Zwischen Neuenhof und Südtirol

Heinrich und Karin Innerhofer sind begeisterte Wanderer

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WOLL Sauerland Innerhofer
Karin und Heinrich Innerhofer auf dem Balkon ihres Hauses in Neuenhof.

Heinrich und Karin Innerhofer sind begeisterte Wanderer

80 Dreitausender, zahllose Almen und dichte Wälder stellen die Kulisse des rauen, doch atemberaubend schönen Ahrntals in Südtirol. Und diese Gegend ist die Heimat von Heinrich Inner-hofer (83) aus Neuenhof. Hier ist er mit drei Schwestern aufgewachsen, die Eltern besaßen eine kleine Landwirtschaft in Steinhaus – in der Provinz Bozen gelegen – und der Vater übte das Schuhmacherhandwerk aus. Aber vor einigen Jahrzehnten war dieses Gebiet noch keine Ferienregion.

Heinrich Innerhofer lernte ebenfalls das Schuhmacherhandwerk und ging mit seinem Vater im Winter von Hof zu Hof, um Schuhe zu reparieren und neue Schuhe für die Hofbesitzer, Knechte und Mägde anzufertigen. Im Sommer wurden die Felder bewirtschaftet. Er war fest verwurzelt in seinem Heimatort und in der Musikkapelle spielte er seit seinem 14. Lebensjahr das Bassflügelhorn. Sein großes Hobby war das Bergsteigen. Bereits als 19-Jähriger bestieg er mit einem Bergführer die Drei Zinnen. Später besuchte der junge Südtiroler die Hotelfachschule und verdiente im Sommer sein Geld als Kellner. Die Saison dauerte ein halbes Jahr und im Gespräch mit dem WOLL-Magazin erzählt Heinrich Innerhofer, dass er in Österreich mehr Trinkgeld als Lohn bekommen habe.

Wie Heinrich ins Sauerland kam

Im Jahre 1960 suchte der Warmumformbetrieb H.B. Seissenschmidt aus Plettenberg händeringend Mitarbeiter. Heinrich Innerhofer, damals 27 Jahre, und sein Freund Hans Innerbichler, 25 Jahre, beide aus Steinhaus, wurden von einem Mitarbeiter der Firma Seissenschmidt, der selbst aus Südtirol stammt, angesprochen. Heinrich Innerhofer und sein Kumpel hatten ohnehin vor, das Oktoberfest in München zu besuchen und damit verband man eine Betriebsbesichtigung.

Der angebotene Lohn war gut und zusätzliche Konditionen des Plettenberger Unternehmens waren Tren-nungsgeld, Pünktlichkeitsgeld, und einmal im Jahr wurde eine Fahrt nach Hause bezahlt. Heinrich Innerhofer, mit einem Koffer gekommen, fing am 10. Oktober 1960 als Hammerschmied an. Ebenfalls sein Freund Hans Innerbichler, der allerdings später wieder nach Südtirol zurückging. Heinrich Innerhofers Vorstellung war es, mit dem verdienten Geld später einen Schuhladen in seiner Heimat zu eröffnen.

Die Liebe hielt Heinrich im Sauerland

Doch es kam anders. Zwei Jahre später lernte der Südtiroler in einer Plettenberger Gaststätte, in der er regelmäßig das Abendessen einnahm, seine spätere Frau Karin kennen. Karin Krone, wie sie damals noch hieß, ist gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfin und arbeitete bei Rechtsanwalt Lichtinghagen und später beim Amtsgericht in Plettenberg, zunächst im Bereich Grundrecht und später im Zivil- und Strafrecht.

Am 3. August 1964 wurde im Heimatort von Heinrich Innerhofer, in Steinhaus, geheiratet. Doch nach Südtirol zu ziehen, konnte sich Karin Innerhofer nicht vorstellen, denn das Südtirol von früher war mit dem heutigen Südtirol nicht zu vergleichen. Und so lebten die Eheleute acht Jahre in Lettmecke, einem Ortsteil von Plettenberg. Die Familie wuchs, drei Söhne, Hardy, Ander und Guido, erblickten das Licht der Welt. Und so benötigten Innerhofers Platz und bauten im Jahre 1972 ihr Eigenheim in Neuenhof, Unterm Hunnebrink 6.

Südtirol bleibt Heimat im Herzen

Die Verbindung zu Südtirol war immer vorhanden. Karin Innerhofer machte im Gespräch mit dem WOLL-Magazin deutlich, dass ihr Mann zu sagen pflegte, „in Steinhaus ist meine Heimat und in Neuenhof ist mein zu Hause“. Ein großer Tag im Leben der Eheleute war die Feier der Goldenen Hochzeit und diese wurde am 3. August 2014 mit Pauken und Trompeten und rund 50 Gästen gefeiert. Die drei Jungen, die Schwiegertöchter und sieben Enkelkinder fuhren zur großen Feier nach Steinhaus. Ein ehemaliger Nachbarsjunge von Heinrich Innerhofer, der heute in Brixen Pfarrer ist, zelebrierte das Dankamt.

Im Sporthotel Klausberg gab es eine große Sause und das Besondere war, dass der Wirt und Besitzer, Richard Niederkofler, wie vor 50 Jahren für das leibliche Wohl zuständig war. Auch die jüngste Schwester von Heinrich Innerhofer, Agnes, war aus St. Ullrich gekommen. Dort hat sie das vier Sterne Hotel Genziana mit geleitet, welches heute ihr ältester Sohn führt. Die zweite Schwester, Hanni, die in Toblach früher Ferienwohnungen vermietete, war selbstverständlich ebenfalls anwesend. Die dritte Schwester ist leider verstorben.

Auf Schusters Rappen durch Südtirol

Eingebürgert hat sich bei Heinrich Innerhofer und seinen drei Söhnen, dass diese im Frühjahr einen gemeinsamen Wanderurlaub unternehmen und dabei in Innerhofers Elternhaus in Steinhaus wohnen. Im Sommer sind dann die Eheleute Karin und Heinrich Inner-hofer auf „Schusters Rappen“ in Südtirol und in Oberbayern unterwegs und im Herbst begeben sich Oma und Opa mit zwei oder drei Enkelkindern erneut auf Wander-tour nach Südtirol. Jedes Mal dabei war übrigens Enkel Louis. Die Enkel fühlen sich in Steinhaus nicht als Urlauber oder Fremde, sondern es ist für sie das zweite zu Hause. Und so wird auch in der Zukunft bestimmt noch oft zwischen Neuenhof und Südtirol gependelt.

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