Zu den beliebtesten Leckereien des Sommers zählen ohne Zweifel Erdbeeren. Die knallroten Früchte erfreuen in unzähligen Varianten zubereitet die Leckermäuler jeden Alters. Und am besten schmecken sie frisch gepflückt vom Strauch. Davon können manche kaum genug bekommen. Wohl einer der Gründe, warum an schönen Sommertagen im Juni und Juli schon morgens um sieben Uhr das Erdbeerfeld in Kückelheim bei Arpe von zahlreichen Erdbeersammlern aufgesucht wird. Und das geht dann den ganzen Tag so. Körbchen holen, abgestecktes Erdbeerfeld aufsuchen und pflücken – und immer mal wieder eine der leckeren Früchtchen ab in den Mund statt ins Körbchen. Trotzdem ist der Korb ruckzuck voll. Dann noch einer und wieder einer. Schließlich will Oma heute jede Menge Erdbeermarmelade einkochen. Und dafür braucht sie reichlich von den leckeren, frischen Früchten. Schön, wenn man sich bei der Sucherei auch selbst etwas Gutes tun kann. Erdbeerpflücken macht Spaß und schmeckt herrlich.strawberry-1348391

Erdbeeren aus dem Sauerland gab es früher nicht

Wo heute auf etwa vier Hektar jedes Jahr die Erdbeeren auf Trippes Plantagen reifen, standen früher Weihnachtsbäume. Auf die Idee, in großem Maße Erdbeeren anzupflanzen, hat vor über 20 Jahren ein Erdbeererzeuger aus den warmen Gegenden Baden-Württembergs Familie Trippe gebracht: „Als uns gesagt wurde, der Acker sei für Erdbeeren gut geeignet, konnten wir das nicht glauben. Aber wir haben es versucht und dabei immer mehr Erfahrungen gesammelt“, erklärt Josef Trippe, der zusammen mit seiner Frau Simone die Erdbeerfelder in Kückelheim hegt und pflegt. Besonders die möglichen Nachtfröste bis Ende Mai/Anfang Juni sind eine große Herausforderung. Dann müssen die Felder großflächig mit Schutzplanen abgedeckt werden, damit die Minus-Temperaturen den Blüten und angesetzten Früchten nichts anhaben können. Unterstützt bei der Pflege und auch bei der Ernte werden die Trippes alljährlich von polnischen und rumänischen Erntehelfern. Neue Kulturen pflanzen, Unkraut hacken, Stroh zwischen die Pflanzen legen, damit die Früchte nicht auf dem nassen Boden faulen – es gibt jede Menge zu tun, bis die verlockenden Früchte Mund und Gaumen erfreuen.

Sauerländer Erdbeeren
Erdbeerplantagen TRIPPE in Schmallenberg-Kückelheim

Erdbeeren sind wie Rosen

Die Erdbeeren, lateinisch „Fragaria“, sind eine Gattung aus der Unterfamilie der Rosegewächse. Schon seit der Steinzeit zählen Erdbeeren zur Ernährung der Menschen. Botanisch sind die Erdbeeren übrigens überhaupt keine Beeren, sondern gehören zu den so genannten Sammelnussfrüchten. Über zwanzig Arten davon gibt es, vor allem auf der nördlichen Halbkugel der Erde. Erdbeeren gelten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe als besonders während der Schwangerschaft geeignetes Nahrungsmittel. So versteht man den Heißhunger auf Erdbeeren in Frankreich zum Beispiel auch als Indiz für eine mögliche Schwangerschaft. In der bildenden Kunst werden Erdbeeren häufig als Symbol verwandt, zum Beispiel für Demut und Bescheidenheit.

TRIPPE Erdbeeren Kückelheim
Simone Trippe und Töchterchen Sophia schmecken die Sauerländer Erdbeeren.
Foto: Peter Beil

Wenn Erdbeeren unreif gepflückt werden, reifen sie nicht nach. Man muss also den richtigen Zeitpunkt zum Pflücken abwarten. Zu nasses, aber auch zu trockenes und vor allem schwül-warmes Wetter können den Ernteerfolg maßgeblich beinträchtigen. Josef Trippe kann ein Lied davon singen: „Durch die klimatischen Gegebenheiten hier bei uns beginnt die Ernte in Kückelheim in der Regel bis zu 14 Tage später als in anderen, naheliegenden Regionen. Dafür haben wir dann aber auch 14 Tage länger frische Erdbeeren an den Sträuchern. Falls nicht trockenes Wetter das Wachstum der Früchte beschränkt oder zu nasses Wetter den Reifeprozess beschleunigt, so dass die Früchte am Strauch faulen. Und wenn es über mehrere Tage zu warm wird, reifen auf einmal so viele Erdbeeren, dass es kaum möglich ist, alle Früchte auch zu ernten.“

Erdbeersaison in Kückelheim

Wer die leckeren Erdbeeren aus Kückelheim selbst pflücken und genießen möchte, braucht nicht den Blick zum Himmel zu wenden, um zu prüfen, wann das beste Erdbeererntewetter ist. Über die Tagespresse und durch Mund-zu-Mund-Propaganda werden die Öffnungszeiten des Erdbeerfeldes mitgeteilt. Und in diesem Jahr gibt es aktuelle Infos und ein Erdbeer-Gewinnspiel auch über die WOLL-Facebookseite (www.facebook.com/wollmagazin).

Erdbeerfelder Trippe
Kückelheim bei Arpe
Tel. 02971 86964 • Fax 02971 86941

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