150 Jahre Kapelle Grotewiese

WOLL Sauerland Grotewiese
Kapelle St. Maria Magdalena in Grotewiese

Perle im Ihnetal feiert ihren Geburtstag

Die idyllisch gelegene Kapelle St. Maria Magdalena in Grotewiese besteht im Juli dieses Jahres 150 Jahre. Am Magdalenenfest 1866 wurde die erste heilige Messe gefeiert. In Erinnerung an diesen Anlass findet am 24. Juli 2016 eine Jubiläumsfeier statt, die mit einem feierlichen Pontifikalamt um 15.00 Uhr beginnt. Die Kapelle liegt unmittelbar an der Grenze zwischen den Kreisen Olpe und Märkischer Kreis und am südlichen Zipfel des Bistums Essen; 400 Meter dahinter beginnt das Erzbistum Paderborn. Als Anziehungspunkt und Gebetsort strahlt sie als geistiges Zentrum mit überregionaler Anziehungskraft.

Ursprünglich gehörte Grotewiese zu Attendorn, dem Erzbistum Paderborn. Nach Gründung der „Missionsvikarie“ Meinerzhagen 1855 wurde Grotewiese dorthin zugewiesen. In dieser Zeit gab es zwischen Attendorn und Meinerzhagen keine katholische Kirche. Die Überlegungen von drei Priestern, Domvikar Gustav Langenohl vom Gut Nierhof, Pfarrer Josef Valenthorn aus Grotewiese und Pfarrer Vaester aus Meinerzhagen, wie sie ein Gotteshaus in unsere Nähe bekämen, führte dazu, dass im Jahre 1859 der Landwirt Valenthorn den oberen Teil seiner Scheune für eine Notkapelle zur Verfügung stellte. Die Scheunenkapelle hieß im Volksmund liebevoll „Stall von Bethlehem“.

„Der Eifer für dein Haus verzehrt mich“

Dann aber stifteten drei Grotewieser Familien Land und Architekt Güldenpfennig aus Paderborn entwarf den Bauplan für die Kapelle. So konnte Pfarrer Vaester am Magdalenenfest 1863 den Grundstein zur Kapelle legen, ohne andere Mittel zu haben als festes Vertrauen auf Gott und tätige Mithilfe der Gläubigen. Es folgten drei lange und mühselige Baujahre.

Mehrmals mussten die Bauarbeiten unterbrochen werden: Kein Geld mehr da! Aber ein klares Ziel vor Augen. Alles getreu dem Bibelspruch: Der Eifer für Dein Haus verzehrt mich! Dann endlich, am Magdalenenfest 1866, konnte die erste heilige Messe in der Kapelle gefeiert werden, die von Pfarrer Vaester feierlich gestaltet wurde. Die Geschichte der Kapelle ist wechselhaft. Durch den Bau der Listerscheider Kirche wurde im Jahre 1917 ein neuer Seelsorgebezirk errichtet. Grotewiese schied aus dem Pfarrverband Meinerzhagen aus und kam als Filialgemeinde Listerscheid-Grotewiese wieder zu Attendorn. Nach 45 Jahren, am 1. Januar 1958, kam durch Gründung des Bistums Essen Grotewiese wieder zu Meinerzhagen.

Viele Verwandte

Durch den Bau der Christophoruskirche in Valbert im Jahre 1963 wurde Grotewiese Filialgemeinde von Valbert. St. Christophorus in Valbert gehört der am 24. September 2006 gegründeten Großpfarrei St. Maria Immaculata in Meinerzhagen an, wozu auch die Gemeinde St. Josef in Kierspe zählt. Grotewiese hat viele Verwandte: Paderborn, Essen, Attendorn, Listerscheid, Valbert, Meinerzhagen und Kierspe.

Die Magdalenenkapelle ist die älteste Kirche der Pfarrei St. Maria Immaculata, Meinerzhagen. Sie gehört von der Bauart her zu den stützenfreien Saalkirchen und umfasst fast 100 Sitzplätze. Seit 1920 verfügt sie über eine richtige Pfeifenorgel auf einer schönen hölzernen Empore im rückwärtigen Teil des Kirchenraumes, die im April 1979 durch eine größere Orgel mit sieben Registern ersetzt wurde. Der Kirchensaal hat eine flachgedeckte kräftige Holzbalkendecke. Die Nazarener-Rundbogen-fenster aus dem 19. Jahrhundert zeigen sehr schöne, große Heiligengestalten. Eindrucksvoll ist auch das zum Osten gelegene Christusfenster, das der Sonne wegen von 1958 bis 1978 zugemauert war.

Sanierung

In den Jahren 1978/1979 wurde die Kapelle von innen und 1981 von außen umfangreich saniert. Der Hattinger Künstler Egon Stratmann erstellte ein schönes Konzept, nach dem der gesamte Innenraum neu gestaltet wurde. Durch ein neues Farbkleid entstand ein festlicher Raum für die Feier der Liturgie sowie für die private Andacht. Das Gotteshaus ist Ziel vieler Wallfahrten und Ausflüge aus der nahen und fernen Umgebung. Zudem ist es eine gern besuchte Hochzeits-kapelle. Seine Anziehungskraft verdankt St. Maria Magdalena nicht zuletzt Pastor Paul Teske, der „die Welt Gottes, die Welt unseres Glaubens“, in den 34 Jahren seiner unermüdlichen Initiative hier sichtbar machte und so ein wahres Kleinod schuf.

Die Filialkirche bietet zu allen Jahreszeiten einen anmutigen Anblick – aber gerade zur Weihnachtszeit zwischen dem Heiligen Abend und Mariä Lichtmeß am 2. Februar ist ihre Anziehungskraft am stärksten. Die ganze Schöpfung ist dann vor dem Jesuskind versammelt, mit 30 sehr eindrucksvollen geschnitzten Figuren aus dem Gröndlertal. Das Wichtigste in der Krippe, das „Jesuskind“, liegt noch mal lebensgroß in einer Krippe vor dem Altar.

von A. Kliemann [Text], Filialgem. St. Maria Magd. [Fotos], D. Reiß [Foto] und A. Pohl / BENE-Magazin [Fotos]

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