Eine neue volkskundliche Ausstellung im Museum Holthausen widmet sich dem Zwergmotiv auf Textilien. Neben Darstellungen in Märchen, Folklore und in historischen Gemälden wurde der Zwerg in privaten Haushalten auf Kissenbezügen, Wand- und Überhandtüchern gestickt. Zu finden waren diese Textilien während des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre in Küchen und Wohnräumen.

Dort erfüllten die bestickten Tücher als Wandschoner eine Schutzfunktion. Sie spiegeln zudem die im 19. Jahrhundert verbreitete gesellschaftliche Norm wieder, dass die materielle Hausarbeit der Frau nicht sichtbar sein soll. Von Männern geschriebene Haushaltsratgeber raten Frauen Ende des 19. Jahrhunderts, gröbere Handarbeit in den Morgenstunden zu verrichten, damit ein Einblick in diese Arbeit der Gesellschaft und auch der Familie verwehrt wird.

Unsichtbar, unbemerkt und unbezahlt ist auch die Arbeit der Zwerge und somit deckungsgleich zu der Arbeit der Haufrauen und Mütter, die oftmals nicht wertgeschätzt wird. Zwerge gelten auch als Abbild der Bergwerkleute und symbolisieren Fleiß, Ehrlichkeit und harte Arbeit und durch ihre Kleinheit auch Bescheidenheit.
Die Ausstellung im Museum Holhausen zeigt nun einige Beispiele dieser historischen Tücher mit Zwergenmotiv. Die Leihgaben aus dem Museum Abtei Liesborn, Museum des Kreises Warendorf, werden ergänzt durch Bücher und diverse niedliche Accessoires. Natürlich fehlt auch der Gartenzwerg nicht.

Die kleine Zwergausstellung ist bis Mitte Mai im Museum zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch, Freitag, Samstag von 14 -17 Uhr, Sonntag von 10-13 Uhr.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here