Einen sinnigeren Veranstaltungsort als das DampfLandLeute-Museum in Eslohe hätte sich die Volksbank Reiste-Eslohe für ihre diesjährige Vertreterversammlungwohl kaum aussuchen können. Schließlich standen die Kundengeschäfte der Genossenschaftsbank im abgelaufenen Jahr 2016 kräftig unter Dampf. „Sehr zufrieden“ lautete dann auch das Prädikat, das die beiden Vorstandsmitglieder Dirk Schulte und Dr. Stefan Eckhardt dem Bilanzjahr 2016 gaben.

Sehr stabile Bilanz und niedrige Zinsen

Die Vertreter der nahezu 7.000 Anteilseigner der Bank freuten sich, dass die Versammlung erneut die Auszahlung einer 4%-igenDividende beschloss. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Bank war gekennzeichnet durch einen außerordentlichen Ertrag in höhe von rund 1,3 Millionen Euro, der aufgrund des Zusammenschlusses der beiden genssenschaftlichen Zentralbanken zur neuen DZ BANK bilanziert werden konnte. Dieser Betrag wurde größtenteils zur weiteren Stärkung des Eigenkapitals eingesetzt.

Aber die immer noch ausreichend gute Ertragslage neigt sich dem Ende zu. „Das ist die größte Herausforderung für die kommenden Jahre. Die Niedrigzinspolitik wird unsere Marge weiter belasten“, so Dr. Stefan Eckhardt. Keinen Engpass stellt die Eigenkapitalausstattung der Bank dar. Die geforderte Qoute von 8 % wird um ein vielfaches übertroffen und lag bei rund 23 %.

Eine weiterhin unverhältnismäßig hohe Belastung stellen die regulatorischen Anforderungen dar. Da war der Entschluss in 2013 wichtig, mit den Genossenschaftsbanken in Marsberg, Thülen und Oeventrop zu kooperieren. Und das praktiziert die Bank in den Bereichen, in denen die Regulierungswut besonders greift. „Es funktioniert sehr gut. Wir wollen diese Zusammenarbeit weiter forcieren“, betonte Dirk Schulte.

Forst- und Landwirtschaft im Fokus

Einen besonderen Augenmerk legte die Bank im abgelaufenen Jahr auf die Entwicklung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise. „Die Land- und Forstwirtschaft liegt uns besonders am Herzen. Wir haben die missliche Situation an den Milchmärkten genau beobachtet und unsere Landwirte, wenn nötig unterstützt“, sagte Dirk Schulte. Auf der Anlegerseite vermeidet die Bank weiterhin strikt die flächendeckende Einführung von Negativzinsen, obwohl die Einstandszinssätze der Bank dies fordern müssten. „Die Inflation ist mittlerweile wieder auf einem Niveau, bei dem die Zentralbank eine Korrektur ihrer Zinspolitik vernehmen sollte. Aktuell liegt der Realzins aller Sparer bei fast Minus 2 %. In dieser Höhe verlieren wir Sparer jedes Jahr an Geldvermögen. Um diesem Trend entgegenzuwirken ist eine Beimischung von Kapitalmarktprodukten, wie Fonds, mehr als sinnvoll“, so das Fazit der Vorstände.

Einig zeigten sich die Vertreter/innen bei den satzungsmäßig anstehenden Beschlüssen. Jeweils ohne Gegenstimme wurde der Jahresabschluss 2016 beschlossen sowie Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung erteilt. „Was sich bewährt, soll man nicht ohne Grund aufgeben“. So könnte das Motto der turnusmäßig anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat gelautet haben. Die drei ausgeschiedenen Mitglieder Norbert Sapp, Reinhard Schrage und Ferdinand Grabiel wurden jedenfalls ohne Gegenstimme für weitere drei Jahre im Aufsichtgremium bestätigt.

Zahlen im Überblick:

Eigenkapital: 35,1 Mio. Euro + 6,5 %

Ausleihungen: 144,6 Mio. Euro + 2,2 %

Einlagen: 187,6 Mi. Euro + 3,2 %

Kundenvolumen: 491,0 Mio. Euro + 2,7 %

(Steigerungen gegenüber dem Vorjahr)

Vertreterversammlung im DampfLandLeute-Museum, Eslohe.
Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Reiste-Eslohe (von links nach rechts): Dirk Schulte (Vorstand), Reinhard Schrage, Norbert Sapp, Ferdienand Gabriel, Theo Bremke (alle Aufsichtsrat) und Dr. Stefan Eckhard (Vorstand) vor historischer Dampfkulisse.

 

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