
Vom dörflichen Heimatmuseum zum Museums- und Kulturforum Südwestfalen
1924 gründete sich der Arnsberger Heimatbund. Schon ein Jahr später, am 3. Mai 1925, eröffnete er in Räumen des Alten Rathauses in Arnsberg ein Sauerländer Heimatmuseum. Sein Leiter, Ferdinand Menne, bestimmte in den Ortschaften der Region Vertrauensleute, die nach Weltkrieg und Verschwinden des Kaiserreiches in Rückbesinnung auf das Verlorene, dessen Hinterlassenschaften für das neue Museum beschaffen sollten. So kam eine ansehnliche Sammlung zustande, um die Menschen des Sauerlandes mit ihrer Geschichte, Kultur und Natur vertraut zu machen. Allerdings standen dem Vorhaben, ein Landesmuseum für das ursprüngliche Herzogtum Westfalen zu errichten, die räumliche Enge und fehlende Finanzmittel entgegen. Das änderte sich, als das Museum 1937 in den dafür hergerichteten Landsberger Hof umziehen konnte. Die bisherige Trägerschaft durch die Stadt und den Heimatbund übernahm nun der damalige Kreis Arnsberg, der 1941 auch Eigentümer wurde.
Das änderte sich, als das Museum 1937 in den dafür hergerichteten Landsberger Hof umziehen konnte. Die bisherige Trägerschaft durch die Stadt und den Heimatbund übernahm nun der damalige Kreis Arnsberg, der 1941 auch Eigentümer wurde.
Die Inhalte der erweiterten Ausstellungsmöglichkeiten unterlagen dem damaligen Geist des Nationalsozialismus. Rassische, sippen- und siedlungskundliche Ideologien sollten erzieherisch in die „Volksgemeinschaft“ getragen werden.

Nach Krieg, Beseitigung von Kriegsschäden und vorübergehender Beschlagnahme war das Museum 1951 den Be-suchern im Landsberger Hof wieder zugänglich. Nach einer erneuten Schließung zur Beseitigung von Bauschäden wurde das Museum unter der Bezeichnung „Sauerland-Museum“ nach drei Jahren Renovierung 1964 neu eröffnet. Im angekauften südlichen Seitenflügel war Platz für Sonderausstellungen entstanden. Die damit verbundenen hohen Erwartungen hinsichtlich der Besucherzahlen erfüllten sich jedoch nicht, zumal das Konzept der westfälisch-historischen Dauerausstellung im Landsberger Hof nicht überzeugte.
Als 1999 Dr. Jürgen Schulte-Hobein die Museumsleitung übernahm, gelang es ihm und seinem Team, die Besucherzahlen durch ein neues museumspädagogisches Konzept für die Dauer- und Sonderausstellungen erheblich zu steigern. Nun stand die Vermittlung der Geschichte Westfalens für alle Menschen im Vordergrund, weniger getragen vom althergebrachten sauerländischem Gedankengut mit dem Schwerpunkt „Glaube, Sitte, Heimat“.
Immer noch eingeschränktes Raumangebot und fehlende moderne Ausstellungstechnik änderten sich grundlegend, als der Hochsauerlandkreis als Museumsträger 2013 den Aus- und Umbau zum „Museums- und Kulturforum Südwestfalen“ beschloss, das 2018 feierlich eröffnet wurde.
Nach grundlegender Renovierung beherbergt der Landsberger Hof die Dauerausstellung zur Historie des Herzogtums Westfalen mit neuem, medienunterstütztem Ausstellungskonzept. Kubusförmige Neubauten erstrecken sich gestuft von der Ostseite des Landsberger Hofs bis hinrunter an die Ruhrstraße. Die innen und außen überwältigende, mehrfach ausgezeichnete Architektur beherbergt u.a. zwei große Räume für Sonderausstellungen mit modernster Museumstechnik, die ihre Leistungsfähigkeit nicht nur bei der Eröffnungsausstellung über den Künstler August Macke, sondern auch bei den folgenden überzeugend unter Beweis stellen konnten. Dr. Oliver Schmidt, seit 2021 Leiter des Museums, sieht darin eine lebensfüllende Institution, mit der sich die Menschen im Sauerland mit Kopf und Herz identifizieren: „Das ist unser Museum, es gehört uns allen.“



