Schmallenberg. Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Lenneatelier am Samstagabend – 19. September 2016. Im Rahmen der Literaturtage, die das Kulturbüro und die Literaturkommission anlässlich des Themas „60 Jahre Schmallenberger Dichterstreit“ veranstaltete, begeisterten die Satiriker und Kabarettisten Wiglaf Droste, Erwin Grosche und Hans Zippert das Publikum.

„Ich habe Tränen gelacht“, sagte eine Zuhörerin am Ende des Abends, den der scharfzüngige, ehemalige Autor der Satirezeitschrift Titanic Wiglaf Droste mit Gedichten und Geschichten eröffnet hat. Der ostwestfälische „Tünsel“ stand dabei im Mittelpunkt, aber auch Songs wie der einer Männerselbsthilfegruppe oder „Muse feife inne Wind“, frei nach dem Lied von Bob Dylan„Blowin in the wind“. Danach brachte der Paderborner Autor Erwin Grosche in seiner unnachahmlichen Art mit seinen Sketchen vom Staubsauger und Heißluftfön die Zuschauer zum Lachen. Alltägliche Szenen werden bei ihm zum Grotesken verdreht wie bei der Peter Sloterdijk-Entspannungstasche, die das Warten beim Metzger verkürzt. Hans Zippert gab anschließend zu: „Ich bin nicht gut im Bett“. Mit soviel Offenheit verblüffte er das Schmallenberger Publikum, klärte dann aber auf, warum ihm das Bett nicht liegt, da er weder auf dem Bauch noch auf dem Rücken schlafen kann. Er bevorzugt stattdessen das Sofa, das ihn entspannter macht. Der bekannte Kolumnist las auch einige seiner politischen Satirebeiträge aus der Tageszeitung Die Welt vor, wie zum Beispiel vom AKW Seehofer. Nach der Pause traten alle drei Satiriker nochmals mit Auszügen aus ihren Solo-Programmen auf. Den Abend beschloss Wiglaf Droste mit den Worten „Danke Schmallenberg“.

Erwin Grosche mit der Peter Sloterdijk-Entspannungstasche.
Erwin Grosche mit der Peter Sloterdijk-Entspannungstasche.

Dr. Andrea Brockmann, Leiterin des städtischen Kulturbüros, zeigte sich am Ende der Literaturtage sehr zufrieden: „Das Konzept ist aufgegangen und hat viele Besucher angezogen. Die Literatur in Westfalen lebt. Am Freitagabend stand das historische Ereignis im Vordergrund der Veranstaltung, wurde in Kurzvorträgen erläutert, was vor 60 Jahren den Dichterstreit in Schmallenberg auslöste. Dazwischen belegten Lesungen junger westfälischer Autoren, was heute in der Literaturszene los ist. Nach dieser ernsthaften Auseinandersetzung folgte am Samstag ein heiterer Abend, der das Publikum mit Humor, Witz und manchem Seitenhieb auf die regionalen Eigenheiten fröhlich stimmte.“ Die Literaturtage wurden möglich gemacht durch Förderungen der LWL-Kulturabteilung, des Kultursekretariats NRW, der Gesellschaft für Literatur in NRW, des Hochsauerlandkreises und der Stadt Schmallenberg. (Dr. Andrea Brockmann)

 

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here