Mit Herz und Hand

40 Jahre Handballverein Sundern

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40 Jahre Handballverein Sundern
Foto: Ralf Litera

Wer erinnert sich nicht gerne daran zurück? Damals im Winter 2007, als die deutsche Handball-Nationalmannschaft im eigenen Land sensationell den WM-Titel holte. Im Anschluss an das „Winter­märchen“ entwickelte sich ein wahrer Hype um die robuste Ball­sportart. Fast neun Jahre ist das nun schon wieder her. Wie schnell die Zeit vergeht, beweist auch die Geschichte des Sunderner Hand­ballvereins: In diesem Herbst feierte man das 40-jährige Bestehen.

Als im Jahr 1974 die Dreifachsporthalle auf Sunderns Bildungshügel fertiggestellt wurde, gab es endlich eine geeignete Spielfläche für den Handballsport in Sundern. Unter Federführung des damaligen Gymnasiallehrers Wolfgang Maaß ergriffen einige Sportbegeisterte die Gelegenheit und gründeten am 1. September 1975 den HV Sundern. In der ersten Saison starteten vier Mannschaften mit dem Training: Die weibliche A- und B-Jugend sowie die männliche B- und C-Jugend. Als erste Mannschaft des jungen Vereins nahm die weibliche A-Jugend an Meisterschaftsspielen des Handballkreises Iserlohn/Arnsberg teil. Die anderen Mannschaften stiegen in der Sommerrunde 1976 in den Spielbetrieb ein. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Verein bereits 77 Mitglieder. Alle Vorstandsmitglieder waren damals zugleich auch als Trainer und Betreuer tätig.

„In dieser Saison nehmen vier Senioren-Mannschaften und sechs Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. Außerdem gibt es eine Seniorengruppe für jung gebliebene Erwach­sene, die Spaß am Ballsport haben“, erklärt HV-Vorstands-mitglied Anna-Katharina Simon. „Grund­sätzlich stehen der Spaß am Handballsport und die Faszination einer Teamsportart im Vordergrund – mit zunehmendem Alter nimmt der leistungsorientierte Aspekt aber einen größeren Raum ein“, weiß Simon. Unver­zichtbare Grundlage für ein attraktives und altersge­rechtes Training seien natürlich qualifizierte Trainer. „Der HV Sundern fördert die Trainerausbildung konsequent. Für Jugendliche und Erwachsene gibt es verschiedene Ausbildungsmaßnahmen bis hin zur C-Lizenz“, so HV-Vorstand Simon. Neben den Meister­schaftsspielen gibt es zudem viele Maßnahmen rund um den Hand­ballsport, die das Vereinsleben attraktiv machen: So stehen Fahrten zu Bundesligaspielen oder die Teilnahme an internationalen Turnieren regelmäßig auf dem Programm.

Ein wichtiger Termin in der Breitensportförderung stellt für den HV das „Spielfest der Grundschulen“ dar. In Kooperation mit allen Grundschulen der Stadt Sundern richtet man seit 2007 im zweijährigen Rhythmus ein großes Turnier für die dritten und vierten Klassen aus. In diesem Jahr nahmen insgesamt 16 Mannschaften teil, die KGS Allendorf und die Freie Schule am See waren zum ersten Mal dabei. Wichtigste Erkenntnis des Turniers: Die Kinder haben Spaß, entwickeln Teamgeist und sportliche Ambitionen, und der Verein gewinnt das ein oder andere neue Mitglied für seine Jugendmannschaften.

Mit der Vorbereitung und Durchführung des Grund­schulspielfests wird aber auch eine weitere Zielrichtung verfolgt: „Jugendliche Spielerinnen und Spieler des HV, die das Spielfest mit vorbereiten und dort verschiedene Aufgaben übernehmen, sollen über das Turnier hinaus von ehrenamtlichen Tätigkeiten im Verein begeistert werden“, erklärt Anna-Katharina Simon. Ganz nach dem Motto: Engage­ment für andere macht Spaß! Denn die demografischen Herausforderungen der Zukunft sind auch für die HV-Verantwortlichen ein wichtiges Thema: „Die demografische Entwicklung auf der einen Seite sowie der Nachmittagsunterricht der Schulen und die vielfältigen Freizeitangebote auf der anderen Seite bilden das Spannungsfeld, dem sich die Vereinsarbeit zukünftig stellen muss“, so Simon. Hinzu komme, dass es immer schwieriger werde, Jugendliche und auch Erwach­sene für das Ehrenamt in Vereinen zu begeistern. „Um langfristig den Fortbestand des Vereins zu sichern und neue Mitglieder zu gewinnen, sind und waren wir von Beginn an immer bemüht, viele Mädchen und Jungen für den Handballsport zu begeistern“, ergänzt sie.

Dass dies nach wie vor gelingen kann, zeigte auch die Durchführung des diesjährigen Kreisjugendtages, den der HV Sundern im Juni ausrichtete. Mehr als 100 freiwillige Helfer waren aktiv, um für einen optimalen organisatorischen Ablauf zu sorgen. Am Turnier nahmen 76 Mannschaften mit über 800 Spielerinnen und Spielern teil. Diese wurden zudem von zahlreichen Fans begleitet, sodass mehr als 1000 Besucher das Turnier verfolgten. Der HV Sundern nahm mit fünf Mannschaften am Turnier teil – erfolgreichstes Team war die weibliche E-Jugend, die den dritten Platz belegen konnte. Und auch in weltweit immer schwieriger werdenden Zeiten nahm der HV sein Motto „Mit Hand und Herz“ zuletzt wörtlich: Mit einer kleinen, aber umso bemerkenswerteren Geste leistete man einen wichtigen Beitrag in Sachen Mitmenschlichkeit und Solidarität. So wurden die beiden Seniorenmannschaften des HV Sundern bei ihren Ligaspielen lautstark von 15 Flüchtlingen aus der Unterkunft in Westenfeld unterstützt. Die jungen Männer hatten sich sehr über die Einladung der Handballer gefreut und zeigten sich auf Anhieb vom Sunderner Handballsport begeistert. So stand schon während der Partien fest: Sie möchten auf jeden Fall wiederkommen.

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