Segeln in allen Dimensionen – der Yacht- und Ruderclub Attendorn

Auf der Sonnenseite des Sees

Hoch steht die Sonne im Zenit. Dann und wann schiebt sie sich hinter die weißen Wolkenfelder. Ein guter Wind mit Böen bis zu fünf Windstärken bläst über das glitzernde Wasser. Weißes Tuch bläht sich über blauem Grund vor satter grüner Kulisse. Das ganze Land rund um den Biggesee scheint zu strahlen. „Das sind perfekte Verhältnisse“, freuen sich Ludger Schneider und Holger Schirmeyer, die Vorsitzenden des Yacht- und Ruder-Clubs Attendorn (YRCA). Denn an diesem Samstag im Mai wird die Waldenburg-Regatta ausgetragen. Die Anmelde-zahlen sind so gut wie das Wetter selbst. Kurzum, es ist ein Tag, der keine Wünsche offen lässt und die Dimension einer Leidenschaft zeigt, der sich die Menschen hier am See verschrieben haben: dem Segeln!

Im vergangenen Jahr feierte der YRCA sein 50-jähriges Bestehen. Dass das Jubiläum aufgrund der Sanierungsarbeiten am Hauptdamm in eine Zeit mit selten da gewesenem Niedrigwasser fiel, war schade. Der Stimmung aber tat es keinen Abbruch. So wie Attendorner nun mal sind, ließen sie sich ihre Laune nicht verderben. Schließlich hatte man allen guten Grund zu feiern, blickt man doch mit Stolz auf einen Verein, der die Segel stets richtig zu setzen wusste und den guten Wind aus der Vergangenheit für das Hier und Jetzt und die Zukunft nutzt.

Die Vielfalt des Segelns

Ein kurzer Blick zurück: Es war der 8. Januar 1965, als 13 Männer im Hotel Rauch den YRCA aus der Taufe hoben. In der Waldenburger Bucht, dort, wo ehemals das historische Forsthaus seinen Platz hatte, fand man ein geeignetes Clubgelände. 1967 brachte man den ersten Steg zu Wasser und errichtete ein Bootshaus, das schon zwei Jahre später erweitert und zum Clubhaus umgebaut wurde. Im Juli 1968 wurde mit der Waldenburg-Regatta die erste selbst organisierte Wettfahrt veranstaltet. Die Mannschaft, die unter der YRCA-Flagge segelt, ist heute 600 Mitglieder stark. Männer, Frauen, Kinder widmen sich hier in ihrer Freizeit der Vielfalt des Seglerlebens. Vom routinierten Skipper bis zu denen, die den Sport gerade für sich entdeckt haben und erste Erfahrungen mit Wasser, Wind und Wellen, mit Teamgeist und sportlichem Wettbewerb machen. Alleine sieben clubinterne Yardstick-Regatten richtet der YRCA pro Saison aus. Dazu kommen weitere Ranglisten-Regatten und Meisterschaften im heimischen Revier und darüber hinaus.

Hobby mit Geselligkeitsfaktor

Gute Beziehungen unterhält man auch zu den anderen Clubs am See und nutzt effektiv Synergien. Seit jeher setzt der YRCA ein besonderes Augenmerk auf eine fundierte Ausbildung der Jugend und die Förderung von Talenten. Für den Nachwuchs, Anfänger wie Fortgeschrittene, stehen insgesamt 24 Optimisten, 420er, Laser und O´pen BIC zur Verfügung. Erfolgreiches Eigengewächs ist beispielsweise Marko Hasche, der 2013 bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Starboote den Titel holte.

Das Hobby Segeln beinhaltet aber auch reichlich Geselligkeit. „Eigentlich sind wir wie eine Familie und bieten sozusagen ein Rundum-Paket“, betonen Schneider und Schirmeyer und sprechen vom großen Wir-Gefühl, das hier in der Waldenburger Bucht, auf der „Sonnenseite des Sees“, ein ansehnliches Zuhause hat. Im Mittelpunkt das aus Holz gebaute, sich wunderbar in die Natur einfügende Clubhaus in unmittelbarer Nähe und vor allem in Höhe der Wasserlinie.

Von hier aus hat man einen herrlichen Blick sowie einen direkten, weil kurzen Zugang zu den drei Bootsstegen, ebenfalls in Holzbauweise, zudem mit beidseitigen Auslegern für jeden der 138 Bootsplätze. In diesem Jahr werden sie mit Strom ausgestattet. „Einfach unschlagbar in Atmosphäre und Komfort“, so die Attendorner zu ihrem Domizil. „Wer einmal hier ist, der möchte nicht mehr weg.“ Ein Großteil der Mitglieder sind waschechte Hansestädter oder aus der direkten Umgebung. Man kennt sich, mitunter von klein auf. Viele Familien sind inzwischen in der dritten oder vierten Generation aktiv. Und auch die, die von weiter weg oder neu hinzukommen, sind herzlich willkommen.

Bellebaum

So gesehen ist der YRCA ein sportlicher und gesellschaftlicher Mikrokosmos in Idealformat. Mit zwei Epizentren. Da sind zum einen die Hafenmeister Christoph Bilsing und Thomas Bach, die sprichwörtlich jeden irgendwann am Haken haben und immer zur Stelle sind, wenn handwerkliches Geschick, Rat und Tat gefragt sind. Und da ist das Wirtsehepaar Rita und Horst Müller. Bei ihnen findet man jederzeit ein offenes Ohr und etwas Gutes auf dem Teller.

Seit sechs Jahren wirten die ehemaligen Betreiber des „Bellebaums“ in ihrer sympathischen und kompetenten Art im YRCA, sind wie ein sicherer Ankerplatz an einem der schönsten Plätze am Biggesee. Wenn jemand kommt und etwas braucht – kein Problem. Die Müllers sind da. Sowieso: Den Landgang beherrscht man im YRCA vortrefflich. Hier verabredet man sich, redet, feiert und tanzt. Jeden Donnerstag in den Sommerferien heißt es für die Attendorner Segler, Freunde, Bekannte und Interessierte: „Horst grillt.“

Und wenn dann am Abend beim Plätschern der Wellen und Wiegen der Masten die Sonne untergeht, freut man sich schon auf den nächsten See-Tag. Glücklich ist da der, der sich im eigenen Boot zur Ruhe legen kann.

von B. Engel [Text/Fotos] und YRCA [Fotos]

 

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