Am 30. April 2006 wurde der RuhrtalRadweg auf der Zeche Nachtigall in Witten feierlich eröffnet. Von vielen zunächst durchaus kritisch beäugt, entwickelte sich der Radfernweg zu einem der beliebtesten Radwege Deutschlands und zu einem der touristischen Erfolgsprodukte der Region.

Als der RuhrtalRadweg vor 10 Jahren mit einem Festakt und einem Familienfest eröffnet wurde, waren die skeptischen Stimmen laut. Ein Radweg von Winterberg bis Duisburg, der also im verstädterten Ruhrgebiet endet, wo die meisten Leute höchstens zur Geschäftsreise hinfahren, sollte Radurlauber locken? Zudem schien der RuhrtalRadweg mit 230 Kilometern viel zu kurz für einen touristischen Radfernweg. Doch der RuhrtalRadweg fand bei den Radlern schnell seine Fangemeinde und startete aller Bedenken zum Trotz seine Erfolgsgeschichte.
Schon 2007 wurde der Flussradweg zur „Radroute des Jahres in NRW“ gekürt. Mit dem Kunstpfad Ruhr war der RuhrtalRadweg auch bei Europas Kulturhauptstadt RUHR.2010 vertreten und bekam im gleichen Jahr als einer der ersten Radfernwege in Deutschland die Vier-Sterne-Zertifizierung des ADFC. Seit 2011 finanziert sich der Radweg unabhängig von Fördermitteln mittels einer Umlage der Anrainerkommunen und Beiträge privater touristischer Betriebe. In einem deutschlandweiten Pilotprojekt mit dem ADFC wurden 2015 alle Partnerbetriebe mit dem Bett+Bike Siegel zertifiziert. Der WDR sah in seinem Ranking „Was ein Nordrhein-Westfale getan haben muss“ den RuhrtalRadweg auf Platz fünf. Im ADFC-Ranking der beliebtesten Radfernwege Deutschlands steigt er kontinuierlich nach oben und belegt aktuell den dritten Platz!

Mittlerweile wird der RuhrtalRadweg bei Fachvorträgen und Exkursionen gerne als Best-Practice-Beispiel vorgestellt, da er beweist wie ein Radfernweg den Tourismus beleben kann. Eine Studie im Jahr 2011 belegte, dass der Radweg jährlich durch rund 1,25 Mio. touristische Aufenthaltstagen insgesamt 26,9 Mio. EUR Umsatz erzeugt. Eine erneute Befragung in diesem Jahr soll deutlich machen, ob und wie sich diese Bedeutung verändert hat. Die Ergebnisse werden auf der RuhrtalRadweg-Konferenz im Herbst vorgestellt.

In jedem Fall hat sich gezeigt, dass sich gerade die überschaubare Länge des RuhrtalRadwegs ideal für ein verlängertes Wochenende eignet und der außer-gewöhnliche Spannungsbogen zwischen dem Sauerland und der Metropole Ruhr den Radweg einzigartig und erlebnisreich macht. Heute ist der RuhrtalRadweg als touristischer Motor für viele seiner Anrainerkommunen und als radtouristisches Leuchtturmprojekt für Nordrhein-Westfalen nicht mehr wegzudenken.

Alle Infos zum RuhrtalRadweg und dem Jubiläums-Jahr 2016 unter www.ruhrtalradweg.de 

Anlässlich dieses Jubiläums findet vom 29.04.-03.05 eine Tour entlang des Radwegs statt. Mit dabei von Winterberg bis Duisburg ist auch die begeistertete Radfahrerin und WOLL-Leserin Petra Kordt aus Grevenstein. Sie wird an dieser Stelle und über Facebook von der Tour berichten.

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