Jahresempfang des SPD-Kreisverbandes: „Im Zentrum stehen die Menschen“

0
Jahresempfang des SPD-Kreisverbandes

Es gibt viele große und kleine Projekte, für die sich Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagieren; die Hilfsbereitschaft im Kreis Olpe ist immens. Deshalb würdigt der SPD-Kreisverband Olpe bereits seit 1998 im Rahmen eines Jahresempfangs ehrenamtliches Engagement. Zur Ehrung ins „Himmelreich“, das ging allerdings nur, weil in diesem Jahr die SPD Attendorn Ausrichter des Jahresempfangs war und die Veranstaltung in der gleichnamigen Gaststätte stattfand.

Zunächst begrüßte der Vorsitzende des Kreisverbandes, Thomas Gosmann, die zahlreich erschienenen Gäste, darunter Carina Gödecke, Landtagspräsidentin in NRW, Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil, Bundestagsabgeordneten Willi Brase, Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen sowie Jürgen Weiskirch, Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Siegen Olpe.

Carina Gödecke hielt die Festrede des Abends. Sie fand nur anerkennende Worte für das Ehrenamt. Dabei erinnerte sie an demokratische Grundrechte, mahnte die Integration von Flüchtlingen an und lobte die vielen ehrenamtlichen Helfer im Land. Sie selbst sei stolz darauf, dass sie in ihrer Heimat Bochum in den letzten Jahren immer öfter gebeten wurde, in ganz unterschiedlichen Gremien mitzuarbeiten. „Dort, wo ich Verantwortung übernommen habe und nicht nur passives Mitglied bin, arbeite ich mit Freude mit und versuche meine Kenntnisse und Kontakte aus der politischen Arbeit möglichst effektiv in die ehrenamtliche Arbeit einzubringen.“ Aktuell in der Flüchtlingsfrage grenze sich die SPD klar gegenüber rechten Propagandisten ab. Jedoch dürften die Probleme nicht totgeschwiegen werden. „Sie wissen, dass es auch viele Menschen bei uns gibt, die verunsichert sind. Deshalb müssen wir auch diesen Teil der Gesellschaft mitnehmen, damit es gelingt, diese Herausforderung zu meistern.“

„Hilfe braucht Gesichter“, sagte Bürgermeister Christian Pospischil treffend. Diese Gesichter seien auch die heute Abend ausgezeichneten Preisträger, der Attendorner Krankenhausrundfunk „Kra 2“, Elly Hüttner von der Kleiderkammer der evangelischen Gemeinde Attendorn und die Beratungsstelle für Schwangere, „Mirjam“, in Olpe.

Als erster Laudator überreichte der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Attendorn, Wolfgang Langenohl, den mit 150 Euro dotierten Preis an den Krankenhausrundfunk „Kra 2“. Der Sender sei seit seiner Gründung durch die katholische Jugendgemeinschaft in den 1970er-Jahren eine feste Einrichtung und immer noch aktiv. Besonders viel Wert gelegt werde im Rundfunkteam auf die aktuelle Berichterstattung über das tägliche Geschehen und die Veranstaltungen aus dem Raum Attendorn. Die heutigen Mitglieder um Sendungsleiter Marvin Weber und Rainer Müller sowie den Moderatoren Janina Rademacher, Jessica Smieja, Monika Keine, Robin Pallmer und Michael Gasch seien oft bei ihrer Arbeit in Attendorn anzutreffen. Von einer Unterstützung von Seiten der Klinikleitung wie in den 80er-Jahren könne man allerdings heute nur träumen. „Obwohl die aktuelle Geschäftsleitung alle Zuwendungen bis auf die Stellung der Studioräumlichkeiten gestrichen hat, macht das derzeitige Team ehrenamtlich und in seiner Freizeit weiter, erfüllt Hörerwünsche und informiert über aktuelle Veranstaltungen in Attendorn und darüber hinaus. Sie sind eine besondere Mannschaft und viele sollten sich Ihr Engagement zum Vorbild nehmen“, so die anerkennenden Worte von Wolfgang Langenohl.

Laudator Wolfgang Dröpper von der SPD Attendorn überraschte die zweite Preisträgerin des Abends, Elly Hüttner, mit ihrer Auszeichnung: „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.“ Als Vorsitzender des Presbyteriums der Kirchengemeinde freute er sich besonders, die Leiterin der Kleiderkammer der evangelischen Kirche für ihr 15-jähriges Engagement auszeichnen zu dürfen. „Die Kleiderkammer öffnet an drei Dienstagen im Monat ihre Pforten, doch die Telefonnummer von Elly Hüttner steht im Gemeindebrief und daher melden sich beinahe täglich Menschen bei ihr, die der Kleiderkammer etwas spenden wollen. Sie holt auch gerne mal zu Fuß die Spenden ab.“ Die Kleiderkammer befindet sich im Keller der Erlöserkirche, daher bezeichnen sich die Frauen auch gern als ‚Kellerfrauen‘. „Was kann es da Schöneres geben, als heute im Himmelreich einen Preis zu bekommen“, sagte Wolfgang Dröpper in seiner launigen Rede.

Den dritten Preis des Abends überreichte Thomas Gosmann an Mirjam in Olpe, der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangere des Vereins Frauenwürde. Hervorgegangen ist der Verein Frauenwürde aus der Projektgruppe Schwangerschaftskonfliktberatung, die sich während einer Frauenkonferenz Anfang März 1998 auf der Kölner Domplatte zusammengefunden hatte. Anlass war die Bischofskonferenz und man wollte erreichen, dass auch katholische Beratungsstellen Bescheinigungen nach einer Konfliktberatung ausstellen durften. In Folge entstand im Jahr 2000 Mirjam, die erste Beratungsstelle für Schwangere im Kreis Olpe. Stellvertretend für alle bei Mirjam nahm Annegret Laakmann den Preis, der vom SPD Kreisverband gestiftet worden war, entgegen. „Auch wenn die Beratung kostenlos ist, so ist sie niemals umsonst“, schloss Thomas Gosmann seine Laudatio. „Da nicht alle Kosten refinanziert werden, soll der Preis bei der weiteren Arbeit helfen.“

Während des Empfangs tauschten sich die vielen Ehrenamtlichen mit den örtlichen Kommunalpolitikern aus. Zudem konnten die Helferinnen und Helfer darüber hinaus in Gesprächen mit anderen Ehrenamtlichen wertvolle Ideen für Ihre Arbeit sammeln.

Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgten Musiker der Musikschule Attendorn. Es wirkten mit: Ines Schmitz-Hertzberg (Klarinette), Gabriele Maier (Violine), Marina Mitrusic (Klavier) und Eduard Jahnke (Akkordeon).

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here