Um gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme ging es jetzt bei einem Zusammentreffen im Regionalforstamt Oberes Sauerland in Schmallenberg.
Anlass des Treffens war der Internationale Tag des Waldes am 21.3.2017. Die Vertreter zehn unterschiedlicher Interessengruppen kamen zusammen, um ihre jeweiligen Bedürfnisse und Ansprüche an den Wald offen zu legen und dazu miteinander ins Gespräch zu kommen.
Es liegt auf der Hand: der Waldeigentümer hat andere Interessen als der Jäger, der Wanderer fühlt sich vielleicht vom Mountain-Biker gestört und umgekehrt, der Naturschützer hat wiederum andere Vorstellungen als der Förster und auch der Imker, die Kinder, die den Wald spielerisch kennenlernen und der Arzt haben ihre jeweiligen Interessen. Es gibt aber nur den einen Wald und daher gilt es, die jeweiligen Bedürfnisse des Anderen zu akzeptieren und tolerieren.
„Jeder soll zu seinem Recht kommen, ohne dass eine Gruppe, z.B. der Waldeigentümer, zum großen Verlierer wird“, erklärt Forstamtsleiter Hans von der Goltz. Immerhin sind 67% unserer Wälder in privater Hand und manch einer lebt davon.
Wichtig ist es aber auch, den Wald in allen Bereichen fürsorglich zu behandeln und zu pflegen. Der Klimawandel und nicht zuletzt die Spuren, die Kyrill hinterlassen hat, machen ein Umdenken erforderlich. Längere Trockenperioden, längere Vegetationszeiten und höhere Temperaturen sorgen für veränderte Verhältnisse, sowohl in der Pflanzen- als auch in der Tierwelt – und das erfordert Flexibilität und Weiterentwicklung. Wo früher alles grün war, sieht man heute bunte Farben, denn die Fichte war einst zu 97% in unseren Wäldern zu finden. Heute setzt man eher auf eine gesunde Mischung mit anderen Bäumen. Dadurch sollen großflächige Verluste durch Krankheiten, Schädlinge und weitere Umwelteinflüsse verhindert werden – und das macht den Wald stabiler. Ein jeder, der den Wald für irgendwelche Zwecke nutzt, muss sich wohl mit diesen Veränderungen auseinander setzen. Aber dass nicht alles sofort komplett anders gemacht werden muss, daran erinnert Hans von der Goltz ebenfalls. Wichtig sei es, sich langsam auf die Veränderungen einzustellen und diese zu akzeptieren. „Wir müssen Bewährtes bewahren und Neues verantwortungsbewusst integrieren“, so sein Fazit.
Bei dem Zusammentreffen im Forstamt und der anschließenden Begehung eines nahegelegenen Waldstückes wurde einmal mehr deutlich, dass die Interessen des Einzelnen im Wald wirklich sehr unterschiedlich sind. Aber es wurde auch gezeigt, dass durch intensive Gespräche und gegenseitige Akzeptanz ein harmonisches Miteinander möglich ist. Und das ist nicht nur für den Menschen von Bedeutung, sondern gewährleistet auch nachhaltig einen gesunden Wald.

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