„Meet the team“ lautete der Titel der Informationsveranstaltung, zu der jetzt die Bezirksregierung Arnsberg einlud.
Der Ort war mit dem Welcome Hotel am Hennesee nicht zufällig gewählt, ging es doch um Themen und Herausforderungen des ländlichen Raums. Nach einer einleitenden Begrüßung der Regierungspräsidentin Diana Ewert standen in lockerer Runde fachliche Experten der Bezirksregierung zu unterschiedlichen Schwerpunkten zur Verfügung, um Rede und Antwort zu stehen.
Michael Opitz gab einen Einblick in das Thema „Förderung des Breitbandausbaus“. Um auch den ländlichen Raum attrakiver zu gestalten, ist eine schnelle Datenverbindung unumgänglich, gerade bei der jüngeren Generation. „Denn wie sollen wir junge Fachkräfte und Firmen an die Region binden, wenn die notwendige Datenverbindung nicht gegeben ist?“, so der Fachmann. Gerade in der heutigen Zeit ist das ein Thema mit hohem Stellenwert. Das Datennetz wird ständig verbessert und seit 2009 wurden bereits 79 Maßnahmen in Angriff genommen. Das Fazit: in Südwestfalen ist man in diesem Bereich sehr gut aufgestellt.
Zum Thema „Integrierte ländliche Entwicklung/LEADER“ konnte Andreas Pletziger Einblicke geben. In den letzten Jahren gab es bereits einige sehr erfolgreiche LEADER-Projekte, die das dörfliche Leben aufgewertet haben. Derzeit sind es 11 LEADER-Regionen mit jeweils 60-80 Projekten, das heißt knapp 1.000 Projekte, die es umzusetzen gilt. Dabei gehen LEADER-Regionalmanager an die Bürger heran und sammeln Vorschläge. Ein großer Wunsch ist es, dass die Leute innovativ und mutig denken, denn kreative Ideen zur Förderung und Verbesserung dörflichen Zusammenlebens werden gebraucht.
Zum Thema „Tourismusförderung“ konnte Andreas Papenbrock Einiges beitragen. Welche Ziele sind von Interesse im ländlichen Raum? Hinsichtlich dieser Fragestellung werden Wettbewerbe durchgeführt, Ergebnisse und Ideen werden anschließend einer Jury vorgestellt. Diese entscheidet dann über Projekte, die gefördert werden. Einige wichtige Themenbereiche sind Angebote für ältere Menschen, Gesundheitstourismus, Natur (wandern, radeln, Wellness) oder Service-Angebote für viele Bereich, beispielsweise für Menschen mit Behinderung.
Ein weiteres Thema ist die „Städtebauförderung“. Benedikt Große Hüttmann erklärte, durch welche Maßnahmen die Städte aufgewertet werden können. Das Schaffen von Barrierefreiheit, Freizeit-Attraktionen und Gemeindebedarfseinrichtungen zählt ebenso dazu wie Renovierungen, Wege- und Plätzeaufwertungen oder Erlebbarmachung von Gewässern. Auch städtebauliche Mißstände werden gemildert, je nach Bedarf. Ein Konzept dazu muß die jeweilige Stadt erstellen.
Auch im Bereich der Bildung wird seit Jahren einiges in Angriff genommen. „Integration durch Bildung“ war ein Thema, für das Sigrid Kuck und Klaus Heide standen. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf schulische Integration. Wie viele Lehrerstellen brauchen wir, um Integration zu schaffen? Hinsichtlich aller Schulformen im Regierungsbezirk besteht hier ein großer Koordinations- und Beratungsbedarf. Eine enge Zusammenarbeit mit der jeweiligen Schule ist dabei selbstverständlich. 12 Schulämter sind es im Regierungsbezirk und die derzeit 1.082 Integrationsstellen (festgelegt für 2 Jahre) machen den hohen Bedarf deutlich.
Die „Renaturierung von Flüssen“ ist ein Thema, zu dem Rolf Dietz interessante Einblicke gab. Warum werden Flüsse renaturiert, das heißt in ihren ursprünglichen Lauf zurückgebracht? Die Umweltziele liegen zum einen darin, einen natürlichen Fluß zu haben, der bei Hochwasser besseren Schutz bietet und zum anderen darin, das Gewässer attraktiver zu machen. Die Innenstadtentwicklung spielt dabei eine Rolle sowie angrenzende Rad- und Wanderwege. Nach einem Leitbild (wie hat das Gewässer ursprünglich ausgesehen?) und einer Bewertung des IST-Zustands wird ein Entwicklungsziel abgeleitet.
Die unterschiedlichen Themenangebote mit ihren jeweiligen Expertenauskünften gaben einen umfangreichen Einblick in die vielfältigen Projekte und Planungen in unserer Region. Und man war überrascht, wie viel doch in Bewegung ist – gerade auch in unserer ländlichen Region.

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