Zum Abschluss der Spielzeit 2016/17 zeigt die Kulturgemeinde Hundem-Lenne im Reformationsjahr 2017, 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg, ein Stück, bei dem es um Menschen im Netz der Macht, um wechselnde Allianzen und die Verflechtungen von Kirchengeschichte, Politik und Wirtschaftsgeschichte zur Zeit der Reformation geht. Das Stück spielt in der Zeit von 1514 bis 1525 In 57 Kurzszenen mit spannenden Handlungssträngen stellt der Autor Lebensstationen Luthers denen der Entscheidungsträger der Epoche (Kaiser, Papst, Kurfürsten) gegenüber, die seine Lehre für ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele missbrauchen. Drahtzieher im Hintergrund ist Jakob Fugger, in dessen Bankgeschäfte alle eher mehr als weniger verstrickt sind, dem die Fürsten gehorchen, weil sie mit ihm verdienen. Fugger handhabt seine Geschäfte nicht anders als die heutigen Großkapitalisten, ganz gleich, ob er Gewürze, Metalle, Menschen oder „42 000 Nachttöpfe nach Afrika“ verkauft. Auch der Revolutionär Thomas Münzer mit seinem Bauernheer interessiert ihn nur als Passivposten in seiner Buchführung.

Das politische Explosionspotential des 1970 in Basel uraufgeführten Dokudramas – die Mechanismen der Macht – lässt sich bis in unsere Gegenwart verfolgen, geht es doch um globale Vernetzung, Monopolbildung, Bankenkrisen, Staatsbankrotte und um den jede Solidarität ausschließenden modernen Kapitalismus der Wirtschaftswelt. Die Verkleidungen wechseln, die Machtstrukturen bleiben die gleichen.

Termin: Donnerstag, 11. Mai 2017, 20 Uhr
Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung
Schauspiel von Dieter Forte mit Thomas Henniger von Wallersbrunn als Martin Luther, Markus Born, Carsten Klemm u.v.a.
Inszenierung: Alexander Schilling

Kartenvorverkauf in der Geschäftsstelle der Kulturgemeinde Hundem-Lenne e.V. im Rathaus Lennestadt, Tel. 02723/608403, per eMail k.seidenstuecker@lennestadt.de oder am Veranstaltungstag an der Theaterkasse.

 

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