Kreis Olpe/Hochsauerlandkreis Puccini neben Tina Turner, die Kelly Family neben Max Bruch, Klassik neben Populärmusik – das ist eines der Erfolgsrezepte der britischen Promenaden-Konzerte in der Londoner Royal Albert Hall. Doch wer diese Atmosphäre einer „Night of the Proms“ genießen möchte, muss nicht erst nach London fliegen. Vor sechs Jahren hatten die Veranstalter der Night of Sounds die Idee mit Musikern aus der Region ein Konzerterlebnis für die Region zu entwickeln, das es so eigentlich nur in den großen Hallen der Städte gibt. Dieses Format zu übertragen und dem Sauerland seine ganz eigenen „Royal Alberts Halls“ zu geben, ist in den letzten Jahren bereits erfolgreich in Elspe, Medebach, Grevenbrück, Schmallenberg und bereits 2012 in Attendorn gelungen. Und die Night of Sounds muss sich hinter dem Vorbild nicht verstecken: „Die Konzerte werden professionell in Szene gesetzt und sind ein echter kultureller Höhepunkt für die Region“, sagt Gisbert Baltes. Deshalb lässt es sich der WDR-Redakteur und gebürtige Sauerländer nicht nehmen, die „Night of Sounds“ zu moderieren.

Mit der Jungen Philharmonie Lennestadt hat die Stadt Lennestadt das große Glück ein eigenes Sinfonieorchester zu haben. Die Junge Philharmonie wird an diesem Abend mit 60 Musikern besetzt sein. Jungen Musikern eine Möglichkeit zu bieten, klassische Musik in einem Orchester zu erleben, ist seit der Gründung im Jahr 2001 das Ziel der „JPL“. Seither lassen es sich auch Profi-Musiker der Region nicht nehmen, die Konzerte als festen Termin im Kalender einzutragen. Sie freuen sich darauf Nachwuchsmusikern ihre Erfahrungen weiterzugeben und umgekehrt Teil dieser beherzten Natürlichkeit und Leidenschaftlichkeit des gesamten Ensembles zu sein. Die drei Chöre Gaudium, Aviva und Junger Chor Eslohe bilden einen großen gemischten Chor mit etwa 100 Sängerinnen und Sängern. Mit dieser Kombination von Chor und Orchester ist es möglich große Werke aus der Oper authentisch zu interpretieren oder Stücke der Popmusik neu zu erfinden.
Musikalischer Leiter ist Michael Nathen. Der Dirigent und Arrangeur hat im Sauerland zahlreiche Chöre und musikalische Projekte gegründet. „Mit den Konzerten wollen wir in der Region nicht nur das Interesse an klassischer Musik wecken, sondern auch junge und talentierte Musiker fördern“, sagt der 45-Jährige. Gemeinsam mit Tobias Schütte aus Oberkirchen hat er die Arrangements für die Veranstaltung individuell geschrieben.

Das Ensemble ist stolz darauf, dass verschiedene Generationen ein großes Gemeinschaftserlebnis erleben. So wird in diesem Jahr der zwölfjährige Solist und „Jungend musiziert“ Preisträger Tom Baier den Mega-Hit der Kelly Family „An Angel“ mit Chor und Orchester singen und sicherlich einige Erinnerungen an den jungen Angelo Kelly wach werden lassen. Bei dem Stück „Kol Nidrei“ von Max Bruch darf sich das Publikum auf Altmeister Michael Kolfhaus freuen. Der ehemalige Solocellist der Philharmonie Südwestfalen wird in diesem Stück für Cello und Chor der Hauptakteur sein.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind Christa Maria Jürgens, Ralf Schmidt und Simone Kaiser ein eingespieltes Gesangstrio. Christa Maria Jürgens ist Stimmbildnerin aller drei Chöre und wird gemeinsam mit Simone Kaiser das irische Stück Caledonia interpretieren. Popig wird es dann bei ihrer Version von „I am what I am“ zugehen. Tenor Ralf Schmidt wird in diesem Jahr eines der bekanntesten und herausforderndsten Stücke für Tenöre singen, das Nessum Dorma aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini. Gina Rudowski ist in diesem Jahr für die rockigen Klänge verantwortlich und wird die legendäre Tina Turner Version von Proud Mary der Gruppe CCR singen. Darüber hinaus werden Stücke aus Operetten von Paul Lincke, Popsongs, moderne und klassische Chorliteratur sowie symphonische Filmmusik zu hören sein. Das Publikum kann sich auf ein stimmiges Gesamtpaket freuen, das für alle Geschmäcker und Genrationen etwas bereithält und jede Menge Überraschungen beinhaltet.

