Finnentrop Lennepark Foto: Heidi Bücker

Wo es im Sinne zukunftsgerechter Entwicklung von Orten oder Einrichtungen daran gelegen ist, Fördergelder zugeteilt zu bekommen, da haben Konzepte Hochkonjunktur. Selbiges gilt für das regelrechte Wuchern von mitunter kryptisch anmutenden Abkürzungen. Sie kennen das sicherlich: ILE, GIEK, IHK, ISEK, IKEK, LEADER und Consorten prägen so manchen Bericht über ihren Wohnort oder die dazugehörige Gemeinde. Das mag verwirren, möglicherweise misstrauisch stimmen gegenüber den vermeintlichen Kennbuchstaben bürokratischer Mühlen. Doch haben Konzepte durchaus ihren Sinn und Zweck. Der Zugang zu den Geldtöpfen wird in der Regel erst nach Erarbeitung eines hieb- und stichfesten Konzepts frei. So sind die Fördergelder für Integrierte Ländliche Entwicklung – Sie ahnen es, ILE – zwingend an ein IKEK gekoppelt, an ein Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept. Beauftragt werden hierzu Profis, auf diese Arbeit spezialisierte Unternehmen, wie im Falle Finnentrops die Planungsbüros AG Stadt aus Kassel und MSP ImpulsProjekt aus Breckerfeld. Dort werden neben einer fundierten Gesamtstrategie auch auf diese bezogene Einzelphasen entwickelt, für die Gemeinde Finnentrop im Ganzen wie auch für ihre einzelnen Ortsteile. Das Besondere an dieser Konzeptionierungsarbeit ist die eingeforderte intensive Einbindung der Bürger, um die Maßnahmen auf den Bedarf der unmittelbar von diesen Betroffenen abstimmen zu können. Sie, der Bürger bzw. die Bürgerin, sind also direkt beteiligt an dieser ersten, der Erhebung dienlichen und damit für alle nachfolgende Konzeptionierung maßgeblichen Phase beteiligt. Zwischen dem 14. Juni und dem 5. Juli sind in 9 Gemeindeortsteilen Rundgänge und anschließende Workshops durchgeführt worden, deren Ziel es war, Stärken und Schwächen zu erfassen und in einer vertiefenden Analyse Entwicklungspotenziale und Ansätze für Problemlösungen zu formulieren. Selbstredend waren hierzu ebenso die Bewohner kleinerer Ortsteile wie beispielsweise Hülschotten, Glinge oder Weringhausen eingeladen, um auch ihren Beitrag zum Wohl ihres Wohnortes einbringen zu können. Aloys Weber, zuständig für Plauen, Bauen und Gebäude und 1. Beigeordneter der Gemeinde Finnentrop, weiß ein zufriedenstellendes Resümee der Bürgerbeteiligung an den Rundgängen zu ziehen, zumal die bekannt und anerkannt Engagierten aus der Bewohnerschaft als „Multiplikatoren“ auch die Ideen und Hinweise anderer Bürger eingebracht haben. Damit sind sie zu einem Teil von ILE und IKEK geworden, vor allem aber ein Teil der zukunftsfähigen Entwicklung ihres Wohnorts. Bleiben Sie engagiert!

 

J. Feldmann