100 Jahre St. Hubertus Nordenau

St. Hubertus Kirche Nordenau

Ein Dorf baut sich seine Kirche

Im November 1925 wurde in Nordenau ein Bauwerk vollendet, das weit mehr ist als ein Gotteshaus. Die neue St.-Hubertus-Kirche entstand aus der Kraft des Dorfes – Stein für Stein, getragen vom festen Willen der Menschen. Hundert Jahre später erinnerten die Festreden eindrucksvoll daran, dass diese Kirche nicht nur gebaut, sondern gemeinsam erarbeitet wurde.

Kirche 1920 im BauQuelle: Kirchengemeinde St. Hubertus, Nordenau
Kirche 1920 im Bau

„Wir haben sie selbst errichtet“
Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg waren von Entbehrung geprägt. Inflation, Materialknappheit und Unsicherheit bestimmten den Alltag. Und doch entschieden sich die Nordenauer für einen Neubau. „Unsere Vorfahren hatten wenig – aber sie hatten Mut und Vertrauen“, hieß es in einer der Ansprachen.

Bauern stellten Fuhrwerke bereit, Handwerker arbeiteten über das Selbstverständliche hinaus, Familien spendeten, was möglich war. Naturstein aus der Region, Holz aus heimischen Wäldern, Schieferdächer als Schutz gegen Wind und Wetter – alles Ausdruck einer tiefen Verwurzelung. „Diese Kirche ist kein Geschenk von außen. Sie ist das Werk der eigenen Hände“, wurde unter Applaus betont.

Im Bild von links nach rechst: Andrea Schnurbus, Hildegard Hampel, Monika Sassmannshausen, Maria Gnacke, Kristina Wegener, Petra Hachmann, Heinz Josef Müller, Sebastian Himmelreich, Pastor Stipp. Weiter zum Gemeindeteam gehörend Dr. Stefan Beste und Ludger Schütte (nicht im Bild) und die Messdienerinnen und Messdiener aus Nordenau.
v.l.: Andrea Schnurbus, Hildegard Hampel, Monika Sassmannshausen, Maria Gnacke, Kristina Wegener, Petra Hachmann, Heinz Josef Müller, Sebastian Himmelreich, Pastor Stipp. Weiter zum Gemeindeteam gehörend Dr. Stefan Beste und Ludger Schütte (nicht im Bild) und die Messdienerinnen und Messdiener aus Nordenau.

Gemeinschaft als Fundament
Immer wieder fiel bei der Jubiläumsfeier das Wort „uneigennützig“. Niemand fragte zuerst nach persönlichem Vorteil. Es ging um das Ganze. Um einen Ort des Glaubens, der Begegnung und der Identität.

„Die Kirche war der Mittelpunkt unseres Dorfes – damals wie heute“, sagte Maria Gnacke. Taufen, Hochzeiten, Abschiede – Lebenswege bündeln sich hier unter einem Dach, das von den eigenen Vorfahren mit aufgebaut wurde.

Gleichzeitig stand Nordenau mit seinem Neubau nicht allein. In den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts wurden vielerorts im Sauerland Kirchen neu errichtet oder erweitert. Der religiöse Aufbruch, das Bevölkerungswachstum und der starke Gemeinsinn führten dazu, dass Dorfgemeinschaften Verantwortung übernahmen. „Man wartete nicht, man machte“, brachte es ein Festredner auf den Punkt.



Ein Erbe, das verpflichtet
Was 1925 begann, setzte sich über Generationen fort. Renovierungen, Pflege, Modernisierung – stets getragen vom Ehrenamt. Vereine, Kirchengemeinde und Schützen arbeiteten Hand in Hand. Auch das Jubiläum selbst war wieder ein Gemeinschaftswerk.

„Die Steine dieser Kirche erzählen von Zusammenhalt“, hieß es in einer Ansprache. Und weiter: „Wenn wir heute hier stehen, dann stehen wir auf dem Fundament derer, die vor 100 Jahren Verantwortung übernommen haben.“

So steht die St.-Hubertus-Kirche in Nordenau nicht nur für ein Jahrhundert Baugeschichte. Sie steht für das, was das Sauerland auszeichnet: Tatkraft, Solidarität und Heimatverbundenheit. Ein Dorf hat sich seine Kirche gebaut – und damit ein Zeichen gesetzt, das bis heute trägt.