Eine Etappe des Ruhr-Sieg-Radweges

Spritztour in die Pfalz

WOLL Sauerland Spritztour
Am Vorstaubecken sind bei schönem Wetter sehr viele Fußgänger unterwegs. Hier heißt es: vorsichtig fahren!

Der Sommer ist da und lädt endlich wieder zu schönen Radtouren ein. Und weil das Wegenetz im Sauerland immer besser wird, sind wir diesmal das Teilstück vom Biggesee bis an den Tunnel von Hohenhain gefahren, eine Etappe des Ruhr-Sieg-Radweges, Attraktion für alle Genussradler und Sportler.

Der Name verrät es bereits: Start des Gesamtweges ist die Ruhr bei Meschede. Nach 115 Kilometern, wobei lange Passagen über ehemalige Bahnlinien führen, erreicht man bei Kirchen die Sieg. Der Weg folgt der Ruhr bis nach Wennemen, führt dann über Wenholthausen bis Eslohe und vereint sich dort mit dem Sauerland-Radring. Am Heimat- und Technikmuseum Eslohe vorbei geht es über Sieperting bis zum Fledermaustunnel bei Fehrenbracht, wo der Weg den Kreis Olpe erreicht. Nun geht es über viele Kilometer durch das Frettertal hinunter bis nach Lenhausen. In Finnentrop wird der Radring verlassen und es geht über Heggen am Ahauser Stausee entlang nach Attendorn, dann am Biggesee entlang bis nach Olpe, wo unsere aktuelle Tour an einem schönen Sonntagnachmittag im Rosenthal am Olper Vorstaubecken beginnt.

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Aufstieg nach Römershagen. DIe Marienkirche ist ein Kleinod, hervorgegangen aus einem alten Wehrturm.

Hier, im Schatten der A 45-Autobahnbrücke, lässt es sich gut parken und der neu renovierte Gasthof lädt auch gleich zum Verweilen im schönen Biergarten ein. Seit einiger Zeit ist auch der Radweg von Olpe nach Drolshagen und von dort weiter bis zum Tunnel bei Wegeringhausen auf dem Weg ins Bergische Land fertiggestellt (Bergischer Panorama-Radweg VII). Diesen entern wir in Richtung Kreisstadt, die nach wenigen Minuten am Bahnhof erreicht wird. Nun folgt der Radweg dem Biggetal bis Gerlingen. Es reihen sich die Industriegebiete aneinander, was durchaus auch einmal seinen Reiz hat, bekommt man doch einmal eine ganz andere Vorstellung der Gegend, wenn man sie einmal „von hinten“ betrachtet. Unter den Brücken zum Gebiet „Auf der Mark“ weitet sich das Tal und erreicht bald das lohnende Kultur- und Technikdenkmal Wendener Hütte. Ein besonderes Erlebnis ist der erhalten gebliebene Holzkohlen-Hochofen aus dem 18. Jahrhundert. Er ist in seiner Erhaltung ein besonderes Erlebnis und kann samt Hammerwerk mit Wasserrad besichtigt werden.

Weiter geht es durch die Wiesen über Brün bis Rothemühle. Auch hier kann man die alten Obergräben für die Wassermühlen noch erkennen, außerdem liegen einige alte Hüttenplätze wüst, die von den Museumsleuten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe aber kenntlich gemacht worden sind. Am Sporthotel Wacker wird die Straße überquert, dann geht es hinauf durch die Felder, durch den Flecken Döingen bis nach Römershagen, wo man entweder an der Biggequelle, besser aber noch am Feuerteich im Dorf eine schöne Pause einlegen kann.

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Vor Olpe, am Biggesee-Pavillon, ist während der Sommermonate die große Fontäne im Takt geschaltet.

Es lohnt sich auch ein Besuch der recht unscheinbaren Marienkirche. Ihr Turm soll einst eine Wehranlage gewesen sein, das Haupthaus jedoch ist Frühwerk eines der großen westfälischen Baumeister. Michael Spanner, der das neue Kloster Grafschaft, das Rathaus von Rüthen mit seiner berühmten Treppe oder auch den Landsberger Hof in Arnsberg erbaut hat, war als junger Baumeister in Römershagen tätig!
Hinter der Ortschaft verlassen wir NRW und erreichen den Bahnhof Wildenburg in Rheinland-Pfalz, den höchsten Punkt des gesamten Radweges. Und wie der Name schon vermuten lässt, geht es nun auf der alten Bahntrasse in Richtung Freudenberg weiter. Die Eisenbahn fuhr bereits 1880 von Olpe bis Rothemühle. 1907 konnte mit der Fertigstellung des Hohenhainer Tunnels die Verbindung von Finnentrop bis Kirchen an der Sieg hergestellt werden. Gute 100 Jahre war er in Betrieb, 1985 wurde die Strecke stillgelegt, 1988 wurden die Gleisanlagen abgerissen. Heute erreichen wir Klein-Tirol, wie das tiefe Tal am Tunneleingang genannt wird, durch ein Stück wunderbaren Waldes, passieren einen alten Bahnhof und können dann rechts am Wege im „Englischen Garten“ einkehren, wo es sich sehr gut aushalten lässt. Von hier sind es noch gut drei Kilometer bis Freudenberg, 21 Kilometer bis Betzdorf mit Anschluss an die Rheinland-Pfalz-Radroute und die Westerwaldschleife.

von Achim Gandras [Text/Fotos]

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