Beim Kettensägenschnitzen fliegen die Späne

Sauerländer Kettensägenkunst: Ingo Luke aus Biekhofen schnitzt filigrane Skulpturen mit der Kettensäge

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Sauerland Bank Ingo Luke Kettensägenschnitzen

Attendorn. In ruhiger Lage, zwischen Wiesen und Wäldern und mit einem atemberaubenden Blick über das Attendorner Sauerland, liegt der Landgasthof Roscheid. Direkt am Eingang fällt der Blick der Gäste auf eine ungewöhnliche Sitzmöglichkeit: die Sauerland-Bank von Ingo Luke. In liebevoller Kleinarbeit ziert das sauerländische „Woll“ die Rückenlehne der Bank. So wird man gerne begrüßt und möchte am liebsten sofort Platz nehmen.

Kettensägenschnitzen: Ingo Luke und seine Woll-Bank.
Die Sauerland-Bank steht auf dem Hof Roscheid in Attendorn.

Hobby Kettensägenschnitzen

Vor rund sieben Jahren hat der 47-jährige Sauerländer das Kettensägenschnitzen für sich entdeckt. Bei einer Showvorführung des Weltmeisters im Speedcarving, Shapoor Engineer, ist seine Leidenschaft für das ungewöhnliche Hobby entfacht. Zum 40. Geburtstag schenkte ihm seine Frau Tamara dann einen Kurs bei dem Weltmeister im Schnellschnitzen mit der Kettensäge. Seitdem schnitzt der Hobbykünstler täglich an neuen Figuren.

Was als Hobby angefangen hat, hat sich schnell zu einem Gewerbe entwickelt, denn Ingo Luke kann sich vor Anfragen kaum retten. Viele Kunden fragen ihn nach Modellen, die er dann individuell anfertigt. An Inspirationen mangelt es dem Künstler mit der Kettensäge nicht, denn oft reicht ein Stück Holz und Luke weiß genau, was er daraus schnitzen möchte. Bevor er die Kettensäge anschmeißt, entwirft er erste 3D-Zeichnungen am Computer. Durch seinen Beruf als NC-Programmierer für Fertigungsmaschinen besitzt er die nötige räumliche Vorstellungskraft für die dreidimensionalen Objekte.

Traditionen aus dem Sauerland

Besonders während der Weihnachtsaison ist der Kettensägenkünstler sehr gefragt. An jedem Wochenende hatte er im letzten Jahr während der Adventszeit Termine, um auf Weihnachtsmärkten live zu schnitzen. Anfangs schnitzte Luke vor allem Weihnachtsdekorationen wie Sterne, Tannen und andere Dekorationsstücke.

Besonders viel Freude bereitet dem 47-Jährigen jedoch das Schnitzen von filigranen Skulpturen rund um die Brauchtümer und Traditionen seiner Heimatstadt Attendorn. Eines seiner Lieblingsstücke ist die „1222-Bank“, die im Rathaus in Attendorn zu bestaunen ist. Sie dokumentiert die Verleihung der Stadtrechte für Attendorn.

Was wäre Attendorn ohne den Karneval? Ingo Luke hat viele närrische Kunstwerke geschnitzt. Beispielsweise den Prinzengarden-Orden mit Narrenkappe für den Prinzen Frank III. oder einem Iserkopp mit Stadtwappen.

Ingo Luke

Kettensägenschnitzen

Vor ihrem Haus in Biekhofen steht eine Bank mit Herz und Flügel, auf der das Ehepaar Luke gerne Platz nimmt, um die weiteren Skulpturen in ihrem Garten zu bestaunen.

Kettensägenschnitzen

Sauerland-Bank

Die WOLL-Bank auf dem Hof Roscheid besteht aus Eichenholz, denn das massive Holz ist sehr witterungsbeständig. So kann man sich viele Jahre an der liebevoll gestalteten Bank erfreuen. Um dem Ganzen eine noch individuellere Note zu geben, hat sich Luke überlegt im Buchstaben „O“ ein Herz und den Namen des Gasthofes einzugravieren. Für eine Bank braucht Luke etwa vier Wochen, denn er arbeitet hauptberuflich als NC-Programmierer. Die Sauerland-Bank kommt gut bei den Gästen des Hof Roscheids an, erzählt Luke. Er wurde schon oft gefragt, ob er nicht noch weitere Sauerland-Bänke schnitzen kann.

Auf der Internetseite von Ingo Luke und auf Facebook gibt es noch viele weitere Schmuckstücke zu bestaunen.

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