Die Eliten der Computer-Industrie und der Online-Netzwerke nennt man „Digerati“ und „Digital Natives“. Sie sind mit digitalen Technologien wie Computern, dem Inter-net, Mobiltelefonen und MP3-Player aufgewachsen und verkörpern mit ihrer Haltung und ihrem Tun diese Generation. Die ganz Jungen unter ihnen, die ü12 (über 12), haben die Probleme und Herausforderungen des „Internets der Dinge“ bzw. „Industrie 4.0“ allerdings nicht auf ihrem Schirm. Sie daddeln lediglich mit ihren Smartpho-nes und Tablets herum. Wie kreativ sie dabei aber sind, soll im Rahmen des Projektes „DampflosDigital – Junge AppKultur“ am Gymnasium der Benediktiner in Meschede vom 4. bis zum 7. Juli anhand von Workshops erarbeitet und am 7. Juli um 19 Uhr in der Aula präsentiert werden.

Längst bei „Kreativ 4.0“ angekommen

Ulrich Rützel
Ulrich Rützel

DampflosDigital ist die dritte Veranstaltung einer Triennale, die von dem Wenholt-hausener Musikproduzenten und Verleger Ulrich Rützel entwickelt wurde und 2013/2014 im DampfLandLeute-MUSEUM ESLOHE begann. 2013 lautete das Motto „Stahl und Eisen bricht…aber unsere Essel nicht“ – eine künstlerische Ausei-nandersetzung mit den Klängen beim Betreiben von Dampf-, Zug- und anderen Maschinen. 2014 ging es beim „DampfArbeiterBlues“ um die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Nun wird dieses Projekt 2016 in Meschede in einer Zusammenarbeit des Gymnasiums der Benediktiner mit der Fachhochschule Südwestfalen, Meschede fortgesetzt.

Änderungen der Arbeitsbedingungen

Das 19. und 20. Jahrhundert haben gezeigt, wie Maschinen das soziale Leben der Menschen und ihre Arbeitsbedingungen verändert haben. Welche nachhaltigen Ver-änderungen bringt nun das IT-Zeitalter für die Gesellschaft im Allgemeinen und den „historischen“ Arbeiter im Besonderen? Damit beschäftigen sich zahllose Publizisten, Sozialwissenschaftler und natürlich die Führungskräfte der Industrie. Die Generation ü12 tut dies nicht, obwohl sie am meisten mit solchen Umbrüchen zu tun haben wird.

Dr. Rainer Jogschies ist dabei
Dr. Rainer Jogschies ist dabei

Daher soll das Projekt DampflosDigital dieser Generation einen ersten Einblick ge-ben, und zwar mit Hilfe von Kunst und Kultur, die schon immer die Boten eines neu-en Umgangs mit den technischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten der jeweiligen Epoche waren. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Thematik wird der Schwerpunkt in praxisorientierten Workshops liegen, die unter anderem von auswärtigen Künstlern angeleitet werden. Als Referentinnen und Referenten sind zum Beispiel Antye Greie (iPad-Orchester), Prof. Dr. Thilo Hinterberger (Braindance – EEG-Computergesteuertes Ballett) und Dr. Rainer Jogschies (Theater „Selfies Of Tomorrow) dabei. Weitere Workshops werden von der FH Südwestfalen sowie Lehr-kräften des Gymnasiums betreut. Abschlusspräsentationen stellen die Ergebnisse vor.

Für die Schülerinnen und Schüler dürfte ein wesentlicher Reiz in der Zusammenarbeit mit den professionellen Referentinnen und Referenten liegen. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein. WOLL wird in seinen Online-Portalen darüber berichten.

Ausführliche Infos über das in unserer Region einzigartige Projekt gibt es auf der ei-gens eingerichteten Website: https://dampflos-digital.de

DampflosDigital - vom 4. bis 7. Juli in Meschede
DampflosDigital – vom 4. bis 7. Juli in Meschede
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