Was ist der jungen Generation wichtig? Worauf legen junge Leute besonderen Wert? Was schätzen sie an der Vereinsarbeit und was mögen sie besonders an ihrem Ort? Wir haben uns mit jungen Vorstandsmitgliedern der Schützenbruderschaft „St. Nikolaus“ e.V. 1753 Cobbenrode  getroffen und uns über die Arbeit in den Dorfvereinen unterhalten.

WOLL: Was sind wichtige Beweggründe gewesen, Euch aktiv in die Vereinsarbeit in Cobbenrode einzubringen?

Marcel Heimes (29, Zug- und Königsoffizier, Mitglied im Präsidium des örtlichen Karnevalsvereins CCV): Durch die Arbeiten für das Dorf bemüht man sich, alles, was eine gesunde Dorfgemeinschaft ausmacht, am Leben zu erhalten. Die Arbeit im Schützen- und Karnevalsvorstand macht besonders viel Spaß, weil im Vorstand eine sehr gute Gemeinschaft, eine echte Kameradschaft besteht und Jung und Alt einfach sehr gut miteinander auskommen. Es wird viel gearbeitet, aber auch viel gelacht.

Robin Allebrodt (19, Jugendvertreter im Schützenvorstand): Der Hauptgrund, warum ich im Vorstand bin, ist, dass ich meine Ideen dort einbringen kann und wir dort immer eine Menge Spaß zusammen haben. Mir ist aber auch die Erhaltung der Traditionen wichtig, und das funktioniert nur, wenn man früh genug von den „Älteren“ lernt.

Thomas Blöink
Thomas Blöink

Thomas Blöink (29, Geschäftsführer der Schützenbruderschaft): Ich finde, in einem kleinen Ort wie Cobbenrode wird das Ehrenamt noch großgeschrieben. Da die Schützenbruderschaft ein Verein mit viel Tradition ist, fühle ich mich geehrt, hier mitzuwirken. Ich bin seit acht Jahren im Vorstand. Im vergangenen Jahr wurde ich zum Geschäftsführer gewählt.

Kristof Stenzel (24, Schützenvorstand, bisher Jugendvertreter – verantwortlich für Technik und Licht, außerdem in der Feuerwehr engagiert): Als ich mit 17 Jahren als Jugendvertreter in den Vorstand kam, war es schon etwas Besonderes. Das dort entgegengebrachte Vertrauen war eine tolle Erfahrung. Gerade heute ist es wichtig, auch mal etwas Neues zu probieren und von dem einen oder anderen in die Jahre gekommenen Ablauf abzuweichen. Natürlich nicht von der Tradition an sich.

Thomas Funke (2015/16 Schützenkönig in Cobbenrode, Beisitzer im Carnevalsverein – in Cobbenrode mit „C“ und Mitglied im Carnevalspräsidium): Die Möglichkeit sich aktiv mit Spaß und Freude in die Dorfgemeinschaft einzubringen.

Neben dem alljährlichen Schützenfest und den Karnevalsveranstaltungen stehen viele weitere Feiern und Feste in Cobbenrode auf dem Veranstaltungskalender: Cobbenroder Hoftage, Mühlenfest, Sportfest, Cobbenroder Oktoberfest. Es ist eine Menge los im Laufe des Jahres. Viel zu tun für die Ehrenamtlichen und ihre Helfer.

WOLL: Wie kann man die Vorzüge von Cobbenrode in einem Satz beschreiben?

Marcel Heimes: In Cobbenrode zieht man an einem gemeinsamen Strang, man wird gut aufgenommen und fühlt sich sofort heimisch.

Robin Allebrodt: In Cobbenrode kann jeder seine Meinung einbringen und diese wird nicht sofort zerredet oder direkt verworfen.

Thomas Blöink: Cobbenrode lohnt sich. Cobbenrode kann alles: ruhig, sanft, laut, bunt und jeck – und Schützenfest.

