Junggesellenabschied – keine Erfindung der Amerikaner

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Der Junggesellenabschied wird jedes Jahr beliebter. In Nordrhein-Westfalen zeigen sich vor allem die Großstädte Köln und Düsseldorf als beliebte Ausflugsziele für „den letzten Abend in Freiheit“. Irrtümlich glauben viele, dass der Junggesellenabschied seinen Ursprung in den USA hat. Dabei ist diese Tradition bereits einige Jahrhunderte alt und findet seinen Anfang im alten Griechenland. Doch nicht in jedem Land verbringen die baldigen Eheleute die letzte Nacht mit wilder Feierei.

Ursprung des Junggesellenabschieds

Die Griechen empfanden den letzten Abend als unverheirateter Mann durchaus als Grund zum Feiern. Überlieferungen behaupten, dass der zukünftige Mann der Braut um 500 v. Chr. den letzten Abend vor der Hochzeit noch einmal mit seinen Freunden und ausreichend Wein verbrachte. Erst im 14. Jahrhundert entwickelte sich eine Art Junggesellinnenabschied. Hier nahm die zukünftige Braut zunächst ein reinigendes Bad und verbrachte danach den Abend mit ihren Freundinnen, während der Mann mit seinen Freunden feierte. Seitdem haben sich unterschiedliche Traditionen und Feiern auf der ganzen Welt für den letzten Tag vor der Heirat entwickelt.

Deutsche orientieren sich an amerikanischer Bachelor-Party

Seit einigen Jahren findet die Junggesellenparty, wie sie zum Beispiel in den USA üblich ist, auch in Deutschland immer mehr Anklang. In der Regel feiern der zukünftige Bräutigam und die zukünftige Braut getrennt voneinander. Meist finden die ausschweifenden Partys mit viel Alkohol und nackter Haut statt. Oft beginnen diese bereits am Tag: Die Junggesellen und Freunde ziehen sich lustige Kostüme oder bedruckte T-Shirts an, Braut oder Bräutigam sind zusätzlich mit einem Bauchladen bewaffnet und versuchen Kleinigkeiten zu verkaufen, um die Hochzeitskasse aufzustocken. Die Sauerländer Junggesellen fahren dafür am liebsten in die Großstädte Köln oder Düsseldorf. Mittlerweile entscheiden sich aber auch viele Junggesellen für ausgefallenere Events und verbringen den Tag lieber beim Paintball oder Go-Kart-Fahren. Am Abend wartet dann eine ausschweifende Partynacht auf die Feierwütigen. Meist sind die Trauzeugen zuständig für die Organisation des Junggesellenabschieds, was bei großen Gruppen und aufregenden Events gar nicht so einfach ist. Deshalb weichen viele auf einen Junggesellenabschied in Köln – organisiert von der Agentur Pissup – aus. So muss der Trauzeuge sich um einen Punkt weniger auf der langen Liste kümmern und für einen aufregenden Junggesellenabschied ist trotzdem gesorgt.

Besondere Rituale in anderen Ländern

Schon beim brasilianischen Karneval lassen die Brasilianer tief blicken und auch beim Junggesellenabschied wird an der Copacabana viel Haut gezeigt. Dort werden sowohl Mann also auch Frau beschenkt und ihre Aufgabe besteht darin vor dem Öffnen zu erraten, was sich in der jeweiligen Verpackung befindet. Wird richtig geraten, dürfen sie das Geschenk behalten. Wer drei Mal daneben liegt, muss nicht nur einen Schnaps trinken, sondern auch ein Kleidungsstück ablegen. Ganz anders laufen die Prozeduren vor der Eheschließung in Kenia ab. Laut einem alten Ritual bekommt die zukünftige Braut den Segen ihres Vaters, wenn dieser ihr in einer Zeremonie Milch auf Kopf und Brust spuckt. Wenn sie dann auf ihren Ehemann zugeht, darf sie sich nicht umdrehen, sondern muss ihre Vergangenheit hinter sich lassen. In anderen Ländern wie zum Beispiel in der Türkei sind die Vorbereitungen auf die Hochzeit nicht nur mit schönen Dingen verbunden. Bei der Prozedur wird auch die Trauer über das Verlassen des Elternhauses dargestellt. Doch im Anschluss darf ordentlich gefeiert werden.


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