Krankenhäuser in Arnsberg und Meschede unter einem Dach

Alexianer und Klinikum Arnsberg schließen Allianz

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Gehen gemeinsam in die Zukunft (v.l.n.r.): Hartmut Hagmann (Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH und Geschäftsführer St. Walburga-Krankenhaus Meschede), Werner Kemper (Sprecher der Geschäftsführung Klinikum Arnsberg), Heinz Hückelheim (Mitarbeitervertretung St. Walburga Krankenhaus Meschede), Anja Rapos (Geschäftsführerin St. Walburga Krankenhaus Meschede) und Volker Koch (Geschäftsführer Klinikum Arnsberg). Foto: WOLL Magazin
Gehen gemeinsam in die Zukunft (v.l.n.r.): Hartmut Hagmann (Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH und Geschäftsführer St. Walburga-Krankenhaus Meschede), Werner Kemper (Sprecher der Geschäftsführung Klinikum Arnsberg), Heinz Hückelheim (Mitarbeitervertretung St. Walburga Krankenhaus Meschede), Anja Rapos (Geschäftsführerin St. Walburga Krankenhaus Meschede) und Volker Koch (Geschäftsführer Klinikum Arnsberg). Foto: WOLL Magazin

Die Krankenhäuser in Arnsberg und Meschede arbeiten künftig unter dem Dach einer gemeinsamen Krankenhausgesellschaft zusammen.

Die Alexianer, bundesweit mit Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens vertreten, sowie das Klinikum Arnsberg, eines der größten Krankenhäuser in Südwestfalen, haben eine strategische Allianz geschlossen. Ziel ist es, künftig gemeinsam eine breite und hochwertige medizinische Versorgung im schwierigen Versorgungsgebiet des Hochsauerlandkreis zu sichern und auszubauen.

Vertrag über 30 Jahre geschlossen – Meschede bleibt als vollwertiger Standort bestehen

Dabei ist den Verantwortlichen der neuen Gesellschaft besonders wichtig hervorzuheben, dass man keine „Filetstücke“ von Meschede nach Arnsberg holen möchte, sondern dass die medizinische Versorgung trotz der sich rasant verändernden Rahmenbedingungen im gesamten Kreisgebiet auf hohem Niveau gesichert bleiben muss, und zwar an jedem Standort. Das kürzlich vorgestellte Konzept der vollwertigen Standorte werde also genauso umgesetzt wie geplant, ohne Einschränkung.

Die Alexanier als Träger des Mescheder Krankenhauses werden mit 27,9% als großer Partner in der neu gegründeten Gesellschaft vertreten sein. Bei insgesamt vier Standorten (Arnsberg, Hüsten, Neheim und Meschede) ist das wiederum ein erfreulich hoher Anteil. „Ich hatte mit weniger gerechnet und bin daher positiv überrascht, schließlich kannte ich die Zahlen im Vorfeld nicht“, resümiert auch Meschedes Bürgermeister Christoph Weber bei der Pressekonferenz am 21. Juli im Mescheder Krankenhaus. Und: Die Gesellschafterverträge haben immerhin eine Laufzeit von dreißig Jahren. Das ist eher unüblich und soll als deutliches Zeichen gewertet werden, dass es keinen „Ausverkauf“ des Standortes Meschede geben wird.

Vetorecht bei zukünftigen Veränderungen

In den Verträgen sei darüber hinaus auch festgelegt, dass bei großen Veränderungen in den einzelnen Sandorten die Zustimmung des betroffenen Gesellschafters eingeholt werden muss. Demnach ist Meschede kein „Juniorpartner“ im neuen Verbund, sondern behält als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft das Vetorecht bei diesen Entscheidungen.

Mitarbeitervertretung im Aufsichtsrat

Unverständnis über die Berichterstattung der letzten Wochen hat der Vertreter der Mitarbeiter vom Mescheder St. Walburga Krankenhaus, Heinz Hückelheim, geäußert. Man sei es auf Mitarbeiterseite mittlerweile leid, immer wieder neue, wilde Spekulationen von bestimmten Gruppierungen zu hören, die ohne Grundlage in die Welt gesetzt werden. Man trage das neue Konzept mit und hofft, dass endlich ein wenig Ruhe einkehrt.