Kristof Stenzel
Kristof Stenzel

Kristof Stenzel: Die Gemeinschaft zwischen allen Cobbenrodern, den Vereinen, Clubs und natürlich zwischen Alt und Jung ist schon etwas Besonderes und macht einfach Spaß.

Die Lieblingsplätze der jungen Cobbbenroder sind neben der landschaftlichen Lage und den baulich schönen Ortsbildern die Alte Mühle, der Stertschultenhof und auch das Kyrill-Eichen-Kreuz, von dem man auch eine schöne Aussicht über das Dorf hat. Des weiteren genießt die Schützenhalle nicht nur bei den Schützen hohes Ansehen, und der Sportplatz mit seinen vielfältigen Einrichtungen und Möglichkeiten zählt für viele Cobbenroder ebenfalls zu den hervorgehobenen Plätzen und Standorten. Wenn dann noch vom „Sackloch“ die Rede ist, weiß jeder Eingeweihte, dass es der Platz an der Vogelstange ist, der nicht nur einmal im Jahr zum Schützenfest ein schöner Ort zum Feiern ist.

WOLL: Und gibt es Cobbenroder Bürgerinnen und Bürger aus der Vergangenheit und Gegenwart, die beispielhaft im Engagement für das Dorf genannt werden können?

Marcel Heimes
Marcel Heimes

Marcel Heimes: Alle, die sich in den verschiedenen Vorständen engagieren und versuchen, das Leben im Dorf zu verbessern und zu verschönern, müssen hier aufgezählt werden. In der Vergangenheit haben unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern ihren Teil dazu beigetragen, das Dorf zu dem zu machen, was es heute ist. Jetzt haben wir die Gelegenheit, dies fortzusetzen.

Robin Allebrodt: Ich bewundere alle Personen, die mitgewirkt haben, wie unsere Vereine im Dorf heute funktionieren und über Jahrzehnte ihre eigene Identifikation aufgebaut haben.

Thomas Blöink: Mir fällt zum Beispiel Josef Fischer, unser Schmied, ein. Ein sehr ruhiger Mensch, der immer eine Lösung für ein Problem hat. Tüftler und Bastler können sich bei ihm was abschauen. Er hat sogar mal ein Auto konzipiert, das durch Holzverbrennung angetrieben wurde. Oder Georg Conze und Werner Biskoping, die, glaube ich, sogar Holz an Metall anschweißen könnten, wenn es das passende Schweißgerät gäbe. Als Musiker denke ich auch an Johannes Teipel, der die Cobbenroder Orgel spielt.

Und fragt man die jungen Vereins-Verantwortlichen nach einem Motto, das ihr Tun leitet, hört man Erstaunliches.

Marcel Heimes: Gemeinsam kann man viel bewegen. Und gehört habe ich auch: Der Heimat die Treue, die Liebe, den Brauch, so dachten die Väter, so denken wir auch.

Thomas Funke
Thomas Funke

Thomas Funke: Willst du frühliche Leute seh’n, musst du mal nach Cobbenrode geh’n.

Nach den Gesprächen mit den jungen Vereinsvorständen verstärkt sich der Eindruck, der einem in allen unseren Ortschaften begegnet. Jung und Alt engagieren sich für ihre Vereine, für ihren Ort, bringen sich mit Rat und Tat ein, damit das Leben auf dem Lande, das Leben im Dorf in höchstem Maße lebenswert bleibt. Und dabei wird unweigerlich klar, dass die Ideen und der Vorwärtsdrang der Jungen heute wie früher den Motor für eine gute Weiterentwicklung bilden. Die Schützenhalle in Cobbenrode, der dortige Sportplatz, die Alte Mühle oder der Stertschultenhof sind leuchtende Beispiele dafür, dass mit dem Engagement der hier lebenden Menschen unsere Dörfer auch weiterhin auf einem guten Weg sind sich getrost den Herausforderungen der Zukunft stellen können.