Ingo Luke, der Künstler mit der Kettensäge

Vom Baum zum Kunstwerk

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WOLL Sauerland Ingo Luke

Holz war schon immer das Material von Ingo Luke. In seinem eigenen und auch im Elternhaus war es keine Frage: Brennholz wird selber gemacht. „Daher war der Umgang mit der Kettensäge und der Spaltaxt eine Pflichtaufgabe“, schmunzelt der 46- Jährige NC-Programmierer. Allerdings ging es damals nur darum, das Holz auf Länge zu schneiden. Heute ist Holz der wertvolle Rohstoff für seine Kunst.

Dieser Wandel geschah durch Shapoor Engineer, Weltmeister im Speedcarving, dem „Schnellschnitzen mit Kettensäge“. Ihm durfte Ingo Luke bei einer Showvorführung über die Schulter schauen. „Das war so faszinierend, dass meine Frau Tamara mir schließlich zum 40. Geburtstag einen Kurs bei Shapoor Engineer schenkte.“ Das war die Geburtsstunde des Künstlers und Kettensägenschnitzers Ingo Luke.

„Wenn es nichts wird, wird es noch Brennholz“, so der ermutigende Satz des Meisters für seine Schüler. Doch zu Brennholz wird bei Ingo Luke nur noch das Holz, was aus dem Stamm weichen muss, um das Kunstwerk freizugeben. Waren dieses Kunstwerke anfangs Sterne, Tannen, Kürbisse oder andere Deko-rationsstücke, so entstehen zurzeit Kunstwerke, die seine Heimatstadt Attendorn als Thema haben. Als erstes großes Werk entstand die „1222“ Bank, die das Jahr der Verleihung der Stadtrechte für Attendorn dokumentiert. Sie ist in der Rathausgalerie zu einem echten Blickfang geworden. „Natürlich kann man auch auf ihr sitzen“, gibt Ingo Luke die Bank für alle frei. Des Weiteren entstanden ein Iserkopp mit Stadtwappen und ein Werk, das das Osterbrauchtum in Attendorn darstellt. Den Prinzengarden-Orden mit Narrenkappe als ein zeitlos schönes und einmaliges Kunstwerk zu Ehren seiner Regentschaft hat Ingo Luke für den amtierenden Prinzen Frank III. geschaffen. Das ist ein Geschenk seiner beiden Pagen. Auch Vorjahresprinz Guido kann ein närrisches Kunstwerk von Ingo Luke sein Eigen nennen. Es besteht aus dem Stadtwappen mit Narrenkappe und wurde von seiner Familie in Auftrag gegeben.

Kommt der Gast zum Hof Roscheid, kann er seine erste Pause auf der „Woll Bank“ einlegen. Auch das ist ein Werk von Ingo Luke. Und dann gibt es da noch die Bank vor seinem Haus, mit Herz und Flügel, die Eule in seinem Garten, die Bank aus Büchern, die Katze und, und, und. „An Ideen mangelt es mir nie“, schmunzelt der Familienvater. Doch bevor er die Kettensäge anwirft, erstellt er eine Zeichnung, oftmals am PC in 3D. „Da kann ich halt meinen Beruf als Programmierer nicht leugnen, im Gegenteil. Aber der Verschnitt ist damit umso kleiner. Ich habe auch noch nie ein Teil begonnen, was dann absolut nichts geworden ist, außer Brennholz.“

von B. Sander-Graetz [Text/Fotos]

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