Die musikalische Herausforderung der Night of Sounds beschreiben Michael Nathen und Stimmbildnerin Christa Maria Jürgens wie folgt: „150 Menschen auf den Punkt zu fokussieren und eine motivierte, konzentrierte Leistung zu erbringen, das ist unser Ziel. Dabei bearbeiten wir Stücke, die für Solisten, Orchester und Chor anspruchsvoll sind. Die Kombination verschiedener Genres stellt gesangstechnisch für den Chor eine große Herausforderung dar. Zudem spielen wir in Hallen, die seinerzeit nicht als Konzertsäle ausgelegt wurden und somit eine akustische Herausforderung darstellen. Wenn wir nach der Generalprobe so richtig warmgelaufen sind, spüren wir die Energie, die von dem gesamten Team freigesetzt wird. Für die Choristen ist es jedes Mal wundervoll in diesem Klangkörper aus etwa 100 Stimmen dieses „Massenchorgefühl“ zu erleben und dann mit dem Orchester als rotem Teppich regelrecht in Harmonien zu baden. Wenn wir musizieren, ist es jedes Mal ein Vergnügen zu sehen, wie plötzlich 150 Menschen ein Grinsen im Gesicht haben und sich an so mancher Stelle in den Stücken Gänsehaut breit macht. Dann können wir uns sicher sein, dass die richtige musikalische Energie erzeugt wird. Die größte Freude ist es, wenn sich diese Emotion an das Publikum überträgt.“
Damit das Gesamterlebnis komplett wird, ist modernste Licht und Tontechnik im Einsatz, die akustischen Genuss und optische Überraschungen auf allen Plätzen gewährleistet. Die technische Durchführung liegt wieder in den bewährten Händen der Firma Lutec Veranstaltungstechnik aus Brilon. Sie sind dabei, wenn unter anderem Helene Fischer, David Garret, Kaya Yanar, Steffen Henssler oder Luke Mockridge auftreten und eindrucksvoll Szene gesetzt werden. 60 Mikrofone im Orchester, 20 Chormikrofone, Gesangssolisten, eine Band und die Moderation so abzumischen, dass perfekte Akustik auf allen Plätzen gewährleistet ist, das ist die Aufgabe von Stephan Behrens. Der „Orchesterpapst“ Deutschlands hat die technische Leitung und ist für den „guten Ton“ verantwortlich. Er arbeitete unter anderem für die Night of the Proms, die Fantastischen Vier, MTV, Udo Lindenberg, Ian Gillan (Deep Purple), mit dem er im letzten November eine 3 wöchige Osteuropatour mit Orchester erfolgreich absolviert hat. Auf die Frage warum es Stephan Behrens immer wieder zu Konzerten ins Sauerland führt, antwortet er: „Hier wird Musik mit Leib und Seele gemacht. Hier fühle ich mich wie zu Hause. Ich komme zu Freunden und bei einer sehr persönlichen Zusammenarbeit trägt jeder seinen Teil dazu bei, dass etwas ganz Besonderes, etwas Gefühlvolles entsteht.“

Dass ein solches Konzert in der Region überhaupt möglich ist, dafür bedarf es vieler fleißiger ehrenamtlicher Hände vor und hinter den Kulissen. Aber vor allem auch Sponsoren, die von diesem Projekt überzeugt sind und es unterstützen. So freuen sich die Veranstalter mit der Volksbank Bigge Lenne und Kirchhoff Automotive Partner aus der Region an der Seite zu haben, die dieses kulturelle Ereignis aus Überzeugung fördern und tatkräftig unterstützen. Bankvorstand Bernd Griese: „Wir fördern kulturelles Engagement und freuen uns erneut darüber, dass dieses Top-Event in Attendorn stattfinden wird.“

Das Konzert am 23. September beginnt um 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr). Karten sind in den Filialen der Volksbank Bigge Lenne erhältlich sowie telefonisch unter 0176 78521534 und online unter www.nightofsounds.de[http://www.nightofsounds.de]. Eine Abendkasse gibt es abhängig von der Verfügbarkeit. Mehr Informationen findet man im Internet unter www.facebook.com/NightOfSoundsKonzert[http://www.facebook.com/NightOfSoundsKonzert] und www.nightofsounds.de[http://www.nightofsounds.de].

 

Teil 1
„Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss (Orchester/Chor)
„Morgenstimmung“ aus der Peer Gynt Suite von Edward Grieg (Orch)
„Here I am Lord“ von Dan Schutte  (Chor/Orch)
„Ave Maria Angelus Domini“ von Franz Biebl (Chor/Klavier)
„The final Countdown“ von Joey Tempest (Chor/Orch)
„Das ist dein Tag“ von Udo Jürgens (Chor/Orch)
„Kol Nidrei“ von Max Bruch für Cello und Orchester; Solist: Michael Kolfhaus
„Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini; Solist: Ralf Schmidt, Tenor
„I am what I am“ aus dem Musical: Ein Käfig voller Narren“ von Jerry Herman; Solistin: Christa-Maria Jürgens, Alt
„Love divine, all love excelling“ (Blaenwern) von William Penfro Rowlands (Chor/Orch)

Teil 2
„Baba Yetu“ von Christopher Tinn  (Chor/Klavier), Solist: Klaus Winlemeyer
„An Angel“ von der Kelly Familiy  (Chor/Klavier)  Solist: Tom Baier
„Piraten der Karibik“ Medley aus dem gleichnamigen Spielfilm von Klaus Badelt
und Hans Zimmer  (Orchester)
„Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“ Duett aus der Operette „Frau Luna“ von Paul Lincke; Solisten: Simone Kaiser, Sopran; Ralf Schmidt, Tenor
„Berliner Luft“ aus der Operette „Frau Luna“  Solisten noch unklar
„Romanze in F-Dur“ für Violine und Orchester von Ludwig van Beethoven; Solistin; Esther Delport, Violine
„Proud Mary“ von John Forgerty (Chor/Orch) Solistin Gina Rudowski
„Caledonia“ von Dougie McLean (Chor/Orch); Solistinnen: Simone Kaiser; Christa-Maria Jürgens
„Palladio“, 1. Satz aus dem gleichnamigen Concerto Grosso von Karl Jenkins (Streichorch)
„One Moment in Time“ von Albert Hammond und John Bettis (Chor/Orch) und alle Solisten

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