kunden kostenlose „Fahr-Taler“ aus, die nach dem Einkauf im Bürgerbus eingelöst werden können.

Der Bürgerbus ist neben dem Radweg Neuastenberg Winterberg, für den gerade eine Planungsver- einbarug mit dem Landesbetrieb Straßen NRW vorbereitet wird, bereits das zweite Projekt aus dem Dorfentwicklungsprozess, das der Stadtmarketingverein Winterberg mit seinen Dörfern für die Höhendörfer vor drei Jahren angestoßen und aktiv umgesetzt haben. Ziel dieses Prozesses war und ist eine verbesserte Mobilität und Anbindung an den Personen-Nahverkehr: „Der Bürgerbus zeigt, dass die Dörfer mit ihren Ideen tatsächlich gemeinsam etwas erreichen können“, freut sich Klaus Homrighausen als Ortsvorsteher von Neuastenberg/Lenneplätze und Vorsitzender des Bürgerbusvereins. „Jetzt hoffen wir natürlich darauf, dass das Bürgerbus-Angebot rege angenommen und dass besonders die Anbindung an Mollseifen mit Leben gefüllt wird. Denn unter dem Strich muss sich der Bürgerbus wirtschaftlich tragen, um dauerhaft zu bestehen“, sagt der Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins Michael Beckmann.

Hinter dem Steuer Bürgerkontakt suchen

Was noch fehlt, sind ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer, die bereit sind, einen Vormittag oder einen Nachmittag ehrenamtlich zu fahren (siehe Infobox). Die ersten Freiwilligen haben sich bereits bei der Gründung des Bürgerbusvereins gemeldet. Auch Michael Beckmann steht auf dieser Liste. Ein gutes Vorbild, schließlich nutzen laut Michael Breier vom Bürgerbusverbund Sauerland-Hellweg in anderen Städten auch Vertreter aus Kirche und Politik die Zeit am Steuer aktiv für Bürgerkontakte. Eine außergewöhnliche Chance also, ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben.

Info:

  • Landesweit fahren in insgesamt 90 Städten zurzeit 125 Bürgerbusse.
  • Wer ab Oktober einen der Bürgerbusse ehrenamtlich fahren möchte, braucht keine beson- deren Voraussetzungen. Er oder sie sollte mindestens 21 Jahre alt sein und einen Führer- schein der Klasse 3 besitzen.
  • Um die Fahrtauglichkeit abzusichern, folgt ein medizinischer und augenärztlicher Check.
  • Interessenten können sich bei folgenden Ortsvorstehern melden: Klaus Homrighausen, Telefon 0173-8866773, Volker Kleinhof (02758-258), Uwe Schupp (0152-33680549), Bernhard Selbach (02981-2311) oder Joachim Pape (02981-820516).
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