feldpostkarteSchmallenberg-Holthausen. Das Westfälische Schieferbergbau- und Heimatmuseum Holthausen greift in der Weihnachtszeit auf ungewöhnliche Weise das Thema Erster Weltkrieg auf und leistet einen ganz besonderen Erinnerungsbeitrag mit zwei bewegenden Ausstellungsprojekten, die am Sonntag, 20. November um 15 Uhr eröffnet werden.

postkarte-granate-42cmZum einen zeigt die Ausstellung „Christkind, Kaiser und Kanonen“ ein Kapitel deutscher Geschichte, keine Nostalgie und weihnachtliche Glitzerwelt, sondern Alltag in den Jahren 1914 bis 1918. Anlässlich des Gedenkens an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren thematisiert die Ausstellung die Funktion des Weihnachtsfestes in der Kriegspropaganda.

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Zu sehen sind 200 Exponate, darunter Baumschmuck in Form von Bomben, Handgranaten, Pickelhauben sowie bunte Kugeln mit dem Porträt des Kaisers. Neben historischen Dokumenten und Fotografien erzählen auch viele Feldpostkarten vom Weihnachtsfest an der Front und in den Lazaretten. Ausgestellt sind zudem ein künstlicher Klapptannenbaum, der auch im Schützengraben genutzt werden konnte, sowie Zeppeline und Eiserne Kreuze als Ausstecher für Weihnachtsgebäck. Die Ausstellung aus der Sammlung Weihnachten von Rita Breuer erzählt auf beeindruckende und bedrückende Weise vom Missbrauch des Weihnachtsfestes in dunklen Zeiten.
blaubeermalerei_schutzhelmParallel zeigen die Künstler Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck in der Südwestfälischen Galerie des Museums einen zeitgenössischen Erinnerungsbeitrag. Unter dem Titel „Vanishing War“ werden über drei Jahre entstandene Blaubeermalereien aus den Vogesen ausgestellt. Auf 1000 Meter Höhe sammelt Susanne von Bülow Blaubeeren in den überwachsenen Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges und malt mit Blaubeersaft vor Ort die friedliche Stille einer wunderbaren Landschaft 100 Jahre nach dem vergangenen Krieg. Ruppe Koselleck stellt mit der Videoarbeit „Nie wieder Frieden“ ein Kriegerdenkmal zur Diskussion, dessen Bildmaterial zwar historisch auf den Ersten Weltkrieg verweist, aber dessen erschütternde Eindringlichkeit jeden Krieg und noch mehr jeden Krieger zeigt.
Zu beiden Ausstellungen gibt es ein besonderes Vermittlungsprogramm. Während der Ausstellungszeit werden jeden Mittwoch um 15 Uhr öffentliche Führungen angeboten. Zusätzlich gibt es drei Sonntags-Matinee-Führungen am 4. und 18. Dezember sowie am 8. Januar. Beginn ist jeweils um 11 Uhr.
Öffnungszeiten während der Ausstellung (20. November 2016 bis 15. Januar 2017):
Mittwoch, Freitag, Samstag von 14 bis 17 Uhr und Sonntag von 10 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr.
Am 24.12., 25.12., 31.12. und 1.1. geschlossen. Am 26.12. (2. Weihnachtstag) ist von 10 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Westfälisches Schieferbergbau- und Heimatmuseum Kirchstraße 7 57392 Schmallenberg-Holthausen Telefon 02974/6932 info@museum-holthausen.de www.museum-holthausen.de

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