Gasthof Oestreich in Dorlar verzeichnet Generationswechsel

Von Silvia Rinke

Im netten Dorlar bekommt man auf die Frage „Na, wohin soll´s gehen?“ schon mal die muntere Antwort: „Na, wohin wohl? Nach Oestreich!“ Nun ist damit natürlich kein schneller Trip in die Alpenrepublik gemeint – in Dorlar kommt man auch zu Fuß nach Oestreich: Gemeint ist der schmucke Landgasthof mit eben diesem Namen: Haus Oestreich, besser Vogel-Oestreich.

Anno 1812 erbaute Land- und Gastwirt Johann Wilhelm Knoche das ortsprägende Gebäude, das heute den Landgasthof Oestreich beherbergt. Nahezu ein Jahrhundert blieb es in Knoches Familienbesitz, bevor es 1909 Klaus Josef Schulte aus Immenhausen kaufte. 1910 erwarb Gastwirt Eduard Vogel aus Dorlar das Haus, 1939 ging es an die Witwe Vogel über und von dieser an den Sohn der Tochter Frieda Vogel, Gastwirt Eduard Oestreich. Sein Sohn, Raymund-Friedel Oestreich, baute den Gasthof in den Siebziger Jahren umfassend aus und um. Legendär sind die Karnevalsfeiern in den 70ern und 80ern, als Dorlar am Altweiberdonnerstag zu einem der Mittelpunkte des sauerländischen Karnevals avancierte.

1989 starb Eduard Oestreich. Sein Andenken lebte weiter und etablierte sich als traditionelle dörfliche Gastwirtschaft im gastronomischen Angebot in Dorlar und Umgebung. Durch den SauerlandRadring entwickelte sich ein zunehmender Rad-Tourismus, und in Dorlar lassen sich die Radtouristen gern zur Einkehr locken, um in Oestreichs Gasthof oder im Biergarten die Sauerländer Gastfreundschaft zu genießen.

Tradition in jungen Händen
Raymund Oestreich übergibt den Gasthof an seine Nichte Iris Oestreich-Kleine und ihren Mann Josef Kleine

Mit der Übergabe am 12. März von Raymund Oestreich an seine Nichte Iris Oestreich-Kleine (mit ihrem Mann Josef Kleine) tritt die nächste Generation die Nachfolge an: Oestreich bleibt weiter in der Familie. Das Gasthaus serviert deftige Sauerländer Kost aus eigener Hausschlachtung, Kaffee und Kuchen; die Räumlichkeiten sind für Tagungen und Familienfeiern bis zu 100 Personen bestens geeignet. Behagliches Flair verströmen die Gästezimmer, bei denen der Charme des typisch rustikalen Sauerländer Baustils erhalten blieb.

Am 200 Jahre jungen Landgasthof Oestreich kommt man ohnehin im besten Sinne nicht vorbei, er liegt im Herzen von Dorlar direkt an der Kirche. Hereinspaziert also zur lockeren Runde an der Theke, zu einem herzhaften Frühstück oder einer ausgedehnten Mahlzeit: Der sagenhafte „Sauerländer Pott“ ist zum Beispiel eine Oestreich-Spezialität der ersten Stunde: Schweinemett, Zwiebeln, Kartoffeln, Weißkohl und die passenden Gewürze – gekocht und zubereitet im Pott. Oder Oma Oestreichs Kuchen nach dem Rezept der Prinzregententorte aus Großmutters Zeiten, mit sieben oder sogar zehn Böden kunstvoll übereinander getürmt.

Legendär und geheim
Oestreichs Giganten-Cup

Und geradezu spektakulär ist Raymund Oestreichs Giganten-Cup: Muss man probiert haben! Doch das Rezept verrät Raymund Oestreich leider nicht: Strengstes Familiengeheimnis…!

Kontakt:
Landgasthof Oestreich
57392 Schmallenberg-Dorlar
Telefon: 02971 86252
Telefax: 02971 87067
info@landgasthof-oestreich.de
www.landgasthof-oestreich.de

2 Kommentare

  1. Das ist lustig…ich wohne seit über 40 Jahren in Österreich und meine Oma kam aus Dorlar,sie war eine 1899 geborene Maria LÜBKE, die dann Maria Mastice hieß…gibt es noch Lübkes in Dorlar?? Lieben Gruß aus Österreich, Eva Abu Zahra, geb. Kathol.

    • Hallo, Frau Abu Zahra,

      in Dorlar gibt es noch Lübkes, vor allem auch in den Nachbarorten. Der Name Lübke ist sehr verbreitet. Herzliche Grüße

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