Zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2016/2017 (Zeitraum Oktober 2016 bis September 2017) zieht die Agentur für Arbeit Meschede-Soest Bilanz, gemeinsam mit der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland und der Handwerkskammer Südwestfalen:

2.258 Jugendliche waren im abgeschlossenen Ausbildungsjahr bei den Agenturen für Arbeit im Hochsauerlandkreis gemeldet, 32 junge Menschen oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ende September suchten noch 84 von ihnen eine Lehrstelle für dieses Jahr.

Auf der anderen Seite meldeten Arbeitgeber im HSK 2.354 Ausbildungsstellen, die in diesem Jahr zu besetzen waren. Das sind 19 Stellen oder 0,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 149 Lehrstellen waren Ende September noch nicht besetzt.

„Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt stellt sich durchaus positiv dar. Die Angebote an Ausbildungsstellen stimmen nahezu mit denen der Bewerberinnen und Bewerber überein; dazu allerdings: nur rein rechnerisch, denn Angebot und Nachfrage passen nicht immer zusammen. In diesem Jahr gab es zum Ende des Beratungsjahres noch 149 freie Ausbildungsstellen für interessierte Jugendliche. Demgegenüber waren Ende September noch 84 Mädchen und Jungen auf der Suche nach der passenden Lehrstelle. Dabei weichen oftmals die angebotenen Stellen gar nicht so weit von den Bewerberwünschen ab“, stellt Oliver Schmale, Leiter der Agentur für Arbeit Meschede-Soest mit Blick auf die Ausbildungsmarktbilanz 2016/2017 fest.

Die Situation am Ausbildungsmarkt im Hochsauerlandkreis stellt sich nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Arnsberg in diesem Jahr so gut wie lange nicht dar. Bis zum 31. Oktober 2017 sind 1.140 (HSK und Soest gesamt 2.278) Ausbildungsverträge neu eingetragen worden, eine Steigerung von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Nachdem wir 2016 noch einen deutlichen Rückgang verzeichnen mussten, dürfen wir dieses Mal mit einem kräftigen Plus bis zum Jahresende rechnen“, freut sich IHK-Chefin Dr. Ilona Lange. Die HSK-Zahlen heben sich dabei deutlich von den Ergebnissen in Nordrhein-Westfalen insgesamt ab (0,3% NRW). Für Dr. Lange eine Entwicklung, die der engen Zusammenarbeit von IHK Arnsberg, Handwerkskammer Südwestfalen und Agentur für Arbeit zu verdanken sei. Nur sehr selten finde man im Land eine solch intensive Kooperation, sagte sie bei der Vorstellung der Zahlen am 06.11.2017 in Meschede.

Immer mehr junge Menschen wählen die berufliche Ausbildung als Karriereeinstieg. „Daran sind die Unternehmen nicht unbeteiligt. Denn sie bewerben mehr als früher ihre Ausbildungsplätze“, so Dr. Lange. Dabei helfe auch die Kampagne „Karriere-hier“, ein Gemeinschaftsprojekt von Kammern, Agentur für Arbeit, Gewerkschaften, Kreis und Arbeitgeberverband. Eltern und Jugendliche werden hier über die vielfältigen Karrierewege, konkrete Ansprechpartner und aktuelle Veranstaltungen über das Internet und Werbespots der Lokalradios informiert.

Abitur und Studium sind keine Garanten für beruflichen Erfolg. Eine berufliche Ausbildung und anschließende Weiterbildungsmaßnahmen können ebenfalls zum Ziel führen. Und jene, die sich dennoch zunächst auf ein Hochschulstudium einlassen und es dann wieder abbrechen, fangen IHK, Agentur für Arbeit und Handwerkskammer in dem Projekt „Spurwechsel“ auf. Dort werden zweifelnden Studenten und auch Studienabbrechern die beruflichen Alternativen in der Region aufgezeigt. Seit März 2015 konnten so 55 Prozent der Hilfesuchenden in eine betriebliche Ausbildung vermittelt werden.

Zum Angebot in der Region gehören auch die IHK-Azubi-Finder, die sich um passgenaue Besetzungen offener Ausbildungsstellen kümmern sowie die Elternbotschafter. „Wir brauchen diese Maßnahmen, denn es geht um Perspektiven für junge Menschen und Unternehmen gleichermaßen“, betont Dr. Ilona Lange und weist darauf hin, dassin den nächsten Jahren 10-mal mehr qualifizierte Fachkräfte fehlen als Akademiker.

„Wir freuen uns darüber, dass im Handwerk dieses Jahr wieder mehr offene Ausbildungsplätze besetzt werden konnten“, sagt Ass. jur. Meinolf Niemand, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen, mit Blick auf die aktuellen Zahlen zum Stichtag 30. September. „Das Plus von 3,8 Prozent bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Kammerbezirk reicht dem Handwerk aber nicht aus, um die Fachkräftelücke, die viele Handwerksbetriebe in Südwestfalen bereits jetzt deutlich verspüren, zu schließen. Wir brauchen in allen Berufen, in allen Bereichen und auf allen Ebenen mehr junge Nachwuchskräfte, die erfolgreich die Zukunft des Handwerks und den vehementen Wandel der Wirtschaft in Südwestfalen gestalten. Mit unserem zehnköpfigen Team Fachkräftesicherung helfen wir konkret den Unternehmen, geeignete Kräfte zu bekommen. Die gestiegenen Zahlen bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen jetzt sind auch ein Zeichen für den Erfolg dieser Leistung der Handwerkskammer Südwestfalen für Ausbildungsstellensuchende, für Schulen und für Betriebe – für Südwestfalen.“

Dass alle Reserven mobilisiert werden müssen und auch Jugendliche mit schwachem Abschluss nicht nur eine Chance brauchen, sondern am Arbeitsmarkt gebraucht werden, weiß Torsten Milinski, stellvertretender Teamleiter der Berufsberatung im HSK: „Wir kennen die Herausforderungen bei schwächeren Jugendlichen, sehen aber auch den Bedarf der Unternehmen. Wir haben viele Möglichkeiten, Jugendliche und Arbeitgeber zu unterstützen: ausbildungsbegleitende Hilfen wie Nachhilfe, assistierte Ausbildung und Einstiegspraktika sind da nur einige Beispiele.“

Auch nach dem Start der Ausbildungen im August und September bemühen sich die Arbeitsagentur und Ausbildungsmarktpartner im HSK weiter, den noch suchenden Jugendlichen Angebote zu machen. „Alle Beteiligten setzen sich im HSK mit jedem Jugendlichen zusammen, der noch keine Lehrstelle gefunden hat. Es gibt also auch jetzt noch Möglichkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Hierzu zählen ebenfalls die Lehrstellen, die in den ersten Wochen nach Ausbildungsstart wieder gelöst und neu vergeben werden können“, berichtet Schmale.

Arbeitgeber, die freie Ausbildungsstellen für dieses oder das kommende Jahr zu besetzen haben, werden gebeten, diese beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur unter der Nummer 0800 4 5555 20 oder bei ihren persönlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in der Arbeitsagentur zu melden.

Jugendliche, die die Angebote der Berufsberatung und der Ausbildungsvermittlung in Anspruch nehmen möchten, können sich telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 anmelden.

 

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