Ausstellung_Schlagerkissen_4Schmallenberg-Holthausen. In der neuen Ausstellung im Museum Holthausen wird’s musikalisch: „Nimm mich mit Kapitän auf die Reise“ oder „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“. Wer hat bei diesen Schlagertiteln nicht sofort die passenden Melodien im Ohr? In den 1950er Jahren konnte man sich mit dem Schlager aber auch buchstäblich aufs Ohr legen. So genannte Schlagerkissen, bestickt mit bunten Motiven aus dem populären Liedgut, waren groß in Mode und in vielen Haushalten auf dem Sofa zu finden.

Ausstellung_Schlagerkissen_2Am Sonntag, 24. April wird die Ausstellung „Liebe, Herz und Schmerz: Gestickte Sehnsucht auf dem Sofakissen“ aus der Sammlung Meyn-Scheck um 15.00 Uhr eröffnet. 600 historische Kissen mit unterschiedlichsten Motiven, die von Fernweh, Heimat und Liebeslust erzählen, hat die Sammlerin mittlerweile zusammengetragen. Die deutschlandweit einzigartige Schlagerkissensammlung bringt die Zeit des Wirtschaftswunders mit einem nostalgischen Blick zurück in die Holthauser Museumsräume. Man kann die populären Schlager aber nicht nur auf niedlich bestickten Kissenhüllen lesen, sondern sie tönen auch aus einer Original Rock-Ola Musicbox.

Ausstellung_Schlagerkissen_3Kissen mit Stickereien gibt es schon seit Jahrhunderten. Blumenmuster, biblische Szenen und Landschaftsdarstellungen, ausgeführt in farbiger Seide und mit Gold- und Silberfäden, zierten wertvolle Kissen im 17. Jahrhundert. Später lösten Wollfäden die Seidenfäden ab. Im 19. Jahrhundert gaben Garnfabrikanten Vorlagenmappen heraus und in Zeitschriften wurden Kissen abgebildet, deren Muster aufgebügelt und dann nachgestickt wurden. Die Mode, Liedanfänge auf Kissen zu sticken, entstand erst im frühen 20. Jahrhundert und hatte in den 1950er und 1960 Jahren ihren Höhepunkt. Aus dieser Zeit stammen die ausgestellten Kissen. So blüht der Zeitgeist der 1950er Jahre rund um Nierentisch und Tütenlampe wieder auf.

Die Ausstellung ist vom 24. April bis 17. Juli in den gewohnten Öffnungszeiten zu sehen. Am 14. Mai kann man mit der Sammlerin Ursula Meyn-Scheck persönlich durch die Ausstellung gehen und Hintergründe zu dieser kuriosen Sammlung erfahren. Beginn der Sonderführung ist um 16.00 Uhr. Zum Internationalen Museumstag am 22. Mai wird ein besonderes Kinderprogramm rund um die Ausstellung und das Thema Textil angeboten. Und eine „Schlager-Schule“ mit der Entertainerin und Sängerin „Fräulein Nina“ aus Dortmund wird am 3. Juni ab 19.00 Uhr in den Museumsräumen für Stimmung sorgen.

Westfälisches Schieferbergbau- und Heimatmuseum
Kirchstraße 7 57392 Schmallenberg-Holthausen, Telefon 02974/6932
info@museum-holthausen.de, www.museum-holthausen.de
Öffnungszeiten: Mittwoch, Freitag, Samstag von 14.00 – 17.00 Uhr
Sonntag von 10.00 – 13.00 Uhr

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