Hans Günther Winkler, Isabell Werth, Ludger Beerbaum – die Geschichte der Deutschen Meisterschaften im Spring- und Dressurreiten ist gespickt von großen Namen. Auch dieses Jahr werden vom 8. bis 11. Juni wieder die Deutschen Meister in Balve gekürt. Doch welchen Stellenwert hat der Titel „Deutscher Meister“ im Spannungsfeld immer höher dotierter internationaler Pferdesportevents? Was ist es heutzutage noch wert, bester Reiter im Pferdeland Deutschland zu sein?

Wir haben sechs der deutschen Dressur- und Springelite gefragt, was sie darüber denken. Darunter natürlich die aktuellen Deutschen Meister Andreas Kreuzer, Simone Blum und Dorothee Schneider, aber auch drei, die sich die Deutschen Meisterschaften 2017 fest in ihren Turnierkalender geschrieben haben: Guido Klatte jun., Helen Langehanenberg und Kathleen Keller.

Andreas Kreuzer

„Auf jeden Fall ist der Titel eine Art Meilenstein, ein Lohn für harte Arbeit und ein Zeichen
dafür, dass ich mit meiner Arbeit auf einem guten Weg bin. Trotz eines Ansporns weiter zu
arbeiten, ist so ein Titelgewinn auch ein Anlass, sich etwas zurückzulehnen, zu
entschleunigen und einfach mal stolz zu sein. Balve ist ein Turnier,
welches mit Herzblut gemacht ist. Das merkt man an dem Ambiente, dem Veranstalter und
der besonderen Atmosphäre – auch unter den Zuschauern.“

Dorothee Schneider

Deutsche Meisterin zu sein, heißt im Moment, in der Welt ganz vorne mitzuspielen. Es ist das erste Mal für mich, dass ich diesen Titel tragen darf und das erfüllt mich natürlich mit viel Stolz. Balve war für mich das Sprungbrett in die Mannschaft nach Aachen und von dort aus nach Rio bis hin zum Olympiasieg. Olympia ist für jeden Leistungssportler das höchste zu erreichende Ziel. Olympisches Gold – was für ein Erlebnis! Balve bietet optimale Bedingungen für die Deutschen Meisterschaften. In den letzten Jahren ist das Balve Optimum fester Bestandteil meines jährlichen Turnierkalenders geworden. Es messen sich dort die besten deutschen Reiter, was die Veranstaltung extrem spannend macht. Tolle Events außerhalb des Sports runden die Veranstaltung ab, sodass auch das Feiern nicht
zu kurz kommt.“

Guido Klatte junior

„In Balve finden die Deutschen Meisterschaften statt und ich finde, wenn man schon mal die Chance hat dabei zu sein, dann sollte man sie auch nutzen. Internationale Turniere gibt es jedes Wochenende, während die Deutsche Meisterschaft nur einmal jährlich stattfindet. Dazu kommt noch, dass nach Balve ein paar Startplätze für Aachen vergeben werden, was einen natürlich noch mehr anspornt. Es würde ein Kindheitstraum in Erfüllung gehen.“

Helen Langehanenberg

„Ich bekam in Balve zum ersten Mal über 80%, was für mich meinen Durchbruch bedeutete. Die Ränge sind immer voll und die Stimmung dementsprechend toll. Spannend ist auch immer das Wetter. Ob Hitze, Sturm, Platzregen oder Gewitter – in Balve muss man mit allem rechnen.Mein Fokus liegt in dieser Saison klar auf Balve und Aachen. Meine Chancen hier sind schwer abzuschätzen, denn man muss immer realistisch sein und sehen, dass es oben aktuell viele starke Reiter und Paarungen gibt, die sich auch schon mehrfach bewiesen haben. Damsey und ich haben noch nicht so viel Erfahrung in solchen Situationen zusammen, da das alles noch relativ frisch ist. Letzen Endes kommt es im Sport immer darauf an, die Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt abrufen zu können. Wir Dressurreiter freuen uns jedes Jahr auf Balve und fahren gerne hin. Dass Balve ein sogenannter aufgrund des offiziellen Sichtungwegs ein „Pflichtstart“ ist, klingt für mich immer negativ, eigentlich empfinde ich es als Ehre auf so einem Turnier zu reiten, denn man will ja auch die deutsche Mannschaft international repräsentieren.“

Kathleen Keller

„In Balve herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre. Ich denke, es gibt außer in Aachen kaum ein Reitsportevent in Deutschland, bei dem man die besten deutschen Dressurreiter an einem Ort versammelt hat, das macht für mich das Event zu etwas ganz Besonderem. Ich starte dort mit einem sehr jungen Pferd, deshalb ist es schwierig, das abzuschätzen. Aber wir schauen einfach mal, wie weit wir kommen und lassen das Ganze einfach auf uns zukommen.“

Simone Blum

„Der Stellenwert der Deutschen Meisterschaft in Balve ist sehr hoch, deshalb ist es etwas ganz Besonderes, dort zu siegen. Wenn du beispielsweise in Donaueschingen gewinnst, bekommen das nur wenige mit, wenn du aber in Balve siegst, wissen das alle. Momentan ist mein Pferd sehr gut drauf, aber das muss eben auch bis zum Turnier im Juni so bleiben. Ziel ist es natürlich, wieder eine Medaille zu holen, denn 2015 haben wir Silber geholt und 2016 Gold. Daran würden wir gerne wieder anknüpfen.“

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