Der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle warten auf den ersten Redner der Tagung. Die Bühne ist aufwendig dekoriert: mit Laub und Tannennadeln übersäter Waldboden ist ausgelegt. Daraus sprießen Farne, Sträucher sowie kleine Nadelbäume und deuten an, worum es an diesem Tag gehen soll.

Allein in Nordrhein-Westfalen nimmt der Wald 915.000 Hektar der gesamten Fläche ein. Er erfüllt wertvolle Erholungs- und Schutzfunktionen und ist gerade auch für die biologische Vielfalt unersetzlich. Abgesehen davon wächst die ökonomische Bedeutung von Holz als nachwachsender Rohstoff immer mehr.

Wälder sind die mit Abstand naturnächste Landnutzungsform. Im Zuge des Klimawandels steigen die Anforderungen an deren Anpassungsfähigkeit. Forstfachleute fordern Mischwälder aus einheimischen und ausländischen Baumarten, die widerstandsfähig gegenüber Stürmen und Trockenheit sind. Baumartenvielfalt und Altersmischung sind wichtig für einen stabilen und gesunden Wald. Sie sind anpassungsfähig gegenüber sich ändernden Umwelteinflüssen und garantieren das Fortleben der Wälder für die folgenden Generationen.

Unter dem Motto „Wälder brauchen Vielfalt“ fand am 25. und 26. Oktober das 9. Arnsberger Waldforum im Förstlichen Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik in Arnsberg- Neheim unter der Organisation des Landesbetriebs Wald und Forst NRW statt. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Schwerpunktaufgabe Waldbau und Forstvermehrungsgut ging es vor allem um das Zusammenwirken von Waldbau und Generhaltung.

Etwa 150 Teilnehmer aus Forschung und Praxis – Forstleute, Wissenschaftler unterschiedlichster Fachbereiche, Naturschützer und andere Interessierte – kamen zusammen, um in diesem Jahr über Biodiversität im Wald im Hinblick auf das sich wandelnde Klima zu diskutieren.

Auch die Redner kamen aus unterschiedlichen Bereichen und stellten ihre aktuellen Forschungsprojekte und -ergebnisse vor, die vor allem die Auswirkungen des Klimawandels und Strategien für die Waldwirtschaft im Hinblick auf diesen betrafen.

„Wie werden unsere Wälder mit dem beginnenden Klimawandel zurechtkommen? Welche Rolle spielt Vielfalt für die Anpassungsfähigkeit? Was kann und muss getan werden, um den ‚Wald im Wandel‘ zu unterstützen? Welche Strategien gibt es, um den Wald vielfältiger zu machen?“, waren die Fragen, die im Blickpunkt der Tagung standen und auch das Publikum bekam immer wieder die Gelegenheit weitere Fragen an die Referenten zu stellen und sich an der Diskussion zu beteiligen, sodass ein reger Austausch stattfinden und Erkenntnisse gewonnen werden konnten, die bei den Herausforderungen einer nachhaltigen Forstwirtschaft im Klimawandel helfen.

Diese Diskussionen konnten später am Tag beim gemütlichen Beisammensein im Knappensaal der Arnsberger Schlossruine weitergeführt und vertieft werden, bevor es am nächsten Tag raus in den Arnsberger Wald ging, um auch direkt vor Ort über waldwirtschaftliche Themen zu diskutieren.

Der Wald ist ein Thema, das alle angeht und eine standortgerechte, naturnahe Bewirtschaftung bewahrt den Kreislauf der Natur und sichert einen lebendigen, gesunden Wald für eine nachhaltige Nutzung.

Weitere Infos zum 9. Arnsberger Waldforum gibt es hier:

https://www.wald-und-holz.nrw.de/aktuelle-meldungen/2017/9-arnsberger-waldforum/

 

Text: Sonja Nürnberger

Fotos: Hermann-J. Hoffe

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