Einen Vertrauensbeweis an die Mitarbeiter hat die neue Gesellschaft auch direkt mit in die Verträge eingebaut: Die Mitarbeitervertretung erhält immerhin drei beratende Plätze im Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft. Und besonders wichtig: Betriebsbedingte Kündigungen aufgrund der Fusion seien ausgeschlossen.

Hintergrund

Gemeinsame Krankenhausgesellschaft entsteht

Die Alexianer GmbH, bisher über die Alexianer Miseriocordia GmbH als Träger des St. Walburga-Krankenhauses Meschede in der Region aktiv, wie auch St. Johannes und Maria-Stiftung sowie die Stiftung Carolinen-Hospital Hüsten, die bisherigen Trägerstiftungen des Klinikum Arnsberg, halten ihr Egagement für die Region aufrecht, künftig als drei Gesellschafter einer starken gemeinsamen Krankenhausgesellschaft. Die St. Johannes und Maria-Stiftung sowie die Stiftung Carolinen-Hospital Hüsten werden künftig jeweils einen Anteil von 36,05 % am Zusammenschluss halten. Die Alexianer Misericordia GmbH Krankenhausträgergesellschaft hält 27,9 % der Gesellschaftsanteile und bleibt so langfristig als starker Partner in und für die Region erhalten. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von 30 Jahren.

Verträge besiegelt

Mit ihren Unterschriften unter dem Fusionsvertrag haben Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg, Volker Koch, Geschäftsführer Klinikum Arnsberg, Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer, Alexianer Misericordia GmbH und Geschäftsführer St. Walburga-Krankenhaus Meschede, Wennemar Freiherr von Fürstenberg, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Carolinen-Hospital sowie Dr. Christian Gloria, Kuratoriumsmitglied und Bevollmächtigter der St. Johannes- und Maria-Stiftung am Mittwoch, den 19.07.2017 die gemeinsame Zukunft offiziell besiegelt.

Mit ihren Unterschriften unter dem Fusionsvertrag haben Wennemar Freiherr von Fürstenberg, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Carolinen-Hospital, Dr. Christian Gloria, Kuratoriumsmitglied und Bevollmächtigter der St. Johannes- und Maria-Stiftung, Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg, Volker Koch, Geschäftsführer Klinikum Arnsberg, Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer, Alexianer Misericordia GmbH und Geschäftsführer St. Walburga-Krankenhaus Meschede den Krankenhauszusammenschluss offiziell besiegelt. Foto: Privat
Mit ihren Unterschriften unter dem Fusionsvertrag haben Wennemar Freiherr von Fürstenberg, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Carolinen-Hospital, Dr. Christian Gloria, Kuratoriumsmitglied und Bevollmächtigter der St. Johannes- und Maria-Stiftung, Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg, Volker Koch, Geschäftsführer Klinikum Arnsberg, Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer, Alexianer Misericordia GmbH und Geschäftsführer St. Walburga-Krankenhaus Meschede den Krankenhauszusammenschluss offiziell besiegelt. Foto: Privat

Positives Votum der Gesellschafter

Vorausgegangen waren der Vertragsunterzeichnung bereits in der letzten Woche von der regional historischen Tragweite der anstehenden Entscheidung geprägte Beratungen der Gesellschafterversammlungen der Klinikum Arnsberg GmbH sowie der Alexianer-Misericordia GmbH. Beide Versammlungen hatten sich nach intensiver und konstruktiver Diskussion im Ergebnis einstimmig für die Fusion ausgesprochen.

Strategie mit Leben füllen

Sehr zufrieden zeigten sich Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg GmbH und Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer, Alexianer Misericordia GmbH. „Ich halte es für einen notwendigen und verantwortungsvollen Schritt, sich gemeinsam und damit gestärkt für die wachsenden Herausforderungen der Zukunft aufzustellen“, sagte Kemper. „Das Zentren-/Standortkonzept liegt vor und ist kommuniziert. Dies gilt es jetzt mit Leben zu füllen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Prozess einzubeziehen und ihr Wissen und ihre Erfahrung in die Ausgestaltung der künftigen Versorgungsstrukturen einzubinden“, ergänzte Hagmann und fügt an „Die Arbeit geht jetzt erst richtig los“.

