„Europa ist die Lösung, nicht das Problem!“

BDI-Präsident Grillo und Unternehmerin Winner-Athens diskutieren beim Wirtschaftsgespräch des Balve Optimum 2016

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Wirtschaftsgespräch Landsberg Grillo
Die Organisatorin des Balve Optimum Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen und BDI-Präsident Ulrich Grillo im Gespräch auf dem Turniergelände. Foto: Dietmar Reker

Balve, 3. Juni 2016 – Im Rahmen des diesjährigen Balve Optimum Wirtschaftsgesprächs stand die Frage „Europa – Die Lösung oder das Problem?“ im Mittelpunkt. Albrecht von Croy moderierte das rund 90-minütige Gespräch mit den Talkgästen Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Gudrun Winner-Athens, Chefin der Winner Spedition. Im Auditorium folgten rund 100 geladene regionale und überregionale Wirtschaftsgrößen sowie Vertreter der Politik der unumstrittenen Diskussion auf Schloss Wocklum.

Die allgemeine Stimmung im Hinblick auf Europa wurde durch die Podiumsgäste grundsätzlich als nicht nur positiv eingeschätzt. Vielmehr ließen Probleme wie mangelhafte Infrastrukturen, schwierige Investitionsverhältnisse, Nullzinssätze und nationale Egoismen Europa in einem schwierigen Licht dastehen.
Eine resignative Stimmung wolle Grillo diesem Thema jedoch keinesfalls zusprechen, da er die Auffassung vertrete: „Europa ist die Lösung, nicht das Problem.“ Ihm fehlten Politiker, die diese Stimmung deutlich vertreten und die Vorteile eines grenzenlosen Europas im wirtschaftlichen und persönlichen Zusammenhang deutlich machen – und zwar für alle Generationen.
Als geschäftsführende Gesellschafterin eines internationalen Speditionsunternehmens stimmte Winner-Athens dieser Meinung zu: „Europa ist das Beste was uns passieren konnte. Es wurden 60 Jahre Frieden, eine gemeinsame rechtliche Basis und große Chancen für Deutschland als Exportland geschaffen“. Ein Europa mit Grenzen sei im wirtschaftlichen Gefüge nicht mehr denkbar.
Als die wesentliche Herausforderung für Europa wurde von Grillo als auch von Winner-Athens die mangelnde Transparenz der Politik identifiziert. Anstatt weitere Probleme totzuschweigen oder nur darauf hinzuweisen, brauche die Bevölkerung Politiker, die Lösungsansätze präsentierten und die Menschen in Europa mit einbezögen.

Foto: Reker
Foto: Reker

Auf die Frage, ob Europa allgemein hinderlich für das Wachstum Deutschlands sei, antworteten beide Podiumsgäste entschieden mit „Nein“. Deutschland allein habe keinen hohen Stellenwert mehr in der Weltwirtschaft und brauche den europäischen Kompromiss, um konkurrenzfähig zu bleiben. Nur durch wirtschaftlichen Erfolg könne man soziale Probleme lösen. Auch wenn die aktuelle Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank unsere, auf Zinseinträge ausgelegte Wirtschaft, verändere, so könnten Unternehmen profitieren, indem sie günstige Darlehen sinnvoll investierten.

Speziell im aktuellen Umbruch Industrie 4.0, spiele das Thema Investitionsvolumen eine große Rolle. Investitionen in die Infrastruktur und Digitalisierung könnten insbesondere mittelständischen Unternehmen große Chancen bieten. Allerdings bestünde auch hier noch viel Handlungsbedarf. Unternehmen müssten ihre Geschäftsmodelle innovativer gestalten, schneller vorantreiben und in einem europäischen Kontext aufbauen.

Das Fazit beider Gäste war eindeutig: Das Ende der Demokratie stehe noch lange nicht bevor, das Volk müsse aber in stärkerem Maße die Politik mitgestalten. Brüssel sei nicht das herausragende Problem. Schuld seien die nationalen Egoismen der Mitgliedsstaaten. Ziel müsse es sein, innovative und kreative Lösungen für die innereuropäischen Herausforderungen zu finden.

Alle Infos und Ergebnisse unter www.balve-optimum.de

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