„Der Eurovision Song Contest hat mein Leben verändert“

Zertifikatsverleihung der Oberstufenakademie in der Abtei Königsmünster

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Über den Tellerrand schauen

Seit mittlerweile 16 Jahren ist die Oberstufenakademie der Abtei Königsmünster fest verankert in der südwestfälischen Bildungslandschaft. Bildung sei für den Benediktinerorden von jeher ein wichtiges Stichwort, so sagte es der Mescheder Bürgermeister Christoph Weber in seinem Grußwort bei der Zertifikatsverleihung am Abend des 28. Juni 2017 im Ausstellungsraum der Abtei. „Die Schülerinnen und Schüler von heute sind die Führungskräfte von morgen.“ So haben wir uns gefreut, 27 Absolventinnen und Absolventen der Oberstufenakademie ihre Zertifikate über eine erfolgreiche Teilnahme überreichen zu können. Schülerinnen und Schüler aus Meschede, Wadersloh, Werne, Sundern, Neheim, Paderborn und Münster haben sich immer wieder auf den Weg in die Abtei gemacht, um sogenannte soft skills zu erwerben wie Teamfähigkeit, Kommunikationsvermögen, rhetorische Fähigkeiten oder Stil und Etikette. Die Wirtschaft suche genau solche Menschen, die über den Tellerrand schauen, so sagte es Johannes Huxol von der Firma Trilux, der dem Beirat der Oberstufenakademie angehört.

Auf die eigene Stimme hören

Besonderer Gast an diesem Abend war Dr. Irving Wolther, der auch als „Dr. Eurovision“ bekannt ist. Geboren 1969 in Eppstein, studierte er angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften und Journalistik an den Universitäten Mainz, Genf und Hannover. Er beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit dem Eurovision Song Contest und gehört international zu den führenden Forschern zu diesem Thema. In seiner Dissertation „Kampf der Kulturen – Der Eurovision Song Contest als Mittel national-kultureller Repräsentation“ analysierte er 2006 erstmals die komplexen Zusammenhänge des Wettbewerbs im Spannungsfeld zwischen Medien, Musikwirtschaft, Politik und Nationalkultur. Seit 1992 ist er bei jedem Eurovision Song Contest dabei und gilt mit Recht als Experte dieses europäischen Musikwettbewerbs. Auf humorvolle Weise ließ er das Publikum an seiner Liebe zum ESC teilhaben. Der Eurovision Song Contest hat in ihm die Liebe zu den verschiedenen Sprachen und Kulturen geweckt. „Jede Sprache ist ein neuer Mensch“, so zitierte er ein türkisches Sprichwort. Der ESC sei für Wolther Ansporn gewesen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen – und genau das empfahl er den Jugendlichen: „Das Schicksal hat mir Angebote gemacht, und ich habe sie wahrgenommen. Habt Mut, auf eure innere Stimme zu hören!“

Dr. Irving Wolther bei seinem Festvortrag in der Abtei Königsmünster.

Ein besonderer Dank gebührt Br. Benedikt Müller OSB, der mit viel Herzblut und Leidenschaft die Oberstufenakademie begleitet und gemeinsam mit dem Beirat weiterentwickelt. Mit dem Studium Generale hat er nun ein weiterführendes Angebot für Studentinnen und Studenten geschaffen.

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