Die Bezeichnung „Schulcampus“ dürfte in Finnentrop zur Zeit noch einem Fremdwort gleichkommen. Doch soll und wird sich dies ändern, je mehr die mit dem 5. Schuljahr 2012/13 ins Leben gerufene Bigge-Lenne-Gesamtschule an Profil gewinnt. Zum Sommer 2017 werden Abschlussjahrgänge der noch bestehenden Real- und Hauptschule verabschiedet und mit ihnen auch die beiden Schulformen Finnentroper Geschichte sein. Was bleibt und unter neuem Namen und in veränderter Form fortbestehen wird, findet seinen Platz in einem vielfältigen Ensemble an Einrichtungen und Gebäuden, dessen durchaus beeindruckendes Ausmaß sich vor allem aus der Vogelperspektive erschließt.

Um die eigentlichen Schulgebäude herum finden sich der sowohl Fußball- als auch Leichtathletik-taugliche Sportplatz, die Mensa, zwei Turn- und Sporthallen für den kleinen wie für den größeren Rahmen bis hin zu möglichen Plätzen für eine angedachten Unterricht im Grünen gruppiert. Hier lässt sich mit Fug und Recht von einem Campus sprechen. „Einen Schulcampus hat in dieser Form meines Erachtens kein anderer Ort im Kreis zu bieten!“, so Aloys Weber von der Gemeinde Finnentrop. Der Komplex bildet einen eminent wichtigen Baustein der Infrastruktur und unterstreicht die Bedeutung Finnentrops als regionaler Bildungsstandort. Erstmalig wird das Abitur vor Ort möglich werden und ist nicht mehr an lange Fahrten zu den Gymnasien der Umgebung gebunden. Zwar sind die Gebäude auch angesichts von teils über 40 Jahren intensiver Nutzung in einem verhältnismäßig guten Zustand, doch es gilt die Aufgabe anzugehen, die Einrichtungen „für die Zukunft fit zu machen“, wie Aloys Weber betont. Entsprechend werden umfangreiche Maßnahmen durch ein das gesamte Versorgungszentrum um das Rathaus umfassendes Integriertes Handlungskonzept (IHK) gefördert, um eine energetische Erneuerung zu gewährleisten, Barrierefreiheit herzustellen und Gebäude nach dem Prinzip der ‚offenen Einrichtung‘ auch nicht-schulischer Nutzung zuzuführen. Bis zu 12 Mio. Euro an Investitionsaufwand werden anfallen, gerechtfertigt durch die perspektivische Bedeutung der Maßnahmen.

Wenn NRW-Verkehrsminister Michael Groschek am 4. September 2016 zum diesjährigen Finnentroper Lenne-lebt!-Fest kommt, wird neben den wichtigen verkehrstechnischen Entwicklungen rund um den Bahnhof, die Umgehung und das Radwegenetz sicher auch die Zukunftsperspektive der Gesamtschule sein Interesse wecken. Die Schüler der Bigge-Lenne-Gesamtschule jedenfalls wollen in einem Laufwettbewerb ihre Schule repräsentieren, Identifikation mit ‚ihrem‘ Campus demonstrieren und zeigen, dass Bildung in Finnentrop der Weg in eine gesicherte Zukunft bereitet ist.

J. Feldmann

 

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