Kündigungsschutz für die Belegschaft

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben die nun unterzeichneten Verträge Sicherheit, nämlich die Verpflichtung, aus Anlass der Fusion keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Versetzungen zwischen den Standorten können dabei aber in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden.

Standortsicherung durch Vetorecht des Minderheitsgesellschafters

Hagmann informierte, dass für den Standort St. Walburga-Krankenhaus Meschede in den geschlossenen Verträgen besondere Schutzrechte festgeschrieben sind. Demnach kann von der gemeinsamen Krankenhausgesellschaft künftig keine Schließung und Umwandlung des Mescheder Krankenhausstandortes beschlossen werden, da dies einer vorherigen Zustimmung der Alexianer Misericordia GmbH bedürfe. Gleiche Schutzrechte bestehen für die bisherigen Trägerstiftungen der Arnsberger Standorte.

Aufsichtsratsmandate für Interessenvertreter der Belegschaft

Die Mitarbeitervertretungen (MAV), also die aus demokratischen Wahlen hervorgegangenen Interessenvertreter der Arnsberger und Mescheder Belegschaft, werden künftig mit insgesamt drei Sitzen im Aufsichtsrat der gemeinsamen Krankenhausgesellschaft eine starke Position einnehmen und von Anfang an bei allen Entscheidungen und Planungen beratend beteiligt. Ein Verfahren, welches sich bereits in Arnsberg bewährt hat, für die Mescheder Belegschaft jedoch absolut neu ist. Die Mescheder Belegschaft erhält dabei einen eigenes Mandat für die volle Wahlperiode der bestehenden MAV und gewinnt somit nie dagewesene Mitwirkungsrechte in Organen der neuen Krankenhausgesellschaft.

Zusammensetzung des Aufsichtsgremiums

Im neuen Aufsichtsrat der gemeinsamen Krankenhaus-Gesellschaft sind künftig insgesamt 12 Mandate ausgewiesen. Sieben Sitze für die bisherigen Trägerstiftungen des Klinikum Arnsberg, zwei Sitze für die Alexianer Misericordia GmbH Krankenhausträgergesellschaft und drei beratende Sitze für die Mitarbeitervertretung aus Arnsberg und Meschede.

Genehmigungsverfahren läuft noch

Die Zustimmung der Genehmigungsbehörden, der kirchlichen Stiftungsaufsicht sowie die Aufnahme der neuen gemeinsamen Krankenhausgesellschaft in den Krankenhausplan NRW stehen derweil noch aus. Erst wenn diese vorliegen, wird die Fusion rechtswirksam. Man arbeitet darauf hin, bis Anfang des 4. Quartals 2017 die erforderlichen Genehmigungen auf dem Tisch zu haben.

Spekulationen Absage erteilt

Gezielt und wiederholt geschürten Gerüchten, die den Erhalt des Standortes St. Walburga-Krankenhaus als vollwertiges Krankenhaus in Zweifel ziehen, erteilten Kemper und Hagmann abermals eine klare Absage. „Die am 14.06.2017 der Öffentlichkeit vorgestellte zukünftige Strategie zum Zentren-/Standortkonzept ist inzwischen Gegenstand der offiziellen Krankenhausplanung des Landes NRW. Das dazu gesetzlich vorgeschriebene Anhörungsverfahren ist vom Ministerium eingeleitet und lässt keinen Raum für Spekulationen darüber, ob das Klinikum Arnsberg sich „Filetstücke“ aus dem Walburga-Krankenhaus zieht“ so Kemper. Für die Zukunft sei es entscheidend, dass aus zwei Krankenhaus GmbHs ein gemeinsames Krankenhausunternehmen mit gemeinsamen Versorgungsschwerpunkten in 12 Zentren an den Standorten Arnsberg und Meschede entsteht.

Eckdaten der gemeinsamen Krankenhausgesellschaft

Mit dem Zusammenschluss entsteht ein Klinikum mit künftig 927 Planbetten (226 St. Walburga-Krankenhaus und 701 Klinikum Arnsberg), rund 2.250 Beschäftigten (ca. 1.750 Klinikum Arnsberg und ca. 500 St. Walburga-Krankenhaus), vier Standorten und jährlich ca. 41.000 stationär versorgten Patienten (ca. 30.000 Klinikum Arnsberg und ca. 11.000 St. Walburga-Krankenhaus).

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