Schmallenberg. Gescheiterte Helden, Zirkuswelten, aber auch Eat Art in Form von Häkelobjekten zeigt die neue Ausstellung „The show must go on“ im kunsthaus alte mühle, die das Kulturbüro der Stadt Schmallenberg vom 20. Mai bis 26. Juni 2016 veranstaltet. Unter diesem Titel präsentiert die Künstlerin Patricia Waller eine Auswahl an textilen Skulpturen ihrer letzten großen Serien, „Menschen, Tiere, Sensationen“, „Brocken Heroes“ und „Bad Luck“. Die Figuren, mit denen die Künstlerin arbeitet, sind allesamt bekannte Gestalten der Popkultur. Sie entstammen Comics, Cartoons und Fernsehserien. Sie agieren aber nicht in einer schönen heilen Welt, sondern sind gebrochene, blutüberströmte, verunglückte Antihelden.

Im heimeligen Look des Selbstgehäkelten scheinen ihre Werke auf den ersten Blick eher harmlos. Schaut man allerdings genauer hin, entdeckt man eine oft bissige Ironie und eine Portion Boshaftigkeit. Auf eine ironische und schockierende Art mischt Patricia Waller Absurdes und Bizarres mit sorgfältigen Beobachtungen unseres Alltaglebens. Zu ihrem Konzept sagt die Künstlerin: „Oft fließt bei meinen Arbeiten das Blut in Strömen. Es wirkt wie in einem Comic, überzeichnet und skurril, und steht im Gegensatz zum Material, der Wolle. Wolle, gehäkelt oder gestrickt, ist gemeinhin ein Produkt, das in angewandter Form dazu dient, Menschen Schutz und Wärme zu bieten und wird eher mit positiven Gefühlen in Verbindung gebracht. Das Blut ist demgegenüber Symbol der Verwundbarkeit, des Scheiterns, und der Ohnmacht des Menschen gegenüber dem Schicksal.“

Patricia Waller wurde 1962 in Santiago de Chile geboren. Seit 1968 lebt sie in Deutschland. Von 1985 bis 1990 hat sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe studiert. 1999 erhielt sie das Stipendium Cité Internationale des Arts in Paris und 2002 den Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung. Seit 2003 hat sie Lehraufträge an der Universität Köln, Institut für Kunst und Kunsttheorie, Abt. Textil. Heute lebt und arbeitet die Künstlerin in Berlin.

Die Ausstellung findet in der Reihe „Die Textile. Fortsetzung folgt“ statt. Zur Eröffnung am Freitag, 20. Mai um 19.00 Uhr sprechen Bürgermeister Bernhard Halbe und Dr. Andrea Brockmann.
Am 21. und 22. Mai lädt außerdem eine Textile-Werkstatt im Lenneatelier zum Mitmachen ein. Die Ausstellung endet am 26. Juni und ist von mittwochs bis sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen werden am 26. Mai, 1. Juni, 11. Juni und 26. Juni um jeweils 15.00 Uhr angeboten. Ein besonderes Vermittlungsprogramm für Schulen findet vom 30. Mai bis 3. Juni statt. Anmeldung unter post@jugendkunstschule.info.

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