Wie nehmen Flüchtlinge die Menschen im Sauerland und ihre Kultur wahr und wie sieht ihr Leben in ihrer neuen Heimat nun aus? Das haben zehn Flüchtlinge zwischen 21 und 46 Jahren aus Nigeria, Guinea, Irak, Pakistan und Syrien in den vergangenen Monaten versucht in ihrem Film „in between“ offenzulegen.

An insgesamt 13 Drehtagen erkundeten sie dafür die unterschiedlichsten Orte des Sauerlandes, wie zum Beispiel den Wilzenberg, das Schieferbergbau- und Heimatmuseum in Holthausen, den Weihnachtsmarkt in Schmallenberg oder das Winterschützenfest in Oberhenneborn. Unterstützt wurden sie dabei vom Schmallenberger Kameramann und Filmemacher Roman Schauerte. Gemeinsam mit den Flüchtlingen möchte er durch dieses Filmprojekt die Annäherung zweier Kulturen ermöglichen und zur Integration seiner Kursteilnehmer beitragen. Ein besonderes Ziel ist auch, die Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. „Die Teilnehmer haben bei den Dreharbeiten die Gepflogenheiten im Sauerland näher kennengelernt, das hilft ihnen unter anderem bei der Arbeitssuche“, meint Roman Schauerte. Drei Flüchtlingen konnte bereits mithilfe von Kurzclips, die während des Projektes entstanden sind, eine Arbeit verschafft werden. Weitere Clips und möglicherweise sogar ein Portal für Flüchtlinge sollen noch folgen, damit möglichst bald alle Kursteilnehmer Arbeit finden.Für dieses Ziel arbeiten die Neu-Schmallenberger aber auch außerhalb des Projektes ehrgeizig. Deutsch zu lernen sei wichtig, auch, um Arbeit zu finden, gaben alle an. Deshalb lernen sie auch außerhalb des Deutschkurses die neue Sprache.

Flüchtlinge aus Nigeria, Irak, Pakistan und Guinea haben ihr Leben in der neuen Heimat Sauerland in einem Dokumentarfilm festgehalten.
Foto: Roman Schauerte

Der Film ist aber nicht nur für die Flüchtlinge gedacht, auch für Schmallenberger wird es interessant sein, ihre Region aus einem neuen Blickwinkel zu erleben. „Der Film soll letztendlich das gewohnte Umfeld Schmallenberg durch die geflüchteten Menschen mit neuem Inhalt füllen“, meint Schauerte. Die Projektteilnehmer können sich durch ihren Dokumentarfilm „in between“ nun selbst aktiv in das Stadtgeschehen einbringen. „Dieser Film ist ein kleiner erster Schritt auf unserem Weg. Wir haben hier eine schöne Zukunft“, sagt Kursteilnehmer Alaa Mazloom. Schmallenberg sei auch durch solche Projekte ein positives Beispiel für andere Regionen.

Auch wenn die Teilnehmer alle zum ersten Mal mit einer Filmkamera gearbeitet haben und der Film deshalb an manchen Stellen etwas holprig daher komme, sei er mit dem Inhalt doch sehr zufrieden, zieht Roman Schauerte ein Fazit. Der Film bringe das herüber, was er herüberbringen solle. Das Projekt möchte die Zuschauer zur Auseinandersetzung mit dem Thema Flüchtlinge und auch zu einem gewissen Verständnis dafür anregen. Den finanziellen Rahmen für dieses ungewöhnliche Werk stellte die Jugendkunstschule Schmallenberg, die mit Unterstützung der Stadt Schmallenberg insgesamt 4300 Euro an Fördermitteln von der Landesarbeitsgemeinschaft kulturpädagogischer Dienste und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit gewinnen konnte.

Wer den Film „in between“ auf großer Leinwand erleben möchte, kann am 4. Februar 2017 um 18:00 Uhr zur Filmpremiere ins Lenneatelier in Schmallenberg kommen. Einlass ist ab 17:30 Uhr und der Eintritt ist frei.

Text: Marcel Hesse

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