Heimischer Spitzenhonig im Deutschen Imkerglas

Heimische Imker sollten sich selbstbewusst und offensiv am Markt präsentieren

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Das Foto (Fotografie Dirk Hustadt) zeigt den Kreisvorsitzenden Klaus Stute (ganz rechts) mit den erfolgreichen Sieger der Honigbewertung des Kreisimkervereins.

Als Markenzeichen hat sich seit Jahrzehnten das Deutsche Imkerbund-Glas etabliert. Der Bekanntheitsgrad des als Warenzeichen geschützten Glases „Echter Deutscher Honig“ ist sehr hoch bei den Verbrauchern. Das ist eigentlich erstaunlich, da das Glas in Supermärkten und im Einzelhandel nur selten zu finden ist und nur sehr wenig Werbung dafür gemacht wird. Es kann aber sehr wohl als gutes Zeichen gewertet werden,  was viele kleine Imker in jahrzehntelanger fachkundiger und vertrauensvoller Kommunikation direkt am Kunden erreichen können.

Heimische Imker sollten sich deshalb selbstbewusst und offensiv mit ihrem “Honig im Deutschen Imkerglas“ am Markt  präsentieren, empfiehlt Klaus Stute als Kreisvorsitzender der Imker- und Imkerinnen im Altkreis Brilon, er selbst ist auch Honigobmann und Honigprüfer beim Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker innerhalb des Deutschen Imkerbundes. Dieser so geprüfte und kontrollierte Honig gerade auch noch einmal auf mögliche Rückstände, ist gegenüber den anderen Honigen in seiner Qualität als nachweislich höherwertiger anzusehen.

Honigmarkt, Erzeugungskosten und Preise –                        Was ist ein Glas Honig wert?

Die Deutschen essen gerne und viel Honig. Die einheimische Honigmenge kann den Bedarf aber nur zu 20 Prozent decken, 80 Prozent werden importiert. Der Preis für ein Glas Honig aus heimischer Erzeugung ist im Vergleich zum ausländischen höher und das hat seine Gründe.

Die deutsche Honigproduktion wird durch die engagierte Tätigkeit vieler kleiner Imkereien bestimmt, die hier bei uns im Kreisimkerverein Brilon durchschnittlich sechs bis sieben Völker halten. Der Ausbildungsstand bei der Produktion von besonders hochwertigem Qualitätshonig ist jedoch vergleichsweise hoch. Seit Jahren dürfen beispielsweise Imkerneulinge nur im geschützten Imkerglas vermarkten, wenn sie vorher einen Honigkurs erfolgreich absolviert haben. Auch wird die Qualität durch Stichprobenkontrollen überprüft und viele Imker stellen ihre Honige bei den jährlichen Honigbewertungen an der Landwirtschaftskammer in Münster erfolgreich zur Schau.

 

Sieger der diesjährigen Honigbewertung

Der Kreisvorsitzende Klaus Stute konnte jetzt in einer kleinen Feierstunde in Marsberg im Auftrag des „Landesverbandes der Westfälischen und Lippischen Imker e.V.“ die entsprechenden errungenen Preise der diesjährigen Honigbewertung ausgeben und dazu nachfolgende Imker gratulieren:

vom Imkerverein Marsberg: Manfred Gerlach, Silber; Andreas Gievers, Silber; Johannes Kirchhoff, zweimal Gold; Egon Mülheims, Gold und Silber; Klaus Stute, Silber; Reinhard  Kramer, Gold; Willi Pape, Gold und Silber; Willi Nüse, Bronze    vom Imkerverein Brilon: Dieter Bunse, Gold und zweimal Silber; Friedrich Bunse, Silber    vom Imkerverein Olsberg: Ferdi Körner, Silber; Heiner Stahl, Silber; Klaus Vorderwülbecke, Silber

 

Geschmacksvielfalt und hohe Qualität

Die Imker erreichen die cremige Konsistenz mit handwerklichem Können in der Honigverarbeitung, so dass dieser Honig nicht mehr unnötig erwärmt werden muss. Wertvolle Inhaltstoffe bleiben somit erhalten, der Honig lässt sich leicht entnehmen und zeigt einen wesentlichen Vorteil: er läuft nicht vom Brot.
Wer bisher nur Honig aus dem Ladenregal kannte, sollte die Gelegenheiten nutzen, direkt bei uns Imker kostenlos und unverbindlich Honig zu probieren. Es ist erstaunlich, welche Geschmacksvielfalt Honig aus der unmittelbaren Umgebung bietet. Fast immer sind mindestens zwei Honigsorten im Angebot. Der helle milde Frühjahrshonig, eine Mischung verschiedener Frühjahrsblüten, und der etwas dunklere und kräftiger schmeckende Sommertrachthonig, der ab Anfang Juni bis etwa Ende Juli von Bienen eingetragen wird. Seltener haben Imker noch andere Sorten im Angebot, wie zum Beispiel aus Nektarquellen wie, wie Robinie, Akazie, Linde, Fichte oder gar Weißtanne.

Bestäubung der Bienen wird zu wenig honoriert

Die einheimischen Bienen sind zur Bestäubung unverzichtbar. Honig kann man leicht und relativ billig importieren, die Bestäubungstätigkeit der Honigbienen jedoch nicht. Obstanbauer wissen, dass die Bestäubung in Obstkulturen unverzichtbar ist und sind sehr dankbar für die Aufstellung von Bienenvölkern an Ihren Grundstücken.  Weil Raps auf guten Standorten üppig Nektar absondert und Bienen anlockt, bekommt der Landwirt die Bestäubung zwar kostenlos, sie ist aber nicht umsonst: auf Rapsflächen mit Bienenbestäubung sind um 20 bis 30 Prozent höhere Erträge erzielbar. Intensive Bestäubung heißt mehr und besser entwickelte Körner in den Schoten, kompakter Blühverlauf, einheitlichere Abreife und dadurch geringere Ernteverluste und niedrigerer Wassergehalt, da weniger unreife, grüne Schoten vorhanden sind.

Häufigste Vermarktung an der Haustür

Der Verkauf des heimischen Honigs an der Haustür ist eine Bereicherung der Produktpalette regionaler Lebensmittel. Honigkundschaft baut sich langsam auf. Der Wert- und Qualitätsunterschied und damit die Preis-Wertigkeit einheimischen Honigs kann der Konsument erst durch Probieren und Verkosten erfahren. Dies erfordert eine freundliche, fachkundige Beratung vor Ort. Honig wird nicht in den gleichen Mengen wie andere landwirtschaftliche Produkte verbraucht und das auch eher in den kühleren Herbst bis Frühjahrsmonaten nachgefragt, mit einer Spitze in der Advent- und Weihnachtszeit.

 

 

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