Von der Förderschule zur Fachkraft

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Auf dem Foto zu sehen (von links nach rechts): Horst-Peter Wiethoff (Geschäftsfüh-rer), Julia Hauffen, Johann-Eler Berndt von Lowtzow, Silke Gördes, Ulrich Eichner (Leiter im Bereich Logistik). Foto: Agentur für Arbeit Meschede-Soest
Auf dem Foto zu sehen (von links nach rechts): Horst-Peter Wiethoff (Geschäftsfüh-rer), Julia Hauffen, Johann-Eler Berndt von Lowtzow, Silke Gördes, Ulrich Eichner (Leiter im Bereich Logistik). Foto: Agentur für Arbeit Meschede-Soest

In der bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung vom 27. November bis 3. Dezember 2017 hat die Agentur für Arbeit Meschede-Soest Beschäftigte und ihre Arbeitgeber in den Mittelpunkt gestellt, die Inklusion am Arbeitsmarkt beispielhaft vorleben. In der Firma Elasta-Florex aus Schmallenberg hat es ein ehemaliger Förderschüler zur Einstellung als Fachlagerist geschafft.

Fachkräfte sind begehrt am Arbeitsmarkt und nicht immer sofort verfügbar. Geschäftsführer Horst-Peter Wiethoff hat für seinen Betrieb in Schmallenberg einen anderen Weg gewählt. Er stellte Johann von Lowtzow ein, der nach verschiedenen Praktika im Rahmen des Berufsbildungsbereichs in der Werkstatt für Behinderte, Sozialwerk St. Georg, eine Berufsausbildung zum Fachlageristen absolvierte. Die Agentur für Arbeit Meschede-Soest förderte die zweijährige Ausbildung, die in einem geschützten Rahmen die besonderen Umstände des jungen Mannes optimal berücksichtigte.

Anders sein und anders denken können bedeutet oft Innovation. Behinderte Menschen sind besonders motiviert. Sie wollen beweisen, dass sie es können und dass ihre Arbeit Wertschätzung verdient. So auch Johann von Lowtzow. Auf Grund der psychischen Behinderung war der Zugang zum Arbeitsmarkt für ihn schwieriger als für andere Jugendliche die nach der Schulentlassung eine Ausbildung beginnen – bis jetzt.

Im persönlichen Gespräch vor Ort wird schnell klar, dass Johann von Lowtzow angekommen ist. Der Neu-Schmallenberger ist gewohnt fröhlich, während er damit beschäftigt ist einen LkW zu entladen. Sein Arbeitstag beginnt morgens um halb acht mit den typischen Aufgaben. Im direkten Umgang mit seinem Vorgesetzten, Ulrich Eichner, Leiter der Logistik, merkt man schnell den herzlichen Umgang. „Dabei geht es in der Betreuung und im Miteinander manchmal auch um väterliche Ratschläge sowie intensive Gespräche, wenn etwas mal nicht so rund läuft“, so Eichner.

Für Julia Hauffen, Beraterin für berufliche Rehabilitation und schwerbehinderte Menschen bei der Mescheder Arbeitsagentur, zeigt das Beispiel, wie Inklusion am Arbeitsmarkt gelingen kann: „Jeder Mensch bringt Talente und Fähigkeiten mit. Um sie zu entwickeln, arbeiten wir sowohl mit Menschen mit Handicap als auch mit Arbeitgebern eng zusammen. Auf diesem Weg bietet die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auch eine Chance für die Sicherung des Fachkräftebedarfs im Unternehmen.“

Johann von Lowtzow hat es geschafft: er ist zwischenzeitlich in eine eigene Wohnung mit ambulanter Betreuung in Schmallenberg gezogen. Dazu engagiert er sich aktiv als Trompetenspieler in der Stadtkapelle Schmallenberg. Auf die Frage Welche Wünsche er für die Zukunft habe antwortet er lächelnd: „Im Moment bin ich wunschlos glücklich“.

Ansprechpartner für Informationen zu Beschäftigungs- und Fördermöglichkeiten von Menschen mit Behinderung sind bei der Agentur für Arbeit Meschede: Silke Gördes (Tel.: 0291 204-115) und Doris Loerwald (Tel.: 0291 204-218).

Hintergrund

Am 3. Dezember war der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Dieser von den Vereinten Nationen ausgerufene Aktionstag soll sichtbare Zeichen für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung setzen und ihre Situation ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Ziel ist, bei Arbeitgebern für mehr Inklusion im Arbeitsleben zu werben und auf die vorhandenen Beschäftigungspotenziale dieses Personenkreises aufmerksam zu machen.

Aktuell suchen im Hochsauerlandkreis 468 Menschen mit Behinderung eine Arbeit. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt 7,6 Prozent.

54,6 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, bei den nicht schwerbehinderten Arbeitslosen sind es 40,7 Prozent. (November 2017)

 

